Montag, 26. Juni
Seit gestern ist es geschafft, ich bin auf den Åland Inseln, genauer gesagt in Mariehamn.
| Wappen von Mariehamn |
| Flagge Åland |
Mariehamn ist nicht nur die einzige Stadt des gesamten Archipels der über 6.700 Inseln zählt, sondern auch gleichzeitig dessen Hauptstadt. Knapp 12.000 Einwohner leben hier und rund 30.000 im gesamten Archipel. Bei der Anzahl der Inseln wird jede Landfläche gezählt, die mindestens 0,25 ha (also 2.500 m²) groß ist.
Die Åland Inseln liegen zwischen Schweden und Finnland (siehe Karte oben). Die Ausdehnung gemäß des roten Kreises ist von mir geschätzt. Eine verwertbare Karte mit konkreten Informationen, wo Åland aufhört und Finnland beginnt, habe ich im Internet nicht finden können. Dafür aber den Hinweis in dem Åland-Reiseführer Wikivoyage, dass es hier praktisch keine Kriminalität gibt.
Dort heißt es u. a.:
In den Schärengemeinden werden bei Bedarf polizeiliche Aufgaben von
der Küstenwache, einem Fährenkapitän oder dem Postboten wahrgenommen.
Kriminalität ist quasi nicht existent. In ländlichen Gebieten ist es
auch heute noch gebräuchlich, dass Häuser auch bei längerer Abwesenheit
nicht abgeschlossen werden. (...) Autos müssen nicht
abgeschlossen werden, man lässt oft den Zündschlüssel stecken.
| Ein KFZ-Kennzeichen |
Gestern Nacht hatte ich vor dem ins Bett gehen noch einmal gegen 02:30 die Kamera gegriffen, um dieses Foto zu machen ...
Ich liege hier inzwischen alleine am Außensteg der Marina. Rund ein Dutzend Gastboote befinden sich im Hafen, der mir als Alleinsegler für ein Anlegemanöver zu eng war.
Das grünlich bis türkisfarbene Wasser erinnert ein wenig an den Hardangerfjord.
Gegen Mittag mache ich mich auf den Weg und schaue mir Mariehamn mal genauer an. Mit Katrin war ich schon mal (ich glaube 2018) hier und an vieles, so stelle ich fest, kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Ein Paar Impressionen ...
Ich weiß, wir hatten bereits eine im gestrigen Post, aber diese hier, hat sich so in Positur gestellt; da konnte ich nicht anders ...
| Eine Weißwangen-Gans |
Es gibt auffällig viele Grünanlagen in dieser Stadt. Plätze in kleinen Paranlagen, wie dieser (oben). Am südlichen Stadtausgang grenzt ein Wald mit Badestrand an und an verschiedenen Stellen findet man Alleen, bei denen man in der Mitte auf einem breiten Grünstreifen und unter dem schattigen Grün alten Baubestandes flanieren kann, während der Straßenverkehr im größeren Abstand rechts und links vorbeigeführt wird.
Echter Salbei in Blüte ...
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| Leberbalsam (sieht ein wenig wie eine Seeanemone aus) |
In der Nähe des Osthafens befindet sich eine Fußgängerzone.
Zwischen neueren Gebäuden findet man ettliche alte/historische Holzhäuser im "Schwedenstil", die hier in der Regel aber nicht falunrot gestrichen sind ...
Und es gibt hier ein deutsches Honorarkonsulat ...
Mariehamn liegt übrigens auf einer Halbinsel. Die Ari liegt im Osthafen. Gut 6 km bin ich heute durch die Stadt gewandert. Bis zum Westhafen sind es Luftlinie nur 1,2 km.
Und dort, am Westhafen, sticht einem zuerst die POMMERN ins Auge.
Die Pommern ist eine 1903 unter dem Namen Mneme gebaute stählerne Viermastbark (Windjammer). Sie ist ein Schiff der legendären Flying P-Liner und liegt hier heute als Museumsschiff.
Die Flying P-Liner der Hamburger Reederei F. Laeisz, waren berühmt für ihre unverwüstlichen leistungsstarken Frachtsegler. 83 Stück gab es insgesamt, Acht davon waren sogenannte Schwesterschiffe (mit gleichem Bauplan). Diese acht Viermastbarken waren Pangani, Petschili, Pamir, Peking, Passat, Pola, Priwall und Padua (heute Kruzenshtern).
