Samstag, 1. Juli 2023

30. Juni 2023, Hanko (Finnland)

Freitag, 30. Juni

 

Hanko (finnisch) oder Hangö (schwedisch) ist die südlichste Stadt Finnlands. Sie hat rund 9.700 Einwohner und liegt an der Südspitze der Halbinsel Hankoniemi in der Landschaft Uusimaa, 127 km westlich von Helsinki. Die Stadt ist zweisprachig, da 44 % der Einwohner sog. Finnlandschweden sind. Die Stadt Hanko wurde 1874 gegründet. Dank der schönen Lage und der leichten Erreichbarkeit wurde Hanko Ende des 19. Jahrhunderts zu einem viel besuchten Seebad für die russische Oberschicht, deren noble Villen am Meer bis heute eine Touristenattraktion sind.  Heute ist Hanko eine wichtige Hafenstadt und ein beliebter Sommerurlaubsort.   (Quelle: Wikipedia)

 

Hanko - Panorama (fotografiert vom Wasserturm - aber nicht von mir!)       Link: Von J-E Nyström, User:Janke - J-E Nyström, User:Janke, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=585514

Hier im Osthafen von Hanko befinden sich großzügig angelegte Liegeplätze für Sportboot-Yachten. Der Hafenbereich wird augenscheinlich komplett touristisch genutzt. Alte Lagergebäude wurden zu diversen Restaurants und Clubs umfunktioniert. Ich hatte den Eindruck, dass hier überwiegend die gut betuchten ihren Urlaub verbringen. Porsche scheint noch vor Mercedes die Lieblingsautomarke der hiesigen Finnen bzw. Finnlandschweden zu sein. Auch die großen Range Rover werden noch akzeptiert. Viele jugendliche erwecken aufgrund ihrer Kleidung ebenfalls den Eindruck "nicht von schlechten Eltern" zu sein. Das soll keine Kritik sein, fällt aber sofort auf und stört nicht weiter.

Aber hier wird schon ordentlich Party gemacht. In den Clubs scheint mit der Außenbeschallung gegen 23:00 Feierabend zu sein. Privat feiert man dann gerne noch an Bord einer der Motoryachten weiter. Einen dieser Spezialisten, ich schätze ihn Mitte 30, liegt mit seiner Yacht direkt neben mir. Ab Nachmittag hört man die Musik seiner wirklich guten Soundanlage an Bord. Da die Musik für meinen Geschmack ganz peppig ist, geht das für mich in Ordnung. Andere Bootseigner haben sich gestern Nacht allerdings beschwert. Danach wurde es etwas leiser. Schluss war, glaube ich gegen 3:00 morgens, was ich nur mitbekam weil eine junge Frau laut kreischte, denn ihr war beim Velassen des Bootes über die Gangway wohl irgendetwas Wichtiges ins Wasser gefallen. Der für diese Bootsgröße relativ junge Eigner oder zumindest Besitzer hat noch einen etwa gleichaltrigen Kumpel dabei. An beiden Abenden, die ich hier bin, wurde für wenige Stunden das Boot verlassen, um jeweils im Anschluss, und ich übertreibe nicht, mit einer Horde noch jüngerer Damen wieder zurückzukehren und gemeinsam Party zu machen. Also wie man sich das Leben eines Juppis halt so vorstellt. Erinnert mich ein wenig an Ibiza.

In einer Sache muss ich mich korrigieren. Ich hatte mich ja in Mariehamn über einen Teil der Lebensmittelpreise beschwert und das als typisch finnisch abgetan. Was die Supermärkte betrifft, ist das wohl eher der besonderen Lage der Åland-Inseln zuzuschreiben. Nicht, das es bei den Finnen generell preiswert wäre, aber hier ist es überwiegend teuer, unterwegs Essen oder trinken zu gehen. Im Supermarkt musste ich heute feststellen dass das Angebot und die Preise durchaus mit Deutschland vergleichbar oder nur tendenzweise teurer sind. Für essenstechnische Selbstversorger ist Finnland damit nicht das Problem. Åland schon, aber da muss ja vermutlich auch fast alles importiert werden.

