Samstag, 17. Juni
Die Wetterlage hat sich etwas entspannt. Die für heute und morgen Nachmittag vorhergesagten Starkwindböen, pendeln sich nach aktuellem Stand bei nur 5 Bft. ein. Dennoch musste ich heute mehrfach die gestern schon verstärkten Festmacher (-Leinen) nachjustieren. Die Böen treffen Ari von schräg hinten und schieben das Boot dann nach vorne gegen den Holzsteg. Mehrfach hatte ich daher das Boot mit mehr Abstand zum Holzkai nach hinten verzurrt. Trotzdem gab es immer wieder eine leichte Kollisionen. Jetzt scheint es zu passen. Dafür komme ich jetzt nur noch unter erschwerten Bedingungen über den Bug an Land. Das Leben eines Seglers ist hart.
Weil heute noch einmal die Sonne schien und es morgen ganztags regnen soll, habe ich mich dann doch auf den Weg gemacht. Es bisschen Bewegung tut gut, denn morgen bin ich wohl zum drinnen sitzen verdammt.
Ein gut 40 m hoher Aussichtspunkt ist zunächst mein Ziel. Dort gibt es
eine alte Sitzbank und freien Blick auf den von südwest nach nordost
verlaufenden Schärenfahrweg. Natürlich gibt es noch viele andere
Schärenfahrwege hier in der Gegend. Der hier ist sozusagen die
sechsspurige Autobahn. Von hier sind es übrigens genau 38 km Luftlinie bis in die City Stockholms.
Heute ist Wochenende und damit relativ viel los auf dem Wasser (gemessen an den örtlichen Verhältnissen) ...
Unter der Woche war ich hier so gut wie alleine auf dem Wasser unterwegs.
Ich habe heute mal versucht, die Landschaftsdetails dieser Insel einzufangen und diese Panoramafotos geknipst. Wer das nicht am Laptop anschaut, muss hier ggf. nach rechtsscrollen, um alles sehen zu können.
Die meisten Felsen sind hier großflächig mit dieser Rentierflechte bedeckt. Sie wurde so benannt, weil sie den Rentieren im Winter als wesentliche Nahrungsquelle dient.
Die weißen Tupfen im Foto oben, sind übrigens wieder Sumpf-Porst-Blüten (Foto unten), dessen Nektar hier einigen Käfern gut zu schmecken scheint. Für Menschen zumindest, ist er giftig.
| Ein Rapsweißling (Schmetterling) |
| Gemeine Becherjungfer (Libelle) |
| Ein Waldbrettspiel-Schmetterling |
Rund dreieinhalb Kilometer bin ich heute wieder durch den Wald gestreift. War das entspannend!
Da es am Nachmittag aufbriesen sollte, war ich natürlich rechtzeitig zurück, um bei Ari nach dem rechten zu sehen. Nochmals musste ich die Festmacher nachstellen und da die Nachbarn inzwischen fort waren, nutzte ich die Gelegenheit gleich mal, um den Motor anderthalb Stunden zum Laden der Batterien laufen zu lassen. Und da dann als Nebenprodukt immer ein Boiler voll heißes Wasser abfällt, lies sich das wunderbar mit einer ausgiebigen Dusche kombinieren.
Als dann immer noch genug vom Resttag übrig war, fiel mir ein, man könnte ja mal wieder was lesen, zumal ich ja morgen, wie bereits erwähnt, vermutlich den ganzen Tag im Boot sitze. In unserer Bibliothek fand sich dann noch ein Buch von Bernard Moitessier - Der Verschenkte Sieg. Die Handlung: Bernard Moitessier startet 1969 mit weniger als einem Dutzend anderer wagemutiger Segler zu einer gutdotierten
Einhand-Nonstopp-Regatta um die Welt, die er abbrach, nachdem er sie schon fast gewonnen
hatte, und statt zum Zielhafen in die Einsamkeit der tahitischen Inseln
segelte.
Ich lasse mich mal überraschen. Ich zumindest habe vor, wieder an meinen Startort Neuhof zurückzukehren.
Bleibt gespannt, ich bin es auch.
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| Euer Harry |
Fast hätte ich`s vergessen. Ich habe ja noch den Sonnenuntergang von gestern Abend eingefangen. Die Fotos entstanden so gegen 22:30 Uhr.








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