Dienstag, 13. Juni
Ich liege vor Anker. Die Nacht war angenehm, denn Ari wiegte sich in den kleinen Wellen, die aus südlichen Richtungen in die Bucht liefen. In der Koje im Bug fühlte es sich zeitweise an, wie auf einem Wasserbett.
Ich mache mir einen Kaffee und setze mich hinaus ins Cockpit. Es ist gerade am halbneun und die Sonne brennt. Nach wenigen Minuten gehe ich wieder unter Deck. Ich möchte mir keinen Sonnenbrand holen, denn heute werde ich noch den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein auf dem Wasser unterwegs sein.
Eigentlich würde ich gerne noch einen Tag hier bleiben. Der Wettervorhersage nach, ist heute jedoch der letzte Tag mit etwas Wind aus südlichen Richtungen. Diesen Wind möchte ich unbedingt nutzen, um noch rund 40 Seemeilen nördlicher zu kommen. In den nächsten zwei bis drei Tagen haben wir in der Region fast Flaute. Dann möchte ich bereits irgendwo sein, wo man bei dem herrlichen Wetter etwas Wandern kann und wandern kann man in Uthamn auf Storön, meinem heutigen Ziel.
Ich schieße ein paar letzte Fotos von meiner Ankerbucht. Keines wird dieser fantastischen Umgebung gerecht. Kein Wunder, das Ufer ist weit entfernt und ich knipse sozusagen aus der Froschperspektive. Wer diese Bucht aus der Luft sehen möchte kann das über den folgenden Link tun: Järflotta, Törn 2021
Unter Motor geht es zunächst noch nach Süden um die Halbinsel herum. Nach gut einer Stunde und 6 sm Fahrt, setze ich die Segel.
Auf Höhe Nynäshamn kommt sie mir dann entgegen, die Tre Kronor. Die schwedische Brigg Tre Kronor ("Drei Kronen") ist ein erst 2005 fertig gestellter Nachbau eines Ostsee-Handelsschiffs aus dem 19. Jahrhundert. Link: Tre Kronor - Details
Tatsächlich habe ich dieses Schiff jedes Mal gesehen, wenn ich in dieser Gegend war. Ein fast unglaublicher Zufall.
Bei leichtem, ja fast zu wenig Wind, geht es für mich weiter Richtung Nordosten.
Auf dieser Schäre steht (vermutlich) ein Seefahrer-Denkmal. Ich konnte im www leider keine Details finden.
Immer wieder wird die Segelstellung meinem Kurs abgepasst. Da ich kreuz und quer zwischen diversen Schären entlang segle, ändert sich der Kurs alle paar Seemeilen (Siehe auch Seekarte mit dem heutigen Track - ganz unten).
Hier ist es mal wieder ein "VorWindKurs" im Schmetterling (ein Segel links, ein Segel rechts). Für die Segler unter den Lesern: Die Windrichtung ist heute über längere Zeiträume so konstant, dass ich sogar den Autopiloten diesen Kurs steuern lassen kann.
![]() |
| Dalarö Fortress (siehe auch Karte ganz unten) |
Direkt an meiner Route liegt diese Festung. Diese Festungsanlage hatte 1656 von Karl X. Gustav von Schweden errichten lassen. Vermutlich zum Schutz gegen die "bösen Dänen", die hier zu dieser Zeit alles eroberten bzw. besetzt hielten.
Zum nachmittäglichen Kaffee gibt es heute schwedischen Käsekuchen. Der Fairness halber muss ich ergänzen: Haltbarer Käsekuchen aus der Kühlung. Fazit: Nicht ungeniesbar, aber sicher kein Genuss.
Viel zu tun habe ich trotz einiger Segelwechsel nicht. Das ist gut und sehr entspannend. Überhaupt trägt dieser Segeltag bei mir sehr zum allgemeinen Wohlbefinden bei.
Immer wieder Anwesen (vermutlich Wochenendhäuser), um die man ihre Besitzer beneiden darf.
Die Landschaft gibt ebenfalls ihr Bestes. Einige dieser Granitfelsen sind schon wirklich imposant.
Gegen halbacht liege ich dann an dem Holzsteg des Naturhafens UTHAMN auf Storön. Hier gibt es weder Strom noch Wasser. Alles ist weitgehend naturbelassen. Dafür verfügt der Holzsteg über einen Pavillon mit Sitzgelegenheiten, eine Faßsauna, Grill und moderne Plumsklos mit einer unvergleichlichen Aussicht (sofern man die Tür nicht schließt).
Themawechsel: Vor lauter Begeisterung über den Verlauf des Tages, hatte ich völlig das Essen vergessen. Abgesehen von dem "Schwedischen Käsekuchen" 😏
Da darf das Abendbrot dann etwas üppiger ausfallen. Zufällig hatte ich noch alle Zutaten für einen Hamburger in der Kühlbox. Schnell gebraten und noch schneller verputzt.
Bevor ich dann satt und zufrieden in die Koje falle ...
... mache ich noch ein letztes Foto mit abendlicher Stimmung ...
Karte oben: Das ist meine heutige Bucht und die Kringel im gelben Track (roter Kreis) sind der Zeitpunkt, zu dem ich vor dem Einlaufen die Fender und Festmacher vorbereitet habe, während Ari vor sich hintrieb.
Ich bleibe voraussichtlich für zwei Tage hier und freue mich bereits auf meine Landgänge. Ich bin gespannt, was ich hier so vor die Linse bekomme.
Bleibt mir gewogen und weiterhin neugierig.
![]() |
| Euer Harry |


















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen