Montag, 6. Juni 2022

06. Juni 2022 Von ROSENDAL nach NORHEIMSUND

 Pfingstmontag, 06. Juni


Wir haben richtig schönes Wetter. Als wir kurz nach halbneun den Steg des Fjordhotells verlassen, ist keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Gut, wir haben noch sportliche 11°C, aber im Laufe des Tages sollen es am Ziel 24°C werden. Ich wusste gar nicht, dass es in Norwegen überhaupt so warm werden kann. 😂

Der trainierte Blick verrät jedem Segler sofort: " ... aber Wind habt ihr nicht gehabt ... !"  Richtig, es wird eine reine Motorfahrt - na ja, fast eine reine Motorfahrt.

 

Und das ist der Kartenausschnitt für unseren heutigen Törn von Rosendal nach Norheimsund.

Unser Kurs ist heute überwiegend Nord und wir überschreiten das erste mal in diesem Jahr den 60. Breitengrad auf dem auch beispielsweise Bergen, Stockholm, Helsinki oder St. Petersburg liegen.

Unterwegs treffen wir auf diesen Stahlskelettbau.

Hier handelt es sich um einen Turm, an welchem die Besatzungen von Seefahrtschiffen, das Abwurfprocedere ihrer Freifall-Rettungsboote trainieren. Die Firma Norsafe, der diese Anlage hier gehört, stellt solche Boote her. Die oberste, schräge, Freifallrampe am Turm dürfte so ca. 20 Meter Höhe haben.


Je weiter wir im Hardangerfjord nach Norden kommen, um so mehr schneebedeckte Berge sehen wir. Die meisten liegen bei knapp über 1.000 Metern und sind damit nicht höher als die Berge an denen wir schon seit Tagen vorbeifahren. Vermutlich hat es mehr mit dem Klima im Landesinneren zu tun.

Heute morgen hatten wir nur eine Art Nussplunder zum Kaffee. Zeit für ein zweites Frühstück ...

Vorübergehend sinkt unsere Fahrt unter Motor dann auf unter 4 Knoten ab, als wir zeitweilig über 2 Knoten Gegenstrom flußabwärts haben. Unerklärlich ist uns, warum sich der Tidenhub, der hier noch rund 50 cm beträgt, und uns am Vormittag unterstützen müsste, nicht bemerkbar macht. Hochwasser ist um 16:50. Ab 10:50 hätte uns also das auflaufende Wasser unterstützen müssen!?

Konzentrieren wir uns auf die schönen Dinge ...


Und dann ist an diesem Flautentag ein leichtes "Lüftchen" zu spühren. Ein Blick auf den Windmesser verrät: 5 Knoten Wind (2 Bft) aus westlicher Richtung, in Böen 7 Knoten. Bei annähernd "Halbem Wind" (also von der Seite) segelbar. Schnell die Segel gesetzt und die Maschine ausgeschaltet. Anfänglich machen wir bei jetzt nur noch 1 Knoten Gegenstrom bis zu 5 Knoten Fahrt.

Ideale Bedingungen um endlich mal die Drohne während des Segels steigen zu lassen.


Wir produzieren zwei oder drei Minuten Rohmaterial, als der Wind nach ungefähr 10 Minuten wieder einschläft. Die Kamera der Drohne läuft noch, als die Genua bereits mangels Winds einfällt ...

... immerhin ...


Nordwärts, nordwärts, bis Norheimsund (das sich am Ende der ersten Silbe ohne "d" schreibt).

Sommergrüne Wiesen und schneebedeckte Berggipfel und Gletscher ...


Immer wieder treffen wir unterwegs auf gut restaurierte Traditionsschiffe.

... und kaum ein Bergmassiv, aus dem nicht wenigstens ein Wasserfall entspringt.

Urige Natur wohin das Auge blickt.


Und dann, bei unserer vierten Schweinswal-Begegnung in diesem Urlaub, gibt es auch Mal ein Foto. Nicht fotopreisverdächtig aber klar erkennbar ...




Nach knapp fünfeinhalb Stunden und 30 Seemeilen (> 55 km) im Kielwasser, liegen wir festgemacht in Norheimsund, mit einem grandiosen Blick auf die schneebedeckten Gipfel.

Der Gäste-Yachthafen mit seinen eigenwilligen, aber praktischen, Längsanlegern ...


Hier sehen wir dann auch das Wasserflugzeug von vorhin wieder.

Blick über die Bucht von Norheimsund.


Aber wir haben heute noch Programm. Zunächst wird schnell noch die Kühlbox ausgeräumt, abgetaut und wieder neu bestückt. Das ist so alle drei Wochen notwendig, weil ansonsten das Kühlmodul komplett zufriert, so dass es vor lauter Eis nicht mehr kühlen kann.

Am späteren Nachmittag möchten wir uns dann noch schnell einen Wasserfall anschauen. Der sogenannte Steinsdalsfossen liegt nur etwa 3 km entfernt und ist gut zu Fuß erreichbar. Genau das Richtige, wenn man vorher ohne viel Bewegung einen halben Tag mit dem Segelboot unterwegs war.

Im Ort kommen wir dann an einer Tankstelle vorbei. Ist jemand von Euch mit den deutschen Kraftstoffpreisen unzufrieden?

Dann schaut Euch mal norwegische Preise an. Geteilt durch 10 habt Ihr fast centgenau in Euro umgerechnet ...

 

Keine 500 Meter vom Hafen entfernt, ist man schon am Ortsrand von Norheimsund. Dort befindet sich ein idyllisch gelegener See. Als ich dieses Foto mache entdecken wir im Hintergrund links bereits unser Ziel ...


Die gesamte Attraktion ist übrigens kostenlos zu besichtigen.











 

Morgen geht es nur kurz um die Ecke in den Fyksesund.

Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.

Katrin & Harald




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