Mittwoch, 1. Juni 2022

31. Mai 2022 Von MANDAL nach EGERSUND

 Dienstag, 31. Mai

 

Um 5:00 klingelt unser Wecker. Um 5:33 starten wir den Motor. Rekordzeit – so schnell sind wir noch nie mit allen Startvorbereitungen fertig gewesen. Es gab nicht mal einen Kaffee zum Wachwerden. Das alles hat seinen Grund.

Wir haben heute mehr als 60 Seemeilen Fahrt vor uns und im Tagesverlauf wird der Wind noch auf 4 Beaufort zulegen. Das ist beim Segeln grundsätzlich gut – nicht jedoch, wenn er dir direkt entgegen kommt und du wegen der Route schlecht aufkreuzen kannst. Also wieder ganztags Motorfahrt.

Die Schwierigkeit liegt in der Kombination von entgegenkommender Welle und Motorfahrt. Während ein Boot unter Segeln recht stabil im Wasser liegt, kann es gut durch die entgegenkommenden Wellen fahren. Im reinen Motorbetrieb fängt es aufrecht fahrend oft schon frühzeitig an sich in den Wellentälern festzustampfen. Nicht das man stehenbliebe. Gemeint ist mit Feststampfen, dass das Boot in Wellen mit bestimmter Höhe und bestimmten Abstand zu einander, von Welle zu Welle immer mehr aufgestoppt wird, bis es einen guten Teil an Fahrt verloren hat. Es sind eigentlich immer drei aufeinanderfolgende Wellen. Sind die unter dem Boot durchgelaufen, kann es wieder Fahrt aufnehmen, bis die nächste Dreierkombination mit denselben Eigenschaften anrollt, was im schlechten Fall schon nach einer Minute der Fall sein kann. Die Folge ist, dass die erzielbare Durchschnitts-geschwindigkeit rapide sinkt, man nur noch langsam vorankommt, während es durch die heftigen Schiffsbewegungen dann auch körperlich anstrengend wird. Wir möchten das heute so gut es geht vermeiden und starten deshalb sehr früh, als der Wind noch schwach ist.


Kurz nach fünf. Noch ist die See fast spiegelglatt und der Anblick malerisch.

 


 

Nach einigen Seemeilen passieren wir das Kap Lindesness mit dem südlichsten Leuchtturm Norwegens ...
 

 


Zeit für das Frühstück und ganz nebenbei, habe ich heute auch noch Geburtstag.
 

 


Auf diesem Törn kommen wir an Dutzenden privater Angelboote vorbei, die sich im Wesentlichen auf dem Küstenabschnitte westlich von Kap Lindesness verteilen.
 

 

 



 

 

Nach sieben Stunden Fahrt haben wir rund 42 Seemeilen unter Motor hinter uns gebracht. Der Wind kommt jetzt nicht mehr direkt von vorne und wir entscheiden uns die Segel zu setzen und aufzukreuzen. Hierdurch werden aus den verbleibenden 20 sm zwar 30 sm werden. Der Spaß jedoch unbezahlbar, besonders, weil wir heute nicht damit gerechnet hatten.



Ich fahre heute testweise mit Skibrille und es hat sich bewährt. Zum Ablesen der Daten auf den Instrumenten am Steuerstand benötige ich eine Lesebrille. Doch bei dem oft starken Wind tränen mir die Augen, weswegen ich dann auch mit Lesebrille schlecht die Daten ablesen oder Details auf der Seekarte erkennen kann.

Die Skibrille lässt keinen Luftzug durch und fängt dazu noch das Spritzwasser ab, dass sonst auf der Lesebrille landet, die ich jetzt direkt unter der Skibrille trage. 👍


Nach knapp 12 Stunden Fahrt laufen wir dann nach 17:00 im Hafen von Egersund ein und sind unserem Ziel wieder knappe 72 sm näher gekommen.




Als Geburtstagsmenü hatte ich mir heute Hamburger gewünscht. Was will man mehr ... ?

 

 

Morgen früh geht es gleich wieder weiter. Nicht ganz so früh und nicht ganz so weit.

 

 

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