Ebenfalls als Museumsschiff liegt die Peking derzeit im Hamburger Hafen und die Passat in Travemünde. Die Padua (Kruzenshtern) läuft noch als Segelschulschiff unter russischer Flagge
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| Das Seefahrtsmuseum |
Das Seefahrtsmuseum ist unbedingt einen Besuch wert, genauso wie ein Gang über die einzelnen Decks der Pommern. Mit viel Aufwand hat man die optischen Eindrücke unter Deck, noch mit starken akustischen Untermalungen versehen, so dass man als Besucher das Gefühl hat, anno neunzehnhundert-irgendwas auf einer Atlantiküberquerung dabei zu sein.
Direkt neben der Pommern begrüßt die Marina im Westhafen ihre Sportbootkunden.
Hier liegen im Gegensatz zum Osthafen alle Boote an der Mooringtonne. Die Abstände der Stege sind großzügig bemessen, so dass genügend Manövrierraum zur Verfügung steht. Der Osthafen ist nicht schlecht, aber recht eng.
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| Panorama (bitte nach rechts scrollen) |
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| Eider-Enten |
"Maibäume" dieser Art werden in Skandinavien zum Midsommar Fest aufgestellt.
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| Keine Kirche - "nur" ein interessantes Haus |
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| Das Åland Lyceum (Gymnasium) wurde bereits 1845 gebaut. |
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| Eine von mehreren Alleen |
Die längste Allee, die ich hier gesehen habe, verbindet den Ost- mit dem Westhafen und ist rund 1 km lang. Diese, sicherlich schönere Allee, habe ich nur nicht aufgenommen, weil das Sonnenlicht so ungünstig stand.
Heute habe ich dann außerdem noch die ersten Vorräte für die Weiterfahrt gebunkert. Man ist schon erstaunt über die finnländischen Preise, das war mir auch noch grob in Erinnerung. Nicht, dass hier alles teurer wäre. Im Supermarkt, beispielsweise bekommt man die 500 g Packung Kaffee für knapp 6,- €, wie bei uns zu Hause. Eine Packung Aufbackbrötchen, die schon vorgebacken sind, kostet hier sage und schreibe durchschnittlich 4,50 € für 200 g Inhalt (4 Brötchen). Ich hatte bei EDEKA für diesen Törn zuletzt eine 560 g Packung (8 Brötchen) für rund 1,50 € gekauft. Mit dem Preisfaktor 6 wird hier ein Aufbackbrötchen zum Luxusartikel, genauso, wie die Butter für 3,50 € für (nur) 200 g. Gleichzeitig scheinen Obst und Gemüse preislich ähnlich wie bei uns zu liegen.
Für den Abend hatte ich mir dann noch in der Laundry eine Waschmaschine über das Hafenbüro reserviert. "Das macht dann pro Maschine 5,- €" sagte mir der freundliche junge Mann hinter dem Tresen. Gut denke ich, wie bei anderen Häfen auch. Denn dort, wo es kostenlos angeboten wird, sind meist die Liegegebühren auch entsprechend hoch. "Mir reicht eine Maschine" erwidere ich. "Das mach dann 10,- €" schallt es mir entgegen. Offensichtlich war mein stutziges Gesicht nicht zu übersehen, weswegen der junge Mann nachschiebt: "5 € für die Waschmaschine + 5 € für den Trockner". Das ist so eigentlich nicht üblich. Dafür war der Liegeplatz heute im Hafenbüro 2 € günstiger, als gestern am Automaten. 30 € für einen Liegeplatz in einer Hauptstadt, dass ist vergleichsweise günstig.
Gegen 22:00 färbte sich der Himmel langsam in Richtung Sonnenuntergang und ich war gerade mit der Wäsche fertig. Warum nicht eine abendliche Fotorunde, sage ich mir. Eine halbe Stunde später stehe ich dann wieder drüben am Westhafen, wo die Pommern liegt. Eine Auswahl ...
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| Der Yachthafen |
Interessant, wie sich die Farben ändern, wenn man den Sonnenuntergang im Rücken hat.
Zum Abschluss das Restaurant-Schiff in "unserem" Osthafen gegen 23:30 Uhr. Dunkler wird es die ganze Nacht nicht mehr, denn Mariehamn liegt schon leicht nördlich des 60. Breitengrades.
Das Bild oben ist bezüglich der Helligkeit in etwa realistisch, während die Fotos mit Sonnenuntergang deutlich zu dunkel sind, weil die Kamera bei Gegenlicht abblendet.
Morgen passt der Wind noch nicht für die Weiterfahrt, also bleibe ich hier. Das ist gut, denn es gibt hier noch ein sehr fotogenes altes Fischerdorf.
Bleibt mir gewogen und weiterhin gespannt.
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| Euer Harry |


































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