Das Wetter ist das erste Mal seit Urlaubsbeginn über mehr als acht Stunden konstant. Das heißt, wir haben heute immer noch den schönen stabilen, fast böenfreien Wind - aber leider auch die hohe Welle.
Uns ist klar, dass wir auch heute nicht nach Kristiansand kommen. Bis dahin sind es noch knapp 90 Seemeilen und die schaffen wir nicht, da uns der Wind am Abend ausgeht. Außerdem sind wir beide ziemlich geschafft. Wir setzen uns Mandal als Tagesziel - gut 60 Seemeilen bei dieser Welle da draußen reichen völlig aus.
Wieder weckt uns der Handywecker pünktlich 6 Uhr, so dass wir schon 6:50 Uhr den Motor starten und den Hafen verlassen. Ari und Motor und Harry am Steuer haben ordentlich zu tun, um aus dem Sund heraus auf die freie See zu kommen. Kaum ist die Landabdeckung weg, schwappt uns die Welle mit 1,50 - 1,80 Meter von schräg vorn entgegen. Eine ganze Stunde müssen wir ab Hafen unter Motor fahren, dann stimmt der Winkel zum Wind und wir heißen die Segel. Beide Segel sind, wie schon am Vortag, gerefft - also nicht in voller Größe gesetzt. Wenn man sich erst wieder an das Geschaukel durch die hohe Welle gewöhnt hat ist das Segeln recht angenehm. Die Welle ist heute nicht ganz so chaotisch, kommt als lange Dünung aus zwei Richtungen (alte Dünungs-Welle aus Nordwest und und neue Windwelle aus West) und auch nicht mehr ganz so hoch wie am Vortag.
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| Da kommt eine der Wellen mit knapp 2 Metern Höhe angerollt .... |
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| ...quetscht sich unter Ari durch und schiebt sich weiter gen Küste. |
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| Jede zweite Regenwolke ist ein Treffer, wir wurden ordentlich durchgespült |
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| Für die Großen ist diese Wellenhöhe noch Spielzeug |
Später wechsle ich Harry wieder am Steuer ab und er darf sich unter Deck erholen. Auch mich erwischen noch diverse Regenschauer, jedes Mal begleitet von Böen bis 18 Knoten. Die schieben Ari als Halbwind (Wind von der Seite) dann mit gut 9 Knoten Geschwindigkeit durch Wasser, was einen Heidenspaß macht.
Gut sechs Seemeilen vor der Einfahrt nach Mandal ist das Regengebiet durch. Wir, hier draußen auf dem Wasser, haben schon schönsten Sonnenschein, aber an Land sieht es noch sehr regnerisch aus.
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| So das Wetter auf See - der Regen zeiht ab, die Sonne setzt sich durch ... |
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| ... an Land dagegen toben sich noch die letzten Regenwolken aus. |
Leider geht mit dem Regen auch der Wind - wie vorhergesagt. Unter der warmen Sonne ist es aber nicht mehr so schlimm, dass der Motor wieder helfen muss.
Zum Glück kommt das schöne Wetter "mit uns mit" und so laufen wir bei bestem Sommerwetter in Mandal ein. Der Hafen ist gut gefüllt, aber wir kommen noch gut in einer lauschigen Ecke am Gästesteg unter. Da der Wind dabei noch kräftig seitlich bläst, ist uns die Hilfe der zukünftigen Stegnachbarn aus Deutschland beim Anlegen sehr willkommen.
Nach fast genau 10 Stunden Fahrt haben wir 67,1 Seemeilen im Kielwasser und sind selig, in Mandal zu sein.
Als alles aufgeräumt und verstaut war, gönnten wir uns im Cockpit ein (geteiltes) Anlegerbier. Es war so schön, in kurzen Sachen im sommerlich warmen Cockpit zu sitzen, die Sonne zu genießen und zu wissen, das man am nächsten Tag nicht gleich wieder ablegen muss. Das Wetter gönnt uns eine Flautenpause und erspart uns durch seine bisherige Prognose, weiter bis nach Kristiansand zu müssen. Aber dazu später mehr - erstmal warten wir bis Dienstagfrüh ab, was am Ende von der jetzigen Prognose übrig bleibt.
Nach einer schnell gebastelten Pizza aus frischem Fertigteig fallen wir beide sehr früh in die Koje. Natürlich mit schlechtem Gewissen, denn es ist schönstes Abendwetter, die Sonne geht erst nach gegen halb elf unter und viele sitzen gemütlich im Hafen oder Cockpit und genießen das Ganze. Wir sind einfach zu müde und vertrösten uns auf den morgigen Tag, der ebenfalls Sonne satt im Gepäck hat.










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