Freitag, 13. August
Freitag, der dreizehnte und Harry ist vollauf zufrieden. Obwohl ich noch bis in die Nacht auf Fototour war, fühle ich mich putzmunter. Als ich kurz vor neun den Niedergang hoch ins Cockpit steige, sehe ich den ersten Schweden neben mir ablegen. Platz Nr. 3 ist damit schon einmal frei. Ich selbst muss mich ja heute noch von Platz 2 auf Platz 4 umlegen, weil wir einen Tag nachgebucht hatten, aber nicht den selben Liegeplatz bekommen konnten.
Das Segelboot neben mir ist gerade raus gefahren, da startet die Yacht auf Platz 4 ebenfalls den Motor. Mein neuer Platz wird frei! Ich beginne mit den Ablegevorbereitungen. Landstromverbindung ausstecken, Festmacher, Motor an und nach wenigen Minuten liege ich schon wieder festgemacht auf dem neuen Liegeplatz 4, den wir für zwei Tage gebucht haben.
Die Hafenmanöver sind jetzt eine wahre Freude. Was ich dem neuen Drehflügelpropeller schon einmal attestieren kann ist, das man beim Rückwärtsfahren überhaupt keinen Radeffekt mehr spührt. Ich lenke das Steuerruder in die Richtung, wo ich hin will und Ari fährt rückwärts genau dort hin. Weil ich auch so gut wie keinen Wind hatte, war das, ohne störende Nebeneinflüsse, sehr schön zu beobachten.
In Vorbereitung auf die fünf Wochen mit Katrin entscheide ich, die Kühlbox noch einmal abzutauen, da sie abgesehen von den Getränken, ohnehin fast leer ist. Weil sich bisher wenig Eis an den Kühlrippen gebildet hat, kann ich das dieses Mal mit dem Fön erledigen.
Und dann war da noch die Anzeige für den Dieseltank, die obwohl rechnerisch bereits fast die Hälfte verbraucht ist, immer noch voll anzeigt. Entweder hat sich der Schwimmer im Dieseltank irgendwie verkantet und schwimmt nicht mehr, oder es ist ein Elektrikproblem. Da ich den Schwimmer im Tank nicht kontrollieren kann, schaue ich mal nach den elektrischen Anschlüssen der Tankanzeige im Steuerstand. Dazu muss kurz das Steuerrad demontiert werden, dann mit sechs Schrauben das untere Instrumentenpanel gelöst und ... - ... da hängt ein schwarzer Draht mit Autostecker in der Luft. Hinten an der Tankanzeige ist noch ein Pol unbelegt. Einfach mal den Schwarzen draufstecken? So etwas kann natürlich auch schief gehen - Aber nicht an einem Freitag den dreizehnten! Und siehe da, Tankanzeige zeigt wieder etwas an und das ist nicht VOLL und damit gut.
Nach sovielen gelungenen Taten gibt es gegen halbzwölf erst einmal Frühstück. Draußen sind 20° C und noch scheint am bewölkten Himmel immer wieder mal die Sonne ... - ... ich gehe erneut auf Fototour. Insgesamt schieße ich in den folgenden vier Stunden gut 190 Fotos und mache etliche Filmaufnahmen. Eine Fotoauswahl zu treffen fiel mir nicht leicht Hier kommt sie ...
![]() |
| Unser Liegeplatz im Hafen WASAHAMN |
![]() |
| Links: Schwedens erster Eisbrecher (in Deutschland Anfang 1900 gebaut) |
![]() |
| Ein sogenanntes Feuerschiff (im Sinne eines Leuchtfeuers, das es früher zur Orientierung erzeugt hat) |
![]() |
| Im Hintergrund - einer der beiden Stadthäfen von Stockholm |
![]() |
| Das Nordische Museum |
Im Bereich der Stadthäfen gibt es unzählige Restaurants, Cafés und Bars direkt am Pier.
![]() |
Es ist üblich, in Schweden am Eingang zu warten, bis einem ein Sitzplatz zugewiesen wird. Doch jetzt, am Mittag, ist noch nicht viel los. Die Hauptbetriebszeit liegt in den Abendstunden.
![]() |
| Links: Das Dramatische Theater |
Schwedische Parkanlagen, so wie ich sie kenne ...
![]() |
| Der Königliche Palast |
Wir kommen in die Altstadt - auf schwedisch: Gamla Stan
![]() |
| Die engste Gasse Stockholms |
Und dann komme ich zufällig an diesem Laden vorbei. Viermal hatte ich in Nynäshamn versucht, kurzfristig einen Friseurtermin zu bekommen. Keine Chance - bis zu zwei Wochen Wartezeit. Als ich durch die Schaufensterscheibe in den Laden schaue, lächelt mich einer der vielen arabisch aussehenden Männer an. Geh´ste mal rein, denke ich spontan.
Ja, kein Problem, ich soll mich gleich hinsetzen - auf ein Schmuckstück von einem Babiersessel. Ich habe das Gefühl zu tronen. Schon steht der Chef hinter mir und fragt, wie ich den Schnitt gerne hätte. Ich stehe noch einmal kurz auf - schaue mir einen seiner Mitarbeiter an, und sage: "Like this" und haue zu seinem Mitarbeiter noch den Spruch raus: "Nice Guy!" und zeige den Daumen hoch. Der lächelt scheinbar stolz - doch ich denke mir später - uuh, Araber "Nice Guy", das hätte auch in die Hose gehen können. Aber man sieht es mir nach offensichtlich nach, denn man hat mich nicht enthauptet.
![]() |
| Vor dem Haarschnitt |
Das ganze war auf jeden Fall ein Erlebnis, zumal der Haarschnitt in den einzelnen Kulturen ja unterschiedlich abläuft. Wäre dieser Salon in Berlin - ich würde wieder hingehen.
Meine Runde führt mich erneut vorbei am Königlichen Palast.
![]() |
| Das Nationalmuseum |
Das war nur ein ganz kleiner Teil meiner heutigen Aufnahmen. Ich hoffe, es hat Euch gefallen.
Es ist schon wieder 19.00 durch, und Katrin landet in einer Stunde in Stockholm Arlanda. Gegen 21.00 hole ich sie dann am Busbahnhof (Cityterminalen) ab. Daher komme ich hier zum Ende.
Bleibt mir gewogen und weiter neugierig. Danke für das Anschauen und Lesen.









































Super schöne Fotos !! Die beiden von den schmalen Gassen sind unsere Favoriten. Wir grüßen ganz herzlich aus Ulm , Gerd und Christine
AntwortenLöschenSchöne Zeit jetzt Euch beiden !! Passendes Wind und viele weitere tolle Motive zum Photografieren ;))
AntwortenLöschen