Die Nacht der Überfahrt (Dienstag zu Mittwoch)
Im Vorhafenbereich räumen wir zunächst das Boot auf, während wir in kleiner Fahrt noch einmal an der POMMERN vorbeifahren.
Kaum losgefahren, ist dann schon Stau. Die Cinderella, eine Fähre der Viking Line, kommt gerade in den Hafen gefahren.
Wir stoppen vorsichtshalber auf, da wir nicht genau wissen, wo die Cinderella anlegen wird. Direkt vor uns dreht sie dann fast auf der Stelle. Durch ihre Bug- und Heckstrahlruder entstehen ordentliche Strudel im Wasser. Keine zehn Minuten später ist der Weg für uns wieder frei.
Gut eine halbe Stunde später; wir haben noch nicht einmal die große Zufahrt nach Mariehamn verlassen, holt uns die Cinderella schon wieder von hinten ein, während die nächste Fähre der Silja Line in umgekehrter Richtung gerade Mariehamn anläuft. Wir sind erstaunt, wieviel Fährverkehr hier in der Nacht unterwegs ist.
Wir genießen derweil die abendliche Stimmung, während uns der Südost-Wind mit durchschnittlich 11 kn (4 Bft) Richtung Schweden bringt, denn wir haben bereits volle Segel gesetzt. Wir sind nicht die Einzigen. Mehrere Segelyachten kommen uns entgegen, um noch am späten Abend ihr Ziel auf den Ålands anzulaufen.
Fähre Nr. 3, die Baltic Queen. Die Baltic Queen ist ein Fährschiff, das von Tallink im Linienverkehr zwischen Stockholm und Tallinn eingesetzt wird.
Der Himmel zieht langsam aber sicher zu. Die Wetterberichte stritten zuletzt noch, ob es Regen geben würde oder nicht. Wir bleiben zunächst verschont, doch durch den wolkigen Himmel ist es sehr dunkel für eine Früh-Sommernacht auf Höhe des 60. Breitengrades. Immerhin, wir können die gesamte Nacht hindurch die Wasseroberfläche erkennen und alle Silhouetten vorbeifahrender Schiffe.
Am frühen Morgen erwischt es uns dann aber doch im Stockholmer Schärengarten und wir werden von mehreren kleinen Regengebieten ordentlich eingeweicht. Es ist jetzt so ca. 3:00 morgens Mitteleuropäischer Zeit, denn die Zeitzone Ålands haben wir bereits mitten in der Überfahrt zwischen Mariehamn und Schweden überquert und hierdurch wieder eine Stunde zurückgewonnen.
Mit dem Wind haben wir Glück und schaffen unter Segeln dann unerwarteter Weise noch 52 sm der insgesamt 72 sm Gesamtdistanz.
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| Sommersegeln in Skandinavien. |
Es ist kurz vor 6:00 morgens, als der Wind dann auf 4 kn (2 Bft) abnimmt, wir die Segel bergen und den Motor starten. Das ist auch gut, denn wir haben vor, in einem Vereinshafen ohne Strom unter zu kommen. So können wir unter Motor noch einmal die Batterien aufladen, deren Kapazität aufgrund der Navigationsinstrumente, des Autopiloten und nicht zuletzt des Kühlschranks, bereits von 104% auf 85% während dieser Nachtfahrt gesunken ist.
Doch das Wetter bleibt trübe.
Unser bevorzugter Vereinshafen Uthamn auf Storön (siehe Hinfahrt) ist dann aber leider schon völlig überbelegt, als wir gegen 8:00 morgens dort eintreffen. Also suchen wir nach Alternativen in der Nähe, während es immer wieder regnet.
Gut eine Stunde später landen wir dann in unserer heutigen Ankerbucht, mit der wir dann ganz zufrieden sind. Jetzt geht es erstmal in die Koje.
Als wir am frühen Nachmittag wieder aufwachen, sieht es draußen inzwischen wieder freundlich aus und das soll auch morgen so bleiben.
Inzwischen ist es neun Uhr abends und wir lassen den Tag bei einem Glas Rotwein ausklingen.
Der Track unseres heutigen Törns über 72,5 sm (Distanz "durchs Wasser"), 68,5 sm "über Grund" (nach GPS)
Wie es genau weiter geht, wissen wir selbst noch nicht. Bleibt gespannt, wir sind es auch.
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| Katrin & Harry |





















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