Samstag, 24. Juli 2021

24.07.2021 Figeholm

 Samstag, 24.Juli

 

Meinen Kaffee nach dem Aufstehen, trinke ich heute im Cockpit. Ich messe drinnen und draußen 24°C im Schatten. Doch dort, wo ich im Cockpit sitzen kann, gibt es keinen Schatten.

 

Ich überlege, heute vielleicht in das rund 12 km südlicher gelegene Oskarshamn zu fahren und eine Stadtbesichtigung zu machen. Doch als ich im www. die Möglichkeiten mit dem Bus recherchiere, ist mir das mit zwei Fahrten pro Tag zu ungewiss.

Gegen 10:30 legt das Motorboot neben mir ab. Ich bin mal wieder alleine – kurzfristig.

Ich entschließe mich, heute Kajakfahren zu gehen. Vorher sollte ich noch etwas frühstücken. Ich mache mir einen meiner Fertigkuchen von Balsen auf. Schokoladenkuchen mit Schokoladenglasur. Schmeckt gut – ein bisschen zu süß. Dazu gibt’s, weil ich los will, nur schnell eine Rhabarberschorle. Die Fotoausrüstung ist schnell gepackt und noch schneller die Schwimmweste übergezogen. Ich lasse das Kajak ins Wasser und los geht´ s.

Ich muss nicht weit und lange padeln.

Ich sehe unzählige Libellen und Schmetterlinge, Seeschwalben, eine ganze Schar von Wildgänsen, Graureiher von denen ich allerdings keinen vor die Linse bekomme, genauso wenig wie den ersten Marder, den ich in freier Wildbahn auf einer kleinen Schäre entdecke. Nicht mehr als vielleicht 5 Meter entfernt, sehen wir uns beide für einen Augenblick an, dann ist er weg. 

Doch seht selbst …


 

 

 

 

Nur zur Erinnerung, wir sind auf dem Meer und das ist alles Salzwasser. Es handelt sich hier um ein großflächiges Gebiet mit einer Wassertiefe von meist unter zwei Metern, südlich von Figeholm.

 

Zwischendurch mache ich ab und zu eine Pause, genieße das Idyll und dabei ein alkoholfreies Wernesgrüner.

 

 

Ich entdecke eine Insel, die ich kurz erkunden möchte. Sie scheint völlig unberührt von Menschen zu sein. Ich komme mir ein wenig vor, wie ein Entdecker. Urig sieht es hier aus auf diesem Island. Und weil ich beschließe, dass es jetzt meins ist, nenne ich es Myland.

 

 

Harry, the discoverer
 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Gut sechs Kilometer war ich in den letzten vier Stunden unterwegs. Nicht rekordverdächtig, aber es sollte ja auch eine Fotosafari und keine Kajakregatta sein. Und ich stelle fest, dass es mir gut geht, sobald ich mal nicht an Dinge wie kaputte Logge, Tablets und Plotter mit GPS-Empfangsstörungen, ein Funkgerät ohne Empfang, Dockspot Reservierungen, GPS-Antennen, kaputte Fernbedienung für die Ankerwinsch, abgefallenen Propeller samt eigener Seenotrettung und anstehende Termine an die sich keiner hält, denken muss. Zum Glück geht es mit letzteren erst am Montag weiter. Normal ist das nicht – oder? 

Da war sie wieder, diese Floskel: „Zum Glück …"

In der psychologischen Forschung wird Glück meist als „subjektives Wohlbefinden“ beschrieben. Demnach ist eine Person glücklich, wenn sie mehr positive als negative Emotionen empfindet und alles in allem mit ihrem Leben zufrieden ist. Aber ist Zufriedenheit nicht eher der kleine Bruder des Glücks? Wohl eine Frage der Sichtweise. Nach meinen letzten Erfahrungen könnte ich auch ganz tief stapeln und behaupten:

„GLÜCK IST, WENN EINEM GERADE NICHTS SCHLIMMES PASSIERT“

 

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