Heute morgen habe ich mich noch vor dem Frühstück zu einer Fotorunde aufgemacht. Eigentlich hatte ich nur eine kleine Runde im engsten Hafenumkreis geplant. Na ja, gegen Mittag war ich dann zurück. Das spricht aber dafür, dass es einiges zu sehen gab. Hier eine kleine Auswahl an fotografischen Eindrücken.

 


Es gibt hier, untypisch für die Region, einige und sogar längere Sandstrände ... 

 

 
Hier ein paar Beispiele für die aus Holz gebauten Villen, die um 1900 herum vermögenden Russen, wie einleitend erwähnt, gehörten. 

 

 

 

 
Man findet Stadtparks, bewaldete Abschnitte und auch immer wieder Grünflächen mit Blumenarrangements.

 

Der Wasserturm mit Aussichtsplattform ist ein Wahrzeichen der Stadt

 

 Wenige Meter entfernt der nächste Park mit fast schon riesigem Seerosenteich ... 

 

Ein weiterer Sandstrand mit Lokalitäten und vielfältigen Wassersportangeboten. Das Foto entstand kurz vor Mittag. Der Stand ist dennoch menschenleer.

Ein Stück weiter den Stand entlang, kommt ein kurzer Waldabschnitt, an dessen Ende man vor dieser Treppe steht, die auf eine halbinselförmige Schäre führt. Dort gibt es einen gut einen Kilometer langen "Path of Love" Pfad der Liebe. Warum er so genannt wird, konnte ich nicht herausfinden, da die Informationstafel ausschließlich eine Erläuterung auf finnisch enthielt. Im www. nichts! Auf jeden Fall ein schöner und lohnenswerter Rundweg mit toller Aussicht auf die Stadt.


Zur Orientierung habe ich diese Karte mit ein paar persönlichen Anmerkungen ergänzt.

Ggf. nach rechts scrollen!







Das Casino



Noch ein paar alte Villen aus der Zeit um 1900.







Zurück am Hafen. Diesen Eiscreme-Stand habe ich nur fotografiert, um mal zu zeigen, wie sehr die finnische Sprache durch Vokale und Umlaute geprägt ist, wobei beide gerne mal gedoppelt werden. Schaut mal genau auf alle Werbeschriften (oben und unten)


 

Da es in Hanko keine mit dem Hafennamen beschrifteten Rettungsringe gibt; hier der Beweis: Ich war dort!



Die in ehemaligen Lagergebäuden untergebrachte Restaurant-Meile Hanko's ...


Ja und hier, kaum 100 m von der Ari entfernt, ist am Wochenende Party. In diesem Augenblick spielen sie tatsächliche gerade lautstark den Klassiker von Chic - Freak Out ! Die Stimmung ist entsprechend.


Das war's zu Hanko. Mir hat es hier gefallen, denn es war eine schöne Abwechselung zu den sehr ruhigen Tagen vor Anker oder in manch' sehr kleinen Hafen.

Heute am Samstag hat es bis mittags stark geregnet. Seit etwa 12:00 hat der Wind aufgebriest und bringt es in Böen laut Wetterbericht auf 27 kn (6 Bft). Einige Yachten haben den Hafen verlassen, denn in den nächsten 5 Tagen zieht hier ein Tiefdruckgebiet mit Böen bis 42 kn (9 Bft) durch die Region zwischen Hanko und Helsinki.

Meine Taktik ist, diesen Hafen morgen bis spätestens fünf Uhr morgens zu verlassen. Dann rutsche ich in ein kleines Zeitfenster von wenigen Stunden, in denen der Wind auf 5 - 6 Windstärken abnimmt. Montag früh kommt's dann dicke inkl. Gewitter. Dann möchte ich unbedingt schon fest vertäut in Helsinki sein, um abzuwettern. Wetterentspannung soll erst am Donnerstag in Sicht sein. Ein wenig, wie im letzten Jahr. Du hast entweder Schwachwind bis Flaute und fährst unter Motor oder Starkwind und Sturm und liegst im Hafen. Es fehlt dem Wetter ein wenig an Mittelmaß.

Für heute gibt es daher keinen Extra-Post mehr.

Die nächste Meldung kommt aus Helsinki!

Bleibt gespannt - ich bin es auf jeden Fall (mehr als mir lieb ist).

Euer Harry




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