Montag, 12. Juni 2023

12. Juni 2023, Von Nyköping nach Järflotta (Bucht südlich Nynäshamn)

 Montag, 12. Juni


Heute beginnen für mich gut drei Wochen Einhand-Törn. Sie beginnen gemächlich. Der richtige Wind wird sich erst gegen 14:00 Uhr einstellen und so habe ich am Morgen genügend Zeit, alles vorzubereiten.

Gegen 10:30 starte ich den Diesel und lege vom Kai des Stadthafens in Nyköping ab. Noch im Hafen werden die Festmacher (-leinen) und Fender verstaut, denn jetzt geht es erst einmal eine dreiviertel Stunde durch sehr enge und flache Fahrwasser. Vor kurzem erst, soll sich hier ein deutsches Segelboot im Flachwasser festgefahren haben. Das muss ich nicht nachmachen, also ist Konzentration gefragt.


Kurz nach der Hafenausfahrt kommt man an diesem Service-Gebäude des Hafens vorbei. Einen Hafenmeister sucht man hier genauso vergebens, wie Bezahlmöglichkeiten für den Liegeplatz. Damit fehlt dann natürlich auch der Türcode zum Servicegebäude, womit Toiletten, Duschen und die Laundry (ein Raum mit Waschmaschinen und Trocknern) entfallen. Toiletten und Duschen haben wir an Bord, aber die Wäscherei hätten wir schon gerne in Anspruch genommen. 

Das Gute daran: Gibt es keine Bezahlmöglichkeiten, kann man auch kein Liegegeld entrichten und so verbrachten wir drei kostenlose Tage hier im Hafen.


Wie bei einer Start- und Landebahn am Flughafen reihen sich hier über rund 3,5 sm die roten und grünen Spieren der Fahrwasserbetonnung auf. Wenige Meter daneben stehen die Möwen nur knöcheltief im Wasser.


Der "Engpass" ist überwunden und ich befinde mich an der Küste. Nur noch wenige Seemeilen, dann kann ich auf einen segelbaren Kurs gehen, sofern es bis dahin selgelbaren Wind gibt, denn noch haucht er mit nur rund 4 kn (2 Bft) aus Südost. Wo möchte ich im Augenblick hin? Nach Südost!


Wenige Seemeilen vor der Küste liegen drei Frachtschiffe auf Reede (vor Anker) und warten darauf (vermutlich) in den nahegelegenen Hafen von Oxelösund einlaufen zu dürfen. Hier setzt gerade ein Lotsenboot (links vor dem Frachter) einen Lotsen am Frachtschiff ab. Der Lotse ist sozusagen Berater des Kapitäns, wenn es um die Zufahrtswege zum oder vom Hafen geht.


Ich habe bereits Kurs auf mein heutiges Tagesziel Nynäsham genommen. Ich kann nun AmWind segeln (d.h. mit Wind von schräg vorne). Statt der angesagten 8 kn Wind sind es durchschnittlich nur 4,5 kn und so bin ich im Augenblick mit sagenhaften 3,2 kn (rund 6 km/h) Geschwindigkeit unterwegs, aber ich kann segeln!

Zwischendurch gibt es Windspitzen mit gerade so 3 Bft und ich segle über eine halbe Stunde hinweg meist einen halben Knoten schneller als der Wind bläst. Zumindest sagen das meine Instrumente.


Der Leuchtturm im Süden der kleinen Insel Öja, gut 5 sm vor meinem heutigen Tagesziel. Hier entscheide ich mich, nicht in den Hafen der Stadt Nynäshamn zu fahren, sondern rund 4 sm südlich in einer Bucht zu ankern, denn der Wind fällt deutlich schwächer aus, als prognostiziert und die See (Welle) ist deutlich niedriger.

So werden mich 3 Bft Wind und rund 20 cm Welle heute Nacht ruhig in den Schlaf wiegen - hoffentlich. Vorhergesagt waren Böen mit 4 Bft und 40 cm Welle. Das wäre mir beim Ankern in sandigem Boden (wir waren hier schön öfter) vermutlich zu heikel gewesen.


Kurz vor  22:00 Uhr versinkt die Sonne hier hinter den Baumwipfeln. Sonnenuntergang ist heute um 21:59 und Sonnenaufgang um 03:30 Uhr. Gegen 02:00 nachts soll dann der Mond aufgehen. Ob ich das heute noch wach erlebe? Wolkenlosen Himmel haben wir.

 


Das ist der Track des heutigen Törns über 39 sm (gut 72 km) für die ich etwas mehr als 7 Stunden unterwegs war.


Im Augenblick bin ich hier (s.o.)


Morgen geht es wahrscheinlich schon weiter, denn ich möchte das letzte bisschen Wind ausnutzen, bevor am Mittwoch für zwei bis drei Tage eine Flaute durch die Region zieht.

Bleibt gespannt, ich bin es auch.

Euer Harry




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