Donnerstag, 22. Juli 2021

22.07.2021 Figeholm (Tag 6)

Donnerstag, 22. Juli


Der Wetterbericht meldet mittags für Figeholm 25° C. Da ich am Vormittag alles erledigt habe, was ich für wichtig hielt, suche ich nach einer Beschäftigung. Ich hatte gerade mal wieder einem Motorboot beim Anlegen geholfen. Schräg vor dessen Bug, sitzt die nette Dame aus dem Figeholms Batklubb auf einer Bank und blickt auf das Wasser. Ich grüße ihr von weitem zu. Wir kommen ins Gespräch. Sie erkundigt sich, ob mir hier über die Tage nicht langweilig würde. Ich erzähle über meine Interessen und Aktivitäten. Unter anderem, dass ich vorhabe, jetzt gleich mal eine Runde joggen zu gehen. Geplanter Maßen auf dem Radweg nach Oskarshamn, den ich gestern entdeckt hatte.

Sie empfiehlt mir eine Route in entgegengesetzter Richtung. Dort gäbe es neben einem großen roten Haus einen Sportplatz, wo so wie ich es verstehe, zwei Rundwege mit 2,1 km und 5 km Länge abgehen würden. Gesagt getan. Ich ziehe mich um und los geht es. Ich finde das rote Haus und die Sportanlage, dann im Vorbeilaufen auch die Startpunkte der beiden markierten Wege. Bis hier hin war ich bereits rund einen Kilometer unterwegs. Ich entscheide mich daher für die kurze gelbe Route, die ich im Zweifel zweimal nacheinander laufen möchte.

Ein wirklich schöner Waldweg mit kurzen Steigungen. Anfänglich fast alle 50 m markiert und dem Hinweis auf die noch zu laufende Strecke versehen, verliert sich die Markierung im Verlauf der Strecke immer mehr. Irgendwann bin ich dann nur noch nach Gefühl unterwegs und lande mitten im Wald an einem Einfamilienhaus in dessen Garten ich bereits stehe. Bei einem Rentner, der hier gerade zu Gange ist, entschuldige ich mich kurz und frage nach dem Weg. Freundlich weist er mir diesen. Ich solle einfach durch seinen Garten ganz nach hinten gehen. Dann noch rund 20 Meter weiter, würde ich schon erkennen, wo ich hin muss. Ich bedanke mich, tue was er sagt und stehe an einer Böschung. 20 Meter weiter? Hier geht es eher 20 Meter runter, über eiszeitlich, rundgeschliffene Felsen und Gestrüpp. Ich bahne mir meinen Weg durch das Dickicht und finde schließlich irgendwann sogar eine gelbe Markierung.

Dieser folge ich, nun in umgekehrter Richtung. Genauso schnell, wie gefunden, ist sie auch wieder weg. Ich stehe vor einem Betriebsgelände mitten im Wald. Hier geht es nicht weiter. Also wieder retour. Neben einem Einfamilienhaus, sehe ich einen kleinen Trampelpfad. Ich möchte denen jetzt nicht auch noch in den Suppentopf fallen, aber … - … ich glaube, hier kam ich her. Als ich am Ausgangspunkt des Rundweges ankomme, habe ich mehr als die doppelte Entfernung zurückgelegt. Egal, ich hatte ja ohnehin vor gehabt, die Runde zweimal zu laufen und schön war sie alle mal. Am Hafen angekommen, habe ich dann 6,49 km auf der Uhr. Die BergFexApp loggt 4,44 km, aber die Zeit ist lausig. Ich muss wieder öfter trainieren. Immerhin hatte ich knapp 45 Minuten Bewegung an frischer Luft und das bei gemessenen 34,5° C in der Sonne, denn Schatten war unterwegs nicht viel.

Abends haue ich mir vier Spiegeleier in die Pfanne und ordentlich Käse darüber. Dazu gibt es aufgebackene Steinofenbrötchen. Danach ist mir nach etwas Bewegung. Die Sonne steht schon einigermaßen tief. Das ist ideal zum Fotografieren. Ich gehe auf Fototour.


Im benachbarten Hafen




Das Tagpfauenauge (ein sogenannter Edelfalter)


Das erste mal in meiner Fotohistorie, dass mir ein Mückenschwarm ein Foto versaut.


Gewöhnlicher Natternkopf - Echium vulgare (Boraginaceae)


Wieder im Hafen angekommen machen gerade die Seenotretter Feierabend. Ich hatte sie schon vor einer ganzen Weile von der Straße aus, über den Schärenfahrweg einlaufen sehen. Der mir bekannt Fahrer kommt gerade mit zwei Kollegen von Bord. Wir grüßen uns freundlich mit erhobenen Armen zu. Als er einen Umweg zu mir macht, erkundigt er sich nach dem Sachstand des Propellers. Wir wechseln ein paar Sätze, während die Kollegen zuhören. Langsam entsteht ein wenig das Gefühl, als sei ich hier zu Hause. Zumindest werde ich hier von einigen Menschen inzwischen wahrgenommen. „The Germans“ – Hatten wir das nicht schon mal in Norwegen?

 

Fiegeholm kann nur eines nicht und das sind Sonnenuntergänge. Das Los aller Orte, die an einer Ostküste liegen.

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