Montag, 30. August
Willkommen in Lickershamn. In der Nacht haben wir unruhig gelegen. Besser gesagt, Ari hat unruhig gelegen und Katrin deswegen schlecht geschlafen. Die Dünung vom gestrigen Nordwind schwappt um die Kaianlagen herum und in den Hafen hinein. Ari liegt dort als einziges Gastboot und rollt in der kleinen Welle.
Das Rollen widerum führt dazu, das die Festmacher zeitweise knarren und manchmal ruckt das Boot, wenn sie bis zum Anschlag gedehnt wurden. Ich selbst war körperlich so erledigt, dass ich gar nichts mehr mitbekommen, dafür aber umso besser geschlafen, habe. Das Ergebnis sieht am nächsten Morgen beim Frühstück so aus ...
Aber - wir frühstücken draußen. Das heißt, der Regen hat aufgehört! Uns erwartet ein nebeliger Start in den Tag, aber die Kraft der Sonne wärmt bereits.
Noch braucht man etwas Fantasie um sich vorzustellen, dass dies ein richtig schöner Tag werden wird - doch, er wird es werden.
Alles ist noch in einen weißen Schleier verpackt.
Wir machen uns auf den Ort und die für Gotland bekannten Raukar zu erkunden. Raukar (Einzahl: Rauk) nennt man die Kalksteinsäulen an Gotlands Stränden und in Küstennähe.
Wikipedia schreibt hierzu: Vor rund 500 Millionen Jahren befand sich Baltica, der Kontinent, auf dem auch Gotland lag, noch auf der Südhalbkugel und schob sich langsam nach Norden. Das wechselnde Klima der unterschiedlichen Breitengrade lässt sich noch heute in den Sedimenten nachweisen. So bildete sich in dem Gebiet von Gotland und Öland, das sich inzwischen am Äquator befand, ein großes Korallenriff aus großen Ansammlungen von Schwämmen und Korallen. Die bizarren Formen entstanden nach der letzten Eiszeit durch Erosion und Auswaschungen des unterschiedlich harten Kalk- und Mergelgesteins im Küstenbereich. Ein weiterer Faktor ist die chemische Verwitterung, die durch das natürliche Vorkommen von Kohlensäure im Regenwasser verursacht wird. Wegen der nacheiszeitlichen und bis in die Gegenwart anhaltenden Hebung der Inseln liegen einige Raukar (z. B. bei Lickershamn) heute sogar küstenfern. Außerdem findet man sowohl in den Rauken selbst, als auch im Umland viele Fossilien, die noch sehr gut erhalten sind. Es sind die Überbleibsel eines einst großen tropischen Meeres.
Und die schauen wir uns jetzt an. Auf dem Weg dorthin geht es heute durch einen "Nebelwald". Der Wanderweg führt wenige ´zig Meter oberhalb der Uferlinie entlang.
Schon auf dem Weg verwöhnt uns die Natur mit ihrer Pracht. Spinnennetze - in denen sich die nächtliche Feuchtigkeit zu Tropfen angesammelt hat.
Im Hintergrund bereits zu erahnen: Die „Jungfrun“ am Strand von Lickershamn an der Westküste Gotlands, ist mit 27 Metern Gotlands höchster Rauk.
Bei diesem, in noch leichten Nebel gehüllten Blick auf die Küste, kommen die verkleinerten Fotos dieses Post an ihre Grenzen. Mit viel Fantasie kann man sich vielleicht ausmalen, was wir hier heute gesehen haben.
Wir stehen hier geschätzt 60 bis 80 Meter oberhalb des Strandes.
Die Dünung des gestrigen Starkwindes ist noch immer zu sehen.

































super tolle Bilder!! ich glaube ich muss da mal wieder Platz machen auf den Wänden.... ;) ein vergnügen zuzusehen 👍
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