Donnerstag, 9. Juni 2022

09. Juni 2022 EIDFJORD

 Donnerstag, 09. Juni


Heute war erstmal Ausschlafen angesagt. Wir haben sozusagen Urlaub im Urlaub gemacht und frühstücken in Ruhe, bevor wir uns den Aktivitäten des Tages widmen. Die Wetterdienste sind sich bereits seit vorgestern nicht mehr einig, wie gut oder schlecht es wohl werden wird. Im Augenblick verlassen wir uns auf YR.no, den Wetterbericht des Norwegischen Meteorologischen Institutes. Dieser hatte nämlich in den letzten Tagen die mit Abstand beste Treffenquote in der Vorhersage. Während es bei allen anderen Anbietern von Wetterdaten kräftig regnete, war es bei YR.no lediglich bewölkt, mit kurzen sonnigen Abschnitten. Und genau so war es dann auch jeweils gewesen.

Wir haben uns entschieden, die ganz großen Unternehmungen heute sein zu lassen. Im Angebot stand zum Beispiel eine Mietwagentour zu einem Wasserfall mit einem anschließenden Abstecher in den südlich Abzweigenden Fjord von Odda. Doch außer sicherlich interessanten Wandertouren gab es dort nichts, was wir nicht schon in ähnlicher Form auf dieser Reise gesehen hätten. Der Mietwagen allerdings kostet hier ab umgerechnet 200 € aufwärts pro Tag. Eine Fahrradtour war die Alternative 2. Jedoch liegen einige Sehenswürdigkeiten recht weit oberhalb und so hätten uns die Fahrräder zwar in die Nähe, nicht jedoch ans Ziel gebracht. So entscheiden wir uns letztendlich per pedes eine Fotorunde in der "erlaufbaren Umgebung" zu unternehmen. Für uns, im nachhinein betrachtet, genau die richtige Entscheidung.

Als wir gegen 10:30 starten, ist der Himmel noch grau, aber wir haben so um die 20°C. Leicht bekleidet laufen wir los - jeweils eine Jacke im Rucksack - genauso wie Fotoausrüstung und Drohne.

Parallel mit uns startet eine Gruppe von Kajakfahrern ...


Es geht wenige Meter durch den Ort. Hier entdecken wir in Hafennähe diese ehemalige Telefonzelle.

Sie wird, wie auch andernorts, als kleine Bibliothek genutzt. Du darfst Dir ein Buch rausnehmen, wenn Du ein anderes hineinstellst.

Kurz hinter dem Ort Eidfjord hat man diesen schönen Schotterweg angelegt. Die Route hatte Katrin gestern über GoogleMaps und die Hardangerfjord.com Seite recherchiert.


Der Weg ist leicht zu laufen und das ist im Augenblick wichtig, da ich seit ein paar Tagen wieder Probleme mit meinem bereits operierten "Meniskusknie" habe. Wir werden mit etlichen Fotomotiven verwöhnt - aber seht einfach selbst ...


Lupinen und Riesenmohn am reißenden Bach ...

Hier fischt man übrigens Lachse von kleinen Stegen, die ein paar Meter in den Bach hineinragen. Wobei; alle Stege wirken eher morsch - vielleicht hat man das hier nur früher gemacht. Lachse haben wir jedenfalls bereits auf unserer Anfahrt im Fjord schwimmen sehen.



Unser Ziel ist übrigens der EidfjordVatnet, ein wenig oberhalb der Ortschaft Eidfjord gelegener See.


Hier gibt es sogar einen Kiesstrand und das Wasser ist kristallklar. Wenn da nur die Wassertemperaturen nicht wären. Die Fjorde haben so 10 - 12° C. Dieser See wird direkt durch Gletscherwasser gespeist und dürfte deutlich kälter sein. In den Fjorden haben wir aber bereits etliche Leute baden sehen. Zuletzt heute Nachmittag am Steg neben unserem Boot.



Diese Lupine hat sich wohl verirrt und sieht auch eher spärlich aus.

Diese "Fotorahmen" findet man hier des öfteren. Nette Idee.

