Freitag, 30. Juli
Gegen 08:00 kehrt langsam Leben auf Ari ein. Ich steige den Niedergang hoch, öffne das Schiebeluk und blicke über das Heck auf die weitläufige Wasserfläche schräg hinter Ari. Es ist wolkig und weit hinten über dem Meer, kann man erkennen, wie der Regen schleierartig aus den Wolken fällt. Ein Blick auf das Thermometer zeigt 16°C. Ich beschließe, zunächst den Wassertank im Bug aufzufüllen. Dazu ziehe ich mir von der nur wenige Schritte entfernten Bootstankstelle den Wasserschlauch heran, welcher dort auf einer Art selbstaufholender Spindel aufgerollt ist. Während sich der Wassertank langsam füllt, setze ich schon einmal den Wasserkessel auf. Zeit für den ersten Kaffee.
Zu dritt schauen wir jeder auf sein Mobilgerät, um den Wetterbericht des Tages zu studieren und da wir unterschiedliche Anbieter nutzen, entsteht kurzerhand eine kleine Diskussion um die Vorhersage. Allen gemein ist, es wird heute im Wesentlichen regnerisch bleiben und mit etwas Glück die Wolkendecke am Nachmittag auflockern.
So haben wir viel Zeit für diverse „Geschichten, die unser Leben schrieb“ und irgendwann später auch, um zu frühstücken.
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| Der gesamte Fang hat dann doch die Möglichkeiten eines Fotos gesprengt ... 😂 |
Am Nachmittag vertreibt sich Gerd die Zeit mit Angeln und Christine zeigt mir die Route, die Sie Ende der achtziger Jahre von Travemünde auf dem Binnenwege bis zur Rhonemündung am Mittelmeer mit gelegtem Mast gefahren sind. Dann eine Runde Mittelmeer und wieder zurück. Ein Törn über mehrere Monate.
Draußen blinzelt jetzt ab und zu die Sonne durch kleine Lücken in der sonst geschlossenen Wolkendecke. Am Nachmittag reist es, wie vorhergesagt, langsam auf und es soll vorübergehend noch sonnig werden. Wir entschließen uns, mit dem Auto in das nahegelegene Oskarshamn zu einer kleinen Stadtbesichtigung zu fahren. Oskarshamn hat gut 17.000 Einwohner und liegt südlich von Figeholm. Nach rund einer Viertelstunde über die nahegelegene Schnellstraße, sind wir dort. Wir stellen das Auto im Hafen ab, wo wir eine kostenlose Parkmöglichkeit finden.
Es gibt hier Fährverbindungen nach Öland (Byxelkrok) und Gotland (Visby) und eine Rundtour zum Nationalpark Blå Jungfrun (Insel: Blaue Jungfrau) wird angeboten. Überraschend ist die leicht hügelige Lage der Stadt. Historische Gebäude mischen sich mit nicht immer gelungenen Neubauten. Hier eine Auswahl der Motive, die uns bewegt haben. Viel Spaß …
Nicht gelungen ist es mir, Informationen zu den einzelnen Gebäuden aus den Internet zu ziehen, da es, wenn überhaupt, nur schwedisch-sprachige Erläuterungen gibt.
Oben: Als ich dieses Foto mache ist mir noch gar nicht klar, was ich da aufnehme ...
Es handelt sich hier um die mit 72 Metern längste Parkbank der Welt (und ich habe vor lauter Fotografieren völlig vergessen mich mal ´drauf zu setzen).
Das Sjömanshuset (Fischermannshaus). Das Internet bleibt mir eine Erklärung schuldig, was es hiermit auf sich hat.
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| Ein Hotel Post findet man tatsächlich überall (oben) |
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| Haus der Schwedischen Handelsbank |
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| Stilvolles Bauwerk eingerahmt von naja ... |
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| Bunt trifft klassisch. |
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Blick über die Stadt ... und ... auf der Suche nach diesem Turm ...
Als wir ihn finden, kommt leider keine Erleuchtung. Weder wissen wir wie er heißt - noch wozu er dient oder gedient hat.
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| Alt trifft auf neu. |
Wir lassen unsere Stadtbesichtigung mit einem Besuch im benachbarten Coop ausklingen, denn uns allen knurrt der Magen. Bis wir dann zurück in Figeholm sind und das Essen auf dem Tisch steht, ist es etwa 21:00.
Im Anschluss gibt es zum Verdauen noch ein großes Glas Cuba Libre und zur Unterhaltung das Filmdrama "Die Farbe des Horizonts". In dem an eine wahre Begebenheit angelehnten Spielfilm von 2018, geht es um einen Segeltörn einer jungen Frau mit ihrem Verlobten, welcher nach einem schweren Sturm im Pazifischen Ozean zu einer Überlebenstragödie wird. Dieser Spielfilm lebt von seiner weitgehend, auch für einen Segler, autentischen Handlung und kommt ohne zusätzlichen Aktionklamauk aus. Ein Drama, das man sich gut und gerne anschauen kann. Absolute Film-Empfehlung!
Irgendwann am späten Abend fallen wir alle wie tot ins Bett.
































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