Mittwoch, 14. Juni
Nach 12 Stunden Schlaf, wache ich wieder von den Toten auf. War das schön! Die ersten Schritte unter Deck fühlen sich dann allerdings wie ein Kater nach einer durchzechten Nacht an. Kopfschmerzen und ein völlig verspannter Oberkörper, der wohl die Ursache dafür ist. Eine halbe Stunde später ist wieder alles vergessen. Vermutlich habe ich immer noch nicht die nötige Segelfitness erreicht.
Unter Deck habe ich angenehme 22°C und selbst das Wasser hier in der Bucht, bringt es jetzt immerhin auf 16°C.
Und das ist die Bucht von Uthamn am Tage (Panoramafoto - bitte ggf. nach rechts scrollen) ...
Während ich meinen obligatorischen Guten-Morgen-Kaffee trinke, studiere ich schon mal den SeeWetterbericht für die nächsten Tage. Der bestätigt die Vorhersage der letzten Tage. Heute und morgen ist annähernd Flaute, also bleibe ich hier. Am Freitag leichte östliche Winde, da sollte ich noch eine Etappe weiter noch Norden segeln. Am Samstag OstNordOst, da sollte ich dann in einem Hafen sein, denn in der Nacht und am Sonntag wird es ungemütlich.
Furusund wäre da der Hafen meiner Wahl. Das liegt kurz vor dem östlichsten Teil Schwedens. Ideal für den Absprung zu den etwa 40 sm weiter östlich gelegenen Inseln des Åland-Archipels. Aber das ist noch ein paar Tage hin und so gilt es den SeeWetterbericht immer im Auge zu behalten, denn in der nächsten Woche soll der Wind auf Nordost drehen. Ganz schlecht für mein Vorhaben. Aber ich habe ja noch reichlich Zeit und stehe insoweit nicht unter Druck.
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| Mein Blick auf die Faßsauna. |
Der Hafen Uthamn wurde von einem schwedischen Segelverein aufgebaut und jetzt unterhalten. Für die Nutzung der Anlage bittet der Verein um eine "Spende" in Höhe von 150 schwedischen Konen (knapp 15,- €) in die Kasse des Vertrauens (siehe unten). Das erledigt man dann gerne.
Ich mache mich auf, zu einer Runde über die Insel Storön. Ich war alleine, aber auch mit Katrin bereits mehrfach hier. Kommt man im Spätsommer, gibt es hier immer reichlich Pilze zu ernten. Die meisten Bootscrews scheinen ihre schwimmende Unterkunft kaum zu verlassen. Zumindest nicht bis in den Wald. Das ist gut so.
Die Insel ist wirklich schön, wenn auch nicht spektakulär. Eine Mischung aus einem "normalen" Waldwanderweg der hier und da von Granitfelsen unterbrochen wird. Dort hat es dann was von einem Mittelgebirge mit vielen Kiefern, Moosen und Flechten. Ich beschreibe das, weil es sich auf einem Foto hier im Blog kaum so darstellen lässt, dass es dieser schönen Landschaft gerecht wird.
Manche Wege erinnern ein wenig an Urwald. Erreicht man dann nach einigen hundert Metern eine Lichtung, sieht es plötzlich so aus ...
... oder so ...
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| Blutrotes Knabenkraut (Ich würde es als "lila" bezeichnen) |
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| Hahnenfuß |
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| Vergissmeinnicht |
Dann treffe ich im Wald an einer ehemals sumpfigen und jetzt ausgetrockneten Niederung diese Fährte ...
Was in natura klar zu erkennen ist, sieht man auf dem Foto kaum. Daher habe ich mal die Umrisse nachgezogen ...
Ich habe Schuhgröße 42. Der Hufabdruck muss daher etwa 20 cm lang sein. Ein Elch? Im Internet werden Elchhufe mit einer Länge von maximal 16 cm angegeben. Es seien die größten Hufe in Europa. Und, es heißt, Elche schlurfen, wenn Sie durch den Schnee gehen. Vielleicht hat der Elche hier 4 cm im Schlamm "dazugeschlurft".
Apropros Schlamm und Feuchtgebiete. Bei meiner heutigen Wanderung durch den Wald, durfte ich wegen der vielen Mücken tatsächlich nie im Schatten stehenbleiben. Einige meiner Fotos habe ich daher mit dem einen oder anderen Mückenstich bezahlen müssen. Morgen werde ich mich anders kleiden, auch wenn meine knielangen Shorts heute wegen des sommerlichen Wetters angemessen waren. Und ich nehme morgen Mückenspray mit!
An einem Wochenendhaus entdecke ich dieses große Schild der Biermarke Mariestads, unserem schwedischen Lieblingsbier, vorausgesetzt es ist wie hier die Exportversion.
Das ist ein Meeresteil, der sich fast völlig zu einem See entwickelt hat. Fast eine halbe Stunde lang versuche ich eine Seeschwalbe dabei zu fotografieren bzw. zu filmen, wie sie im Sturzflug ins Wasser taucht, um Fische zu fangen. Aufmerksam wurde ich durch das relativ laute Platschen, wenn die Seeschwalbe ins Wasser eintaucht. Meine Fotoausbeute = null. Ich benötige eine andere Taktik. Vielleicht morgen!
Dann folge ich zur Abwechselung mal einem Traktorweg (oben).
"Pusteblumen" - nicht Besonderes - ich finde Sie trotzdem schön und immer mal wieder eine Aufnahme wert.
Das hier ist übrigens ein "Großer Blaupfeil". Aber diese Libelle ist doch grün, werdet Ihr sagen. Korrekt. Das hier ist ein Weibchen. Blau sind nur die Männchen. Dieser Name wurde also mit Sicherheit nicht von einer Frau vergeben.
Schweden, wie man es sich vorstellt ...
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| Storchenschnabel |
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| Großer Johanniskraut-Spanner (Schmetterling) beim spinnen eines Kokons |
Das war die heutige Fotoausbeute. Zumindest der Teil, der in diesen Blog passt. Die Insel ist groß und hat noch einiges zu bieten, aber morgen ist auch noch ein Tag.
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| 21:30 Uhr, viel dunkler wird es hier jetzt auch in der Nacht nicht mehr. |
Für heute heißt`s von mir nur noch "Gute Nacht!"
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| Euer Harry |
























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