Sonntag, 08. August
Um sieben Uhr stehe ich auf und dusche erst einmal ausgiebig an Bord. Ich habe es heute nicht eilig, da mein Törnziel nur rund 18 Seemeilen entfernt liegt, es am Morgen noch regnet und der Wind mit angesagten 7 Knoten auch erst ab circa zehn Uhr einsetzen soll.
In einer Regenpause fülle ich den Wassertank im Bug auf und bringe die Liegeplatzmarke zum Hafenmeisterbüro zurück und gönne mir dann mein Frühstück. Mit Abwasch, Logbuch und den sonstigen Vorbereitungen bin ich dann etwa gegen zehn Uhr fertig, doch als ich gerade alles zum Ablegen fertig mache, kommen plötzlich ein paar Böen mit 14 Knoten in den Hafen. Da warte ich lieber ein paar Minuten. Nach fünf bis zehn Minuten ist der Spuk erledigt. 10:15 Motor an!
Ich trage heute meine Wettersachen, denn es wird voraussichtlich noch längere Zeit regnen. Die ersten Tropfen fallen dann auch schon, als ich eine halbe Seemeile weiter gerade dabei bin, mein Großsegel zu setzen. Hier im Windschatten der vorgelagerten Inseln habe ich nur vier Knoten Wind; eigentlich zu wenig. Aber, als wäre dies eine Art Startsignal gewesen, machen es mir alle anderen Segler, die parallel oder kurz nach mir den Hafen verlassen haben, nach. Unter anderem dieser schöne Schärenkreuzer unter deutscher Flagge.
Im Hintergrund liegt das Industriegebiet von Nynäshamn.
Als ich eine Viertelstunde später den Schutz der Inseln verlassen habe, bleibt der Wind mit sechs Knoten verhalten. Trotz der angesagten Böen von 20 Knoten (5 Bft.) setzen ich dann doch noch zusätzlich die Genua, zunächst noch gerefft. Immer wieder regnet es in ergiebigen Mengen, doch bei 19° Außentemperatur ist das nicht besonders unangenehm. Als der Wind dann zeitweise auf zwei Beaufort abfällt, entscheide ich mich, volle Segel zu setzen, um mein Ziel, eine größere Bucht auf ORNÖ, nicht zu spät zu erreichen, denn am frühen Abend soll es aufbrisen und gegen 20:00 sollen Böen bis 6 Beaufort möglich sein. Bis dahin muss der Anker sitzen.
Der Törn verläuft unspektakulär und gegen halbdrei bin ich schon dabei, den Anker in den Grund einzufahren. Es hat fast die gesamte Zeit geregnet und das tut es immer noch. Ich ziehe mich oben am Niedergang aus und lasse die Segelkleidung und die Rettungsweste zunächst einmal unter der Sprayhood abtropfen. Das Logbuch musste ich nach jedem Eintrag, trotz aller Vorsicht, erst einmal mit einem Papiertaschentuch abwischen. Gut, dass ich einen wasserfesten Stift zum Schreiben benutze. So ist hinterher zwar das Papier ein wenig wellig, aber alles noch gut zu lesen. So soll es sein.
Welchen Ankergrund ich hier habe, weiß ich noch nicht. Beim schwoien hörte es sich unter Deck so an, als würde die Ankerkette hier und da über Steine schleifen. Wäre nur schön zu wissen, worauf diese Steine liegen. Heute Abend muss alles halten, denn ich erwarte kräftige Böen, auch wenn hier in der halbwegs geschützten Bucht sicherlich keine sechs Beaufort hineinblasen. Nach einer Stunde sollen die Böen dann um eine Windstärke abnehmen bis gegen Mitternacht nur noch der Grundwind von drei Beaufort übrig bleibt. Erst morgen früh soll es dann wieder auffrischen, doch dann will ich ja auch weiter.
Ein paar Impressionen von meinem heutigen Ankerplatz …
Und dann kam doch noch kurz die Sonne raus ...
In dieser Bucht habe ich mal ausnahmsweise keine besonders gute Datenanbindung. Daher soll´s das für heute gewesen sein. Morgen fahre ich wahrscheinlich noch einmal die gleiche Strecke und ankere dann vermutlich in STÖRON.








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