Mittwoch, 12. Juli 2023

12. Juli 2023, Von Barösund nach Hanko (Finnland)

 Mittwoch, 12. Juli


Barösund, kurz nach vier Uhr morgens.

Am frühen Morgen liegt noch ein leichter Nebenschleier über Barösund. Die 15° Nachttemperatur liegen knapp unter dem Taupunkt und Ari am Morgen unter einer Decke von Tautropfen, wie nach einem Regenguß.


 

Um 7:00 klingelt unser Wecker, denn wir wollen spätestens in einer Stunde ablegen. Weitere knapp 35 sm liegen heute vor uns. Da wir erst unterwegs frühstücken werden, begnügen wir uns jeder mit einem Heißgetränk, während wir in aller Ruhe unseren Start vorbereiten.


Gestern Nacht war noch ein weiteres Segelboot hier im Hafen eingelaufen und hatte sich an Steuerbord zwischen uns und unseren Nachbarn gezwängt. Mitbekommen haben wir das beide nur unterbewusst. Heute Morgen liegen wir nun wirklich dicht an dicht.



Um 7:58 starte ich die Maschine. Vorsichtig geht es rückwärts aus unserem Liegeplatz heraus. Katrin beobachtet am Bug, ob wir irgendwo gegenschrammen. Nein, alles läuft wie im Bilderbuch ab.

Unten: Katrin zeigt mir gerade, dass unser Liegeplatz jetzt schon nicht mehr zu sehen ist, weil die anderen Boote so eingezwängt lagen, dass sich die gut vier Meter breite Lücke, die wir hinterließen, sofort geschlossen hat, nachdem wir herausfuhren. Man kann es sich kaum vorstellen. Boots-Hochsaison in Skandinavien ...


Direkt neben dem Hafen von Barösund verkehrt bei Bedarf eine Autofähre. Kurz vor uns fährt sie noch einmal schnell quer über den Sund. Die ersten Autos rollen wieder Richtung Festland.


Auffällig ist, dass die Schären hier noch grüner sind als im Osten Schwedens. Abgestorbene Bäume sind uns hier, im Gegensatz zu Schweden, nicht aufgefallen.


Der Sund selbst ist stellenweise sehr schmal und so müssen wir zeitweise schon höllisch aufpassen, zumal es ja auch noch Gegenverkehr gibt. Allerdings verhalten sich die finnischen Motorbootfahrer ausgesprochen defensiv und so gibt es keine brenzligen Begegnungen für uns.








Gegen Mittag reicht dann der Wind gerade so zum Segeln. Die durchschnittlich 4 kn Wind schaffen wir AmWind (also mit Wind von schräg vorne) ebenfalls in 4 kn Fahrt umzusetzen. In 55 Minuten sind wir dann ganze 3,5 sm (6,5 km) gesegelt. Dann dreht der Wind immer westlicher und wird dabei auch noch etwas schwächer. So läuft nach weniger als einer Stunde wieder der Motor. Es ist seglerisch schon ein wenig zum Verzweifeln, wenn auch der Rest stimmt. Nach dem heutigen Tag sind wir nun unter dem Strich deutlich mehr Seemeilen motort als gesegelt.

Hanko Skyline

Nach knapp sechs Stunden Fahrt und 33,6 Seemeilen Distanz, laufen wir in Hanko ein. Um Punkt 14:00 heißt es im Logbuch: Motor aus! Wir liegen fast am selben Platz, wie ich vor knapp zwei Wochen.

Oben: Der Track unseres heutigen Törns durch die Innen-Schären von Barösund nach Hanko.

Unten: Die bisherigen gemeinsamen Stationen im Überblick ... (Mariehamn gehört noch nicht dazu)


Das Wetter steht dieser Tage auf Schwachwind aus unterschiedlichen Richtungen. Da wir morgen nicht schon wieder den ganzen Tag unter Diesel fahren wollen, machen wir einen Tag Station in Hanko.

Ab Freitag wechselt das Wetter möglicherweise auf  ...  na???   

Starkwind und Sturm   -   Richtig!  

Der, woher kommt???  aus Westen!   Richtig!

Da wo wir hin wollen. Wir schauen mal, wie es weitergeht.

Bleibt gespannt, wir sind es auch.

Harry & Katrin



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen