Mittwoch, 08. Juni
Wie fast täglich, stehen wir um sieben Uhr auf und bereiten uns auf den anstehenden Törn vor. Heute wollen wir auch nicht zu spät los, denn für den Nachmittag ist kräftiger Regen vorhergesagt. Die anstehenden gut 30 Seemeilen möchten wir bis dahin gerne geschafft haben.
Wir begnügen uns mit einen kleinen Frühstück. Es ist vielleicht mehr ein Kaffee und ein Happen dazu, als ein Frühstück. Kurz vor dem Ablegen machen wir noch diesen beiden Fotos am Stand des winzigen Ortes Botnen.
Neben uns liegt das Boot der finnischen Familie, die gestern längsseits an Ari festgemacht hat. Eine Collin Archer Ketch mit 40 Fuss, also knapp über 12 Meter Länge. Da wir von ihnen noch nichts gehört haben, klopfe ich mal kurz an Deck an, denn um den Hafen verlassen zu können, müssen wir erst einmal Stück für Stück die Leinenverbindungen beider Boote lösen.
Gott sein Dank ist man schon wach und startbereit, da wir unsere heutige Abfahrt bereits gestern angekündigt hatten. Um 8:40 starte ich den Motor. Zusammen lösen wir das Leinenwirrwar auf und schon geht es vorsichtige zwischen Steg und Nachbarboot rückwärts.
Kaum sind wir losgefahren, kommen wir auch schon wieder am ersten Wasserfall vorbei und so kommen wir nicht umhin, doch noch ein paar Fotos zu machen. Ist schließlich eine andere Lichtstimmung als gestern.
Ansonsten schimpft noch unser Plotter mit uns, um darauf hinzuweisen, dass er keine GPS Daten empfängt. Kein Wunder in diesem schmalen und hohen Fjord. Da die Felswände unter Wasser grundsätzlich so steil weitergehen, wie über Wasser, können wir hier auch bedenkenlos ein Stück weit ohne Seekarte relativ dich an das Ufer heranfahren. Wenige Minuten später sind wieder GPS Daten verfügbar und das Signal des Plotters verstummt.
Was bleibt sind weitere rund fünf Kilometer auf denen sich Wasserfall an Wasserfall reiht.
Zunächst bleibt es trübe und es sieht nach Regen aus. Doch im Verlauf der nächsten Stunden reist der Himmel immer weiter auf und wir haben des öfteren auch Sonnenschein.
Unterwegs stellen wir dann noch durch Zufall fest, dass wir gerade die mit 893 Metern tiefste Stelle des Hardangerfjordes überfahren haben.
Die Hardangerbrua (deutsch Hardangerbrücke) ist eine Hängebrücke über den Eidfjord in Norwegen. Sie ist 1.380 m lang und damit eine der längsten Hängebrücken in der Welt. Fertiggestellt wurde die Brücke im August 2013.
Später begleitet uns noch für eine Weile ein Adler, der am Ufer des Eidfjord entlang fliegt. Zweimal macht er auf einem Baum Rast und fliegt erst weiter, als wir auf gleicher Höhe sind. So entsteht eine ganz brauchbare Filmsequenz, während ich tatsächlich alle Fotografien versemmelt habe. Lediglich die Tatsache, dass es sich um einen Adler handelt ist damit dokumentiert.
Nach sechs Stunden Fahrt zeigt sich uns dann dieses Bild vom Hafen Eidfjord. Genauer gesagt, liegt der Ort Eidfjord hinter diesem MSC Kreuzfahrtschiff. Dieses nimmt uns dann nicht nur die Sicht auf den Ort, sondern auch noch unseren Liegeplatz weg, da die Trossen, mit denen es an Land vertäut ist, quer über unseren Anleger verlaufen und wir wegen unseres Mastes nicht darunter hinwegfahren können.So suchen wir uns einen Ausweichliegeplatz parallel zum Fähranleger. Als das Kreuzfahrtschiff dann am Abend den Hafen verlässt, legen wir uns an den "Gästekai" um. Wir sind die einzige Yacht im Hafen.
Weil das Wetter schlechter werden soll, machen wir noch ein paar Schritte durch Eidfjord und gleichzeitig ein paar Schnappschüsse beim vermeintlich letzten Sonnenschein.
Schon immer wollte ich mal einem Troll die Nase langziehen. Wobei - im Augenblick hat er es nicht verdient, denn mit den letzten Urlaubstagen dürfen wir wirklich zufrieden sein.
Schön ist es hier ... (also der Teil ohne das Kreuzfahrtschiff)
Und wir sind jetzt hier (ganz rechts oben) ...
Für morgen hat Katrin uns schon ein Programm zusammengestellt.
Bleibt also weiterhin gespannt. Danke für´s lesen.
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| Katrin & Harald |




















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