Dienstag, 14. Juni 2022

14. Juni 2022 Von NORHEIMSUND nach ROSENDAL

 Den Hardangerfjord gibt es dieser Tage nur noch in schwarz-weiß. Als regennasse Suppe dann also: Grau.




Die Regenwolken hängen unheimlich tief.

Harry hängt durch und mag nicht schreiben. Verständlich. Ich (Katrin) versuche es mal...

Wir stehen um acht Uhr während eines kräftigen Regenschauers auf; machen im Nieselregen Klarschiff und klarieren die Leinen zum Ablegen; tanken im Nieselregen erst Wasser am Steg, dann 95 Liter Diesel an der SB-Tankstelle. Den nun wieder vollen Dieseltank werden wir brauchen - in den kommenden Tagen ist im Bereich des Fjords und der Wasserwege abseits der Küste nicht mit Wind zu rechnen. Uns drohen weitere Tagesfahrten unter Motor.

8.40 Uhr legen wir ab und verlassen Norheimsund. Die Stimmung an Bord ist bescheiden. Wir sprechen nur das Nötigste. Dieser andauernde Regen drückt erheblich auf die Stimmung.

Und wie vorhergesagt regnet es weiter, mal mehr, mal weniger - niemals nicht. Nach drei Stunden am Steuer lässt Harry sich abwechseln. Bei diesem Wetter friert man einfach zu schnell durch. Ich löse ihn ab und übernehme die letzten eindreiviertel Stunden. Ich selbst trage zwei Sätze langes Thermounterzeug, einen Pullover, eine Dauenenjacke, zwei Paar Socken, Stiefel, Fleecekragen, Norwegermütze und darüber die Segelkombination aus Jacke und Latzhose. Sommerurlaub in Norwegen.

Ich habe mich mal zu der Fähre gestellt, damit wenigstens etwas Farbe in den Post kommt.

Wegen des Wetters muss die kleine aber wasserdichte Fotokamera her. Ihre Fotos sind nicht so fein wie die der Lumix, aber ... niemand wird wohl auf den Fotos die Regentropfen auch noch zählen wollen. 

Unseren Plan nach der gestrigen Wettervorhersage, noch einen Abstecher nach Sundal zu machen, verwerfen wir nach einem erneuten morgendlichen Blick auf die Seite YR.no - aus der Sonne ab dem frühen Nachmittag ist bedeckter Himmel mit Nieselregenschauer geworden - wir haben nichts anderes erwartet - so langsam ist die Seele gebeutelt.
Da wir Sundal vor fünf Jahren in schönstem Sonnenschien verließen, wollen wir uns diese Erinnerung nicht kaputt machen lassen und fahren an der Einfahrt in den Maurangerfjord vorbei.

Unterwegs passiert nichts erwähnenswertes - eine Fahrt unter Motor ist an sich schon sehr eintönig. Keine privaten Boote sind zu sehen; allein ein paar Fähren und zwei kleinere Frachter kommen in Sicht.



Nach vierdreiviertel Stunden haben wir Rosendal erreicht. Es überrascht schon, dass die Wettervorhersage Recht behält und es tatsächlich etwas aufhellt. Seit circa 20 Minuten regnet es nicht mehr und die Sonne müht sich (vergeblich), um die tiefhängenden Wolken doch noch zu durchbrechen.

Der Rest des Tages gibt auch nicht viel mehr her als die Fahrt am Vormittag. Ein wenig Mittagsschlaf, ein wenig Handy-Daddeln, Wetterberichte und Windvorhersagen anschauen - und schnell wieder wegklicken. Ein kurzer Spaziergang durch den Ort, den wir schon sonniger erlebt haben, wird fast trotzig erledigt ... man muss sich ja mal bewegen, will aber eigentlich nicht.

Morgen geht es dann weiter Richtung Fjordausgang und später dann südlich, die Küste herunter. Noch ist nicht absehbar, wann uns das Wetter mal wieder Segeln lässt, die Vorhersagen sind sehr sprunghaft. Wir werden den Teufel tun und schon irgendetwas für "in zwei-drei Tagen" planen. 
Ehrlich, wir trauen uns schon gar nicht mehr laut auszusprechen " am Freitag könnten wir dann runtersegeln, so Richtung Tananger"....nee, dann dreht Harrys Troll garantiert den Wind um 180 Grad oder stellt ihn ganz ab und dafür die Dusche von oben noch etwas kälter. Ich glaube, so langsam werden wir etwas komisch .........

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