Samstag, 3. Juni 2023

03. Juni 2023, Torrö Naturreservat

 Samstag, 03. Juni

 

Die Nacht vor Anker war ruhig und wir haben wie die Murmeltiere geschlafen, während unsere AnkerApp darüber wachte, dass wir trotz der zeitweise kräftigen Böen nicht abgetrieben werden. Doch der Anker hält, obwohl uns der Wind bereits in alle Himmelsrichtungen gedreht hat. 

 

Oben: Blick Richtung Osten auf die freie Ostsee. Wer hier mit Kurs 90° direkt nach Osten fährt, kommt nach rund 75 sm (139 km) mit Abstand von nur einem Kilometer an Farö, der nördlichsten Spitze Gotlands, vorbei. Nach 243 sm (450 km) würde man auf den südlichsten Küstenabschnitt Estlands, ein wenig nördlich der Grenze zu Lettland, treffen. Ich schweife ab.


Das Torrö Naturreservat liegt ganz im Süden des Schärengartens von Östergötland bzw. Valdemarsvik. Die Insel Torrö kann man zu Fuß auf den rund 6,5 km langen Rundwegen erkunden. Eine Anfahrt mit dem Kfz ist möglich.

Quelle: https://www.naturkartan.se

 
Wir hatten bisher nur einen Kaffee und holen jetzt das Frühstück nach, während wir diesen Blick haben ...

... und ab und zu segelt ganz in der Ferne ein Boot vorbei ...


Das Wetter ist uns weiterhin hold. Die Sonne scheint am leicht bedeckten Himmel bei 14° und Tageshöchstwerten um 18°C. Das Wasser wird jedoch stetig kälter. Hatten wir vor kurzem in Skavdö (Nähe Västervik) noch 13,5 ° gemessen, so liegt die Wassertemperatur hier bei nur 11,5°C. Katrin ist genauso wenig, wie Gerd vor 10 Tagen, zu einem Bad in der frischen Ostsee zu überreden.

 

 Am Vormittag zieht der Himmel dann zu. Düstere Wolken machen sich breit und kräftige Böen kommen auf.

Immer wenn eine dieser Böen durch die Bucht pfeift, ist die Ankerkette ordentlich unter Last und liegt dann quer im Wasser ...


 Sekunden später ist alles vorbei, das Boot treibt wieder fünf, sechs Meter nach vorne in Richtung Anker und die Kette hängt dann ohne Last senkrecht im Wasser.

 Wir ankern hier auf knapp 6 m Tiefe und haben 25 m Kette gesteckt. Die Position des Ankers können wir durch den kleinen gelben Ankerball erkennen, der wenige Meter vor dem Bug der Ari schwimmt. Der Ankerball befindet sich an einer 6 m langen Leine an der Wasseroberfläche direkt über dem Anker. Rein rechnerisch müsste dieser Ankerball (25 m minus 6 m =) 19 m entfernt liegen. Tut er aber nicht. 

Das liegt vermutlich daran, dass sich die Kette unterwasser um einen Stein oder Felsen  gewickelt hat, weswegen wir nur wenige Meter vom Anker entfernt liegen. Das hat hier einen Vorteil, weil der Stein verhindert, dass sich bei den drehenden Winden die Zugrichtung auf den Anker ändert, was im schlimmsten Fall zu dessen Ausbrechen führen könnte.

So ist unser Drehpunkt jetzt nicht mehr der Anker, sondern der Stein oder Fels. Das ist gut, solange wir später beim Verlassen der Bucht die Kette wieder irgendwie samt Anker hochgezogen bekommen.

 



So, nun ist es aber Zeit, sich mal die Insel Torrö anzuschauen. Hier ein paar Impressionen ...


Zwischendurch dann immer wieder der prüfende Blick und die Frage: "Hält der Anker auch das Boot, während wir unterwegs sind?".
 

 Am Ufer können wir uns dann an einem Hinweisschild die Frage beantworten, ob dieses Naturschutzgebiet überhaupt betreten werden darf. Darf es und es gibt sogar einen markierten Wanderweg. Unsere Informationen zur Insel (siehe Einleitung zum Blog) haben wir heute erst später aus dem www geholt und waren dann vom Umfang überrascht. Zu einigen Orten ist manchmal so gut wie nichts zu finden. Da diese Insel so abgelegen schien, hatten wir auch hier mit keiner besonderen Erwähnung gerechnet. 



 


 

An einigen Stellen muss man sich als Pflanze schon seinen Standort erkämpfen und darf dann auch nicht zu anspruchsvoll sein.

 


 

Vermutlich ein Strand-Milchkraut (Familie: Primelgewächse)

 

Eine Bachstelze

 

Wahrscheinlich eine Kuckucks-Lichtnelke

 


Sumpf-Porst

 Wenn Sumpf-Porst, welches zu den Rhododendron-Gewächsen gehört und giftig ist, in so großer Zahl im Zusammenhang mit Schilf auftritt, sollte man wegen der Mückenschwärme lieber das Weite suchen. Wir zumindest haben es getan.

 

 


 


 

 

 Morgen schauen wir uns noch den Rest der Insel an. Wir sind gespannt, was es hier im Naturreservat noch zu entdecken gibt.

 Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.

 

Harry & Katrin

 

 

 

1 Kommentar:

  1. Hört (liest) sich alles sehr entspannt an. Tolle Fotos (wiedereinmal)!

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