Freitag, 3. Juni 2022

03. Juni 2022 Von HAUGESUND nach LEIRVIK

 Freitag, 03. Juni


Noch vor halbacht starten wir heute unsere Maschine. Zunächst scheint es ein Tag zu werden, der genauso wird, wie die Tage davor. Ich möchte es gar nicht mehr näher ausführen.


Mit langsamer Fahrt geht es im Haugesund zunächst vorbei an historischen Lager- und Werftgebäuden. Hier und da sehen wir dann noch einige Traditionsschiffe, die vor diese Gebäuden ihren Liegeplatz zu haben scheinen.



 

Ein Blick zurück nach und in den Haugesund, denn der Name steht sowohl für das Gewässer als auch für die Stadt, die weniger als 40.000 Einwohner zählt ...


Kurz vor der Brücke, links, haben wir bis eben gelegen.

 

Man fährt hier mit dem Boot wie auf Straßen, um die einzelnen Häuserblocks. Zweimal abgebogen, sieht es plötzlich wieder ganz übel vor uns aus.

Dichter Nebel und der Wind briest wieder ordentlich von Norden her auf. Wo wollen wir hin?   Nach Norden!   Zwischendurch immer wieder mal Regen.


Wenige Minuten später sieht es so aus, als würde die Sonne bald durch die Wolkendecke luken. Egal wie das Wetter wird, ich bin gewappnet ...




Dann kommen wir auf eine größere Freifläche, die sogenannte Sletta, ein Seegebiet, dass aufgrund seiner Unterwasserstruktur schon bei beginnendem Starkwind zu ungewöhnlichen Seehöhen neigt. Doch heute bleibt der Wind selbst in Böen bei maximal 4 Beaufort.

Katrin hatte sich hier allerdings vor fünf Jahren bei einem unglücklichen Sturz an Deck drei Rippen gebrochen. Bei der Überfahrt werden unangenehme Erinnerungen wach. 

Doch während wir noch dicht unter Land dunkle Wolken und starken Dunst haben, sieht es circa 7 Kilometer weiter westlich auf dem freien Wasser so aus ...


Rund 7 km entfernt: Ein Arbeitsschiff mit eigenem Bohrturm beim Auslaufen.



Währenddessen bietet sich uns in Landnähe dieser Anblick ...


Am Übergang von der Sletta zum Hardangerfjord sind wir dann etwa gegen 9:30, rund zwei Stunden nach dem Start. Dort steht dieses eher außergewöhnliche Seezeichen auf einer Untiefe. Der Umgebende Seeraum hat hier um die 300 Meter Tiefe; oft bis wenige Meter vor die Küste.


Gute Beobachter, werden den leichten türkisfarbenen Streifen auf dem Wasser des Horizonts entdeckt haben. Ein paar Minuten später sieht das Wasser so aus, als wir in den Harddangerfjord einfahren ...

 

... und zwar unter Segeln ...


Dieses Blau des Wassers kennen wir sonst unter anderem von den Alpenseen. Dort entsteht dieses leicht milchig wirkende türkisblau durch den Kalk, der aus den Kalkalpen ausgewaschen und über Bäche in die Seen eingetragen wird.

Hier in Norwegen haben wir überwiegend Granit und keinen Kalkstein. Wie die Farbe des Wassers hier entsteht, konnte ich auch über das www. auf die Schnelle nicht klären.



Wir haben heute viel Schiffsverkehr auf dem Fjord. Kreuzfahrtschiffe, Containerschiffe, Trawler, Fischerboote und nicht zuletzt Fähren. Eine passiert gerade dicht hinter uns.





Ist es die Freude über die neue Norwegermütze oder darüber, fast am Ziel zu sein?




Dieser eher winzige Trawler hatte uns heute eine ganze Weile beschäftigt. Er zieht ein Schleppnetz in einem Abstand von 400 Metern hinter sich her. Das Gute: Sowohl Trawler, als auch Schleppnetz verfügen über ein separates AIS-Signal, so dass andere Schiffe genau erkennen, wie und wo sich dieses "Gespann" durch den Fjord bewegt. Das weniger Gute: Er fährt, wie alle Fischer so fahren "kreuz und quer" immer den Fischschwärmen hinterher. 

Ihn mit einem Boot unter Segeln zu überholen, ist schon eine Herausforderung. Nicht wegen der Geschwindigkeit, denn er macht nur 2,5 - 3 Knoten Fahrt - wir, trotz einem Knoten Gegenstrom, das zwei- bis zweieinhalbfache. Aber wir müssen schon taktieren, wie wir bei dem vorhandenen AmWind (also schräng von vorne) überhaupt den Fjord stromaufwärts segeln können, denn es geht ja nicht geradeaus. Schwierig ist es dann jemandem auszuweichen, dessen Kurs man nicht voraussehen kann. Irgendwie hat es dann geklappt und ich glaube, er hatte mit seiner Kurswahl auch ein wenig Rücksicht auf uns genommen.


Kurz vor Leirvik, in Sørøy, liegt diese Werft. Hier sehen wir die Arbeitsschiffe, die Elektrokabel auf dem Meeresgrund verlegen können samt einiger Trommeln, der Spezialkabel. Hier werden Ölbohrplattformen, aber auch Schiffe und vermutlich noch viel, viel mehr gebaut. Ein paar Eindrücke ...


Das wird mal eine Ölbohrplattform.


Unterwasserkabel auf der Trommel. Leider fehlt hier der Größenvergleich. Nennen wir sie: Gigantisch.


Hier wird ein neues Arbeitsschiff gebaut. Vorne, links, am Bug, eine Hubschrauber-Landeplattform.


Ansteuerung des Hafens von Leirvik





Unser heutiger Liegeplatz


Ich neige ja nicht zu Übertreibungen, aber das hat schon ein wenig die Farben der Karibik - oder?







Man wohnt nicht schlecht - hier in Leirvik ...








Wir befinden uns jetzt hier ...

Der Hardangerfjord ist rund 190 Kilometer lang und mißt an der tiefsten Stelle 893 Meter. In den nächsten Tagen möchten wir einen Großteil seiner Seitenarme erkunden und dabei bis an seine Enden segeln oder zumindest unter Motor fahren.

Wir freuen uns, wenn ihr uns auch weiterhin dabei begleitet.

Katrin & Harald







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