Donnerstag, 26. August 2021

26.08.2021 UTHAMN auf STORÖN

 Donnerstag, 26. August


Gestern Abend hatten wir gegen 19:00 noch Besuch. Ein RIB (Rigid-Inflatable-Boat, frei übersetzt: Schlauchboot mit Festrumpf), der Schwedischen Küstenwache legte besetzt mit fünf Offiziellen neben uns an. Zunächst wird nur telefoniert oder gefunkt - vermutlich, um die Bootsdaten auf unserem Heck kurz duch den Computer des irgendwo im tieferen Wasser wartenden Mutterschiffs zu senden. Dann sehe ich vom Salon aus ein Handzeichen - man wünscht den Kontakt mit uns. Ich ziehe mir Schuhe an und steige die fünf Stufen hoch ins Cockpit.

Wieder stehen zwei eher junge "Beamte", ein Mann und eine Frau, vor uns auf dem Deck des RIB und ich auf der Sitzfläche unseres Cockpits. Dahinter ein Mann mittleren Alters und am Innensteuerstand zwei weitere Personen. Schwarz gekleidet - darüber entweder eine Art schußsichere Weste oder aber eine schwarze Rettungsweste - das lässt sich so genau nicht erkennen.


Es folgt das übliche Prozedere:

Swedish or english (bezieht sich auf: In welcher Sprache wollen wir uns unterhalten)? 

Man stellt sich als  Swedish Coastguard  vor.

Wieviele Personen sind an Bord?

Woher kommen wir (im Sinne von - wo waren wir zuletzt)?

Wo wollen wir hin?

Ich antworte recht ausführlich und immer nach der Maßgabe - wir haben nix zu verbergen.

Nach jeder Antwort von mir, schaut der Jüngere seinen älteren Kollegen an. Der bleibt ganz cool im Hintergrund und kneift nur zustimmend die Augen zu.

Nach nicht viel mehr als einer Minute Gespräch ist die Kontrolle auch schon erledigt und man wünscht uns eine gute Weiterreise. Das Ganze sah mir überwiegend nach einem Ausbildungsszenario aus, wie wir es nicht das erste mal erleben, und an irgendwem müssen die Neuen ja trainieren. Bisher immer ausgesprochen freundlich und nie hatten wir den Eindruck, das man versucht, uns als Bootstouristen ersthaft zu kontrollieren. Auch Corona wurde zu meiner Überraschung nicht thematisiert.


Die Nacht war nicht nur ruhiger als erwartet - sie war ruhig und trocken, so dass sogar das Luk in der Bugkajüte offenstehen konnte.


Das Tiefdruckgebiet ist da!  Nach dem Frühstück lukt noch einmal die Sonne hier und da zwischen den Wolken hervor. Der Nordostwind, der hier um Felsen und Wald in die Bucht hineindrehen muss, ist noch schwach. Erst gegen 11:00 soll es laut Wetterbericht mit Starkwind und Sturmböen losgehen.

Wir nutzen die Zeit und machen noch eine ganz kleine Runde zu Fuß bis zum Aussichtspunkt direkt über Ari.

Alle anderen Segler haben gestern bzw. heute morgen die Bucht verlassen. Automatisch stellt man sich die Frage: "Haben wir etwas übersehen?" - "Warum sind wir die Einzigen hier?"   Wir werden keine Antwort erhalten aber feststellen, dass wir von den immer wiederkehrenden Regenschauern wesentlich mehr mitbekommen, als von Starkwind oder gar Sturmböen. Entweder liegen wir hier noch geschützter als gedacht, oder das Tief hat nicht die angesagte Stärke. Das Barometer ist im Verlauf des Vormittags sogar um 4 hPa gestiegen. So darf es die Nacht über bleiben und morgen hätten wir, bitteschön, gerne Sonne! 🌞

Dieser Wunsch wird zwar sicher nicht in Erfüllung gehen, aber wenn sich das Wetter bereits zum Wochenende bessern sollte, wären wir schon zufrieden.


Sollte sich heute noch etwas Nennenswertes ergeben, so werde ich in diesen Post natürlich darüber berichten und den heutigen Tag ergänzen.








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