Sonntag, 18. Juli 2021

12.07.2021 Kalmar Tag 3

 Montag, 12. Juli

 

Kurz nach Ladenöffnung stehe ich im Baltic Shop (eigentlich: Baltic Skeppsfournering) auf der Matte. Nach kurzem Warten hat der Chef für mich Zeit. Nachdem wir ein paar Sätze zu dem gewechselt haben, was ich möchte, fragt er: „Kommen Sie aus Deutschland“? Und spricht anschließend in recht flüssigen Worten in Deutsch weiter. Ich zeige Ihm ein Foto der Antenne, das ich aus dem SVB Katalog habe. Er schaut in seinen Schrank mit Produkten von Raymarine. Früher habe er diese Antenne auf Lager gehabt, sie wurde aber nicht so oft verkauft, er habe keine mehr da, er ginge mal kurz telefonieren. Es dauert etwa eine Viertelstunde, die ich nutze, um mir anzuschauen, was hier so alles angeboten wird. Dann kommt er aus seinem Büro und offeriert mir die Optionen.

Direkte Bestellung bei Raymarine würde mehrere Tage dauern. Ein anderer Kontakt könnte diese Antenne sofort an einen Paketdienst übergeben. Kosten, rund 2.900 SEK (rund 290,- €) zuzüglich Expresszuschlag 150 SEK (rund 15,- €). Etwas teurer als in Deutschland angeboten, aber die Differenz erklärt sich bei späterem Nachrechnen genau aus der Mehrwertsteuerdifferenz zwischen Deutschland (19% MwSt.) und Schweden (25% MwSt.). Ich stimme zu, er bestellt. Lieferung voraussichtlich morgen, Dienstag. Ich hinterlasse meine Mobilfunknummer. Er ruft mich an oder sendet eine SMS, sobald die Lieferung eingetroffen ist. So machen wir das!

 

Gut gelaunt mache ich mich auf zu einer Stadtbesichtigung. Wieder mal Kalmar. Das Kalmar Slot (Schloss) ist nur geschätzte 300 Meter vom Baltic Shop entfernt. Sofort steht man in gepflegten Gartenanlagen und damit meine ich nicht die des Schlosses. Wie schon in meinen Blogs aus 2019 beschrieben, findest Du in Schweden, zumindest in den touristisch gut besuchten Gegenden, überall Parks oder wenigstens Blumenkübel, die aussehen, als wären Sie gerade eben von einem Gärtner für Dich hergerichtet worden. Alles ist grün, kein welkes Blatt an den Pflanzen, kein Stück Unrat auf den Gehwegen, nichts ist ausgedörrt. Parkbänke und Mülleimer in ausreichender Anzahl. Im Vergleich dazu wohnen wir in Berlin fast wie in einem Slum. Nicht wegen der Häuser, sondern wegen der ungepflegten Umgebung, den ungepflegten Anlagen.


Eine typisch schwedische Parkanlage


 
Das Kalmar Slot

Typisch schwedische Fußgängerzone

Markplatz


Altstadt

Die Kalmarsundbrücke

Ari im abendlichen Hafen

Das Freilager mit den Holzstämmen

Zum Abendbrot mache ich mir heute Nudeln mit angebratenen Zwiebeln und Olivenöl. Frische Tomaten rühre ich kalt unter die heißen Nudeln, damit sie knackig bleiben. Obendrüber reichlich Parmesan. Ein Gedicht.

Später bereite ich an Bord schon einmal alles für den Einbau der GPS-Antenne vor. Die ehemalige, schon vor Jahren totgelegte GPS-Antenne wird ausgebaut, die Löcher provisorisch mit Klebeband verschlossen. Der Plotter aus dem Steuerstand ausgebaut, denn dort befindet sich der nächstgelegene Verteiler für das Netzwerkkabel. Zum Verlegen des Kabels muss ich dann nur noch die Steuerbordkajüte ausräumen. Das erledige ich aber erst, wenn die Antenne da ist, weil mir sonst alles im Wege steht.

 

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