Freitag, 23. Juli 2021

23.07.2021 Figeholm

 Freitag, 23. Juli

 

Seit heute morgen sitze ich wie auf Kohlen. Es läuft mal wieder nichts.

SPW, der Hersteller meines neuen Drehflügel-Propellers, wollte sich gleich morgens melden und mir mitteilen, wann die Ware per Expressfracht durch FedEx nun verbindlich in Schweden am Zielort ankommen soll. Am späten Vormittag rufe ich dann bei SPW an. Der freundliche Sachbearbeiter bestätigt mir, dass der Propeller gebaut wurde und bereits fertig verpackt auf seine Abholung durch FedEx wartet. Laut FedEx Auftragsseite gehe man immer noch von einer Lieferung am nächsten Dienstag aus. Genaue Daten gebe es erst nach der Übergabe. Man halte mich informiert.

 

Ich schreibe eine eMail an Figeholms Marin, dem hiesigen Motoren-Spezialisten und fasse alle notwendigen Daten zusammen, die dort zur Beauftragung des Mobilkrans und der späteren Rechnungsstellung relevant sein könnten. Dann verweise ich darauf, dass ich gleich vorbeikomme, um die Details zu besprechen.

Ich mache mich auf den rund 300 m kurzen Weg. Matthias, der Chef ist nicht da. Einem Mitarbeiter, den ich schon kenne, trage ich auf:

-  den Mobilkran für Donnerstag zu bestellen (soweit verfügbar),

-  nach Möglichkeit eine Option zu vereinbaren, die es uns ermöglicht, den Krantermin bis Montag Mittag noch verschieben zu können,

-  mir ein Angebot für das Kranen zukommen zu lassen. Zumindest den Preis für die An- und Abfahrt von und nach Oskarshamn und den Arbeitspreis je Stunde.

Er hat das verstanden, und wird das so an Matthias weiterleiten. Ich sichere ihm zu ihn sofort zu informieren, sobald mir der konkrete Liefertermin bestätigt vorliegt. "We stay in contact!" verbleiben wir am Ende.


Als ich bis 15:30 immer noch keine Rückmeldung von SPW habe, rufe ich dort an. Der Sachbearbeiter sei gerade in der Produktion, teilt mir ein anderer Sachbearbeiter mit. Ich erkläre ihm meine Situation - er will sich sofort kümmern. Eine halbe Stunde später erhalte ich den Rückruf. Die Ware sei von FedEx abgeholt worden. FedEx schicke mir eine eMail, aus welcher ich den jeweiligen Lieferstatus ablesen können soll. 


Es ist jetzt nach halbfünf. Bisher habe ich weder von Figeholms Marin noch von FedEx einen Rücklauf. Jetzt ist Wochenende. Also passiert bis Montag nichts! Wieso wusste ich das schon vorher? - Weil es bei mir immer so läuft!


In der Zwischenzeit habe ich für weitere drei Tage die Hafengebühr entrichtet und da ich unbedingt gut erreichbar sein wollte, die ganze sonstige Zeit im Boot verbracht. Was macht man da? Man macht sich Gedanken, was die Leser des Blogs vielleicht interessieren könnte.

Folgender synoptischer Darstellung kann man glaube ich ganz gut entnehmen, welche drei Propellerarten es für Yachten so gibt und welche Vor- und Nachteile diese haben. Bisher war als Werftstandard ein Festpropeller verbaut. Ohnehin hatte mich seit etwa zwei Jahren der Umstieg auf einen Falt- oder Drehflügel-Propeller interessiert. Allein der Preis hatte mich bisher davon abgehalten einen zu kaufen. Jetzt wo der Festpropeller irgendwo am Meeresgrund liegt, war es keine Frage mehr, "sich was Anständiges" als Ersatz anzuschaffen.

Im Motorbetrieb sind die Propeller ähnlich. Allerdings verspricht SPW bei seinem Drehflügler im Vergleich zu den anderen beiden Propellerarten ...

-  einen deutlich geringeren Kraftstoffverbrauch,

-  eine höhere Endgeschwindigkeit unter Motor,

-  eine um 15% bis 20% höhere Endgeschwindigkeit beim Segeln,

-  eine deutliche Reduzierung des Radeffektes und

-  bis zu 40% mehr Schubkraft beim Rückwärtsfahren, was auch den Anhalteweg deutlich verkürzt.

Der Radeffekt tritt bei propeller- (schiffsschrauben-) getriebenen Wasserfahrzeugen auf und bedeutet, dass das Heck des Bootes oder Schiffes nicht nur den Schubimpuls nach vorne, sondern immer auch einen leichten Schubimpuls in der Drehrichtung des Propellers erhält.

Bei einem linksdrehenden Propeller (dieser dreht, wenn man von hinten auf das Boot/Schiff blickt, im Vorwärtsgang gegen den Uhrzeigersinn) wird das Heck auch immer leicht nach links gedrückt, wodurch der Bug nach rechts giert. Daher muss man dann am Steuerrad immer leicht nach links gegenlenken, um geradeaus zu Fahren.

Beim Rückwärtsfahren ist es genau umgekehrt, nur deutlich intensiver zu spüren.

Erinnert ihr Euch an mein Anlegemanöver vom 16. Juli abends? Dort hatte ich erwähnt, dass ich

" ... mir eine der freien Mooringbojen aussuche. Die fahre ich wegen meines linksdrehenden Propellers vorzugsweise so an, dass sie auf meiner Steuerbordseite (also rechts) liegt. Beim Aufstoppen (indem ich kurz den Rückwärtsgang einlege), dreht der Propeller dann nämlich rechtsherum, was das Heck ebenfalls nach rechts (steuerbord) zieht. So komme ich immer nah genug an die Mooringboje, um dann, wie hier, den Mooringhaken zu befestigen, ... "

Durch den neuen Drehflügel-Propeller wird dieser Radeffekt deutlich weniger zu spüren sein. Das Boot verhält sich neutraler. Das ist insbesondere dann ein Vorteil, wenn man mal die Mooringboje oder Anderes zwangsweise an Backbord hat.

So, Freitag 17:00 - Feierabend!

Falls es heute Abend noch schönes Fotos geben sollte, schiebe ich diese nach. Aber es ist leicht bedeckt und sehr böig. Ich schaue mal.


 

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