Was den Harry natürlich viel mehr begeistert ist, dass hier tatsächlich jemand daran gedacht hat, vor dem Fotorahmen auch noch ein im Boden eingelassenes Fotostativ zu errichten. 👍

Und um es noch einmal in den Worten von Olaf Schubert (deutscher Kabarettist und Betroffenheitslyriker) zu sagen: "Momente, in denen das Auge äsen kann!"


Rubrik: Was uns ansonsten noch gut gefallen hat ...







Genau diese Terrasse und dieser Ausblick ...

Der Hafen von Eidfjord

Rhododrendron mit interessanter Blütenzeichnung

Gegen 14:00 kommen wir zurück und stellen fest: "Unser Boot ist gesunken!"

Der durchschnittliche Tidenhub liegt in der Region bei rund 50 Zentimetern. Heute Mittag, das hatten wir bereits gestern recherchiert, waren es etwa 70 Zentimeter und es ist gerade kurz nach der Ebbe. Warum kümmert uns das? Wir liegen hier ausnahmsweise nicht an einem Schwimmsteg, wie in den meisten Marinas, sondern an einem Kai. Während ein Schwimmsteg seine Höhe im Verhältnis zu den festgemachten Yachten nicht ändert, da sich alle gleichsam mit Ebbe und Flut senken und heben, schwimmt ein Kai nicht, sondern nur die an ihm festgemachten Boote.

Daher ist es wichtig, wenn man an einem Kai oder Pier festmacht, sich vorher über den ortsspezifischen Tidenhub zu informieren, sonst hängt bei Ebbe das Boot an den Festmachern in der Luft. Nein, natürlich nicht. Vorher würden die Klampen am Boot, an denen die Festmacher (Landleinen) befestigt werden, aus dem Rumpf reißen und das Boot unbefestigt davonschwimmen.

Wir hatten alles berücksichtigt und heute Abend schwimmt Ari wieder auf Kaihöhe.

Der Spaziergang hat ordentlich Appetit gemacht. Bei Coop hatten wir uns gerade ein Eis gegönnt. Jetzt gibt es Kaffee und Kardamom ... nein, nicht -Knut, sondern Kuchen und den hat Katrin gestern auf der Herfahrt selbst gebacken.

Und während wir Kaffee und Kuchen genießen, haben wir diesen Ausblick im Cockpit ...


Das ist die GoogleMapsRoute unseres heutigen Spazierganges ...


Nach dem nachmittäglichen Kaffee und Kuchen kommt unerwartet noch einmal die Sonne heraus und wir beschließen noch einmal eine Runde durch den Ort zu drehen. Gut so, denn nur rund 100 Meter von Ari entfernt, findet ein Oldtimertreffen der Automarke MG statt.


Das Unternehmen MG wurde 1923 in Oxford (England) als „Morris Garages“ gegründet.



MG TF (1953)


Als ich vor einigen MG auf die Knie gehe, um eine bessere Position für das Fotografieren zu haben, spricht mich dann auch gleich ein stolzer Eigentümer an. Soviel Hingabe auf beiden Seiten ... 😊



Was für ein Anblick für einen Autoliebhaber.

Wenige Minuten vorher stellt sich ein Jugendlicher, während ich knieend nach der Idealposition suche, um die geschwungene Linie eines der Kotflügel optimal ins Bild zu bekommen, vor mich, zückt sein Handy, drückt mit gestreckten Arm einmal auf den Auslöser, dreht sich um und geht wieder. So geht das heute ... 😏


 


 
 
Weiter geht unsere Runde im Hafen ...



Katrin darf, bevor es dunkel wird, noch ein bischen spielen gehen ...


Es wird dann plötzlich schneller dunkel als uns lieb ist. Also schnell zurück zum Boot.


Doch bis jetzt, 20:00, hat es noch nicht geregnet. Im Gegenteil. Es ist wolkig, aber nicht düster. YR.no hat mal wieder Recht behalten.

Um kurz nach halbzehn Uhr abends greifen Katrin und ich noch einmal zur Kamera. Um diese Zeit steht die Sonne immer noch über einem knapp 1.000 Meter hohen Gipfel ...


 


Morgen geht es weiter.


Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig. Danke für das Interesse.

Katrin & Harald



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