Dienstag, 7. Juni 2022

07. Juni 2022 Von NORHEIMSUND nach FYKSESUND-BOTNEN

 Dienstag, 07. Juni


Der Tag begrüßt uns mit Sonnenschein und leicht bewölktem Himmel. Nach einem kleinen Frühstück geht es in den knapp 100 Meter entfernten Coop, wo wir unsere Vorräte ein wenig aufstocken.

Eine große Törnvorbereitung kann heute entfallen, da es nur um die Ecke in einen benachbarten Fjord, den Fyksesund, geht. Nur ein kurzer Wettercheck - ja, gegen Abend wird es ein wenig regnen, ansonsten bleibt es bei dem vorhergesagten Flautentag. Wir bunkern noch einmal Wasser nach und während ich an Deck stehe und sich der vordere Wassertank im Bug gerade füllt, vernehme ich das Propellergeräusch eines Flugzeuges.

Tatsächlich ist ein Wasserflugzeug in der Bucht von Norheimsund gelandet, ohne dass ich das bemerkt hätte. Im Augenblick fährt es auf seinen Schwimmern gerade auf den Hafen zu, nein - auf uns zu, und biegt dann rund 50 Meter vor uns zur Tankstelle ab. Ein Geschehen, das man als Segler auch nicht alle Tage hat. Der Propeller stoppt und mit seinem Restschwung schwimmt es an den Anleger der Bootstankstelle heran, wo es von dem schon wartenden "Tankwart" aufgestoppt wird, indem dieser kurz gegen die Tragfläche drückt. Schon steht das Kleinflugzeug still. Selbst abbremsen kann es wohl nicht, da so ein Propeller nur vorwärts dreht. Es gehört also schon eine ordentliche Portion Feingefühl dazu, so ein Flugzeug mit genau dem richtigen Schwung so zu steuern, dass es zum Schluß am gewünschten Punkt anhält. Ich bin beeindruckt.


 

Wir starten unsere Maschine und verlassen Norheimsund um kurz nach zehn. Als wir wenige Minuten später durch die vorgelagerte Bucht nach Osten fahren, hat das Wasserflugzeug schon wieder unbemerkt abgehoben und fliegt direkt über uns hinweg. Was für ein Auftakt.




Zwischen diesen Schären wollen wir hindurch. Das sieht von weitem immer enger aus als es ist ...


Jetzt noch einmal nach NordNordWest abbiegen und der Fyksesund liegt schon vor uns. Das Besondere und schöne an diesem kleinen Fjord ist, dass er vergleichsweise schmal ist.

Der Hardangerfjord beispielsweise, ist zwischen 2 und 6 Kilometern breit, wodurch die Berge mit ihren durchschnittlich gut 1.000 Metern Höhe, zwar hübsch anzusehen sind, nicht aber unbedingt imposant wirken.

Der Fyksesund ist nur zwischen 300 und 600 Meter breit, während er beidseits von bis zu 1.300 Meter hohen Bergmassiven und sehr steilen Uferwänden begrenzt wird. Das sieht nicht nur schön aus - es wirkt auch imposant. Daher freuen wir uns heute besonders auf diesen "kleinen Fjord", den wir 2017 schon einmal befahren hatten. Damals allerdings bei schlechtem Wetter uns mäßiger Sicht. Und dann bietet sich uns heute dieses Bild ...

Die Einfahrt in diesen Fjord ist noch weit. Im Verlauf der knapp 10 Kilometer Länge werden die Felswände später fast senkrecht aus dem Meer empor ragen.

Auf der Westseite des Fjords reihen sich diverse Wässerfälle hintereinander, so dass wir aus dem Fotografieren und Filmen gar nicht mehr herauskommen.

Wegen der Steilhänge gibt es auch keine Straßen im Fyksesund. So ist ein Erkunden ausschließlich mit dem Boot von der Wasserseite aus möglich.











Einen Hafen im eigentlichen Sinne, gibt es im Fyksesund nicht. Jedoch befinden sich an seinem Ende zwei Steganlagen. Eine für die Fischer, die andere bietet maximal vier Gästebooten Platz zum Anlegen. Je nach Bootsgröße.

 

 Es ist noch nicht mal 13:00, als wir festgemacht am Steg von Botnen liegen. Zu unserer Überraschung gibt es hier dann sogar noch Strom. Für eine Übernachtung zahlt man hier 100 norwegische Kronen (10,- €) in bar, in die "Kasse des Vertrauens", die in einem Briefkasten untergebracht ist.

Danach machen wir uns auf den Weg, das Fjordtal auf dem Landweg ein wenig zu erkunden. Ein Eldorado für Wanderer und Bergsteiger. Viele ausgewiesene Wanderwegen laden zur Erkundung ein, doch soviel Zeit haben wir leider nicht.




An einem Wasserfall entdeckt Katrin dann diese Wasseramsel. Die Wasseramsel ist stark an Gewässer gebunden und der einzige Singvogel, der tauchen und schwimmen kann.

 



Zurück an Bord gibt es Mokka und Kuchen. Heute trotz Sonne unter Deck, denn Sonne hatten wir schon zuviel. Überhaupt gab der Tag wirklich alles, um zu begeistern. Höchsttemperatur 24°C.

Am Nachmittag kommt dann noch eine finnische Familie mit ihrem Zweimaster herein, denen wir in Ermangelung anderer Alternativen anbieten, an unserem Boot längsseits zu gehen.

Das fördert das Gemeinschaftsgefühl und so sitzen wir wenig später bei der Verkostung deutscher Braukunst auf der Ari zusammen und lassen uns ein wenig von deren Weltreise berichten, bis uns am frühen Abend der Hunger wieder auseinandertreibt. Was für ein Tag!

 

Morgen geht es, voraussichtlich bei Dauerregen, weiter den Hardangerfjord entlang.

 

Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig. Danke für das Interesse!

Katrin & Harald




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