Montag, 24. Juli
Seit heute haben wir Gewissheit. Aus dem stabilen Südwest-Wind der letzten Tage, wird langsam ein SüdSüdOst, der dann ab etwa 22:00 heute Nacht auf Südost drehen soll. Zwischen 22:00 und 23:00 Uhr wollen wir hier in Mariehamn starten und hoffen, morgen früh, so zwischen 06:00 und 08:00 Uhr an unserem Tagesziel in Schweden zu sein.
Doch heute ist auch noch ein Tag. Wir haben Sonnenschein bei 18°C und nur leicht bedeckten Himmel. Eigentlich ideales Wetter für Aktivitäten an der frischen Luft. Doch Katrin hat schlecht geschlafen und hängt etwas durch. Also entscheiden wir uns für etwas nicht so Anstregendes. Wir gehen ins Museum.
Das Åland Sjöfartsmuseum (Seefahrtsmuseum) ist nur etwa 200 m entfernt, dort wo auch die Viermastbark Pommern liegt. Mit einer Eintrittskarte pro Person kann man beides besichtigen.
Das Åland Sjöfartsmuseum zeigt anhand von Modellen, Nachbildungen und Originalteilen Historisches rund um das Thema Seefahrt. Gelungen finden wir die thematisch passenden Hintergrundgeräusche in den Ausstellungsbereichen.
An einigen Stellen gibt es auch Museum zum Anfassen und man kann sich näher mit dem Belegen von Tauwerk oder dem Knoten von Leinen beschäftigen - oder einfach nur mal schauen, wie die Menschen früher so auf einem Segelschiff gelebt haben.
Über eine kleine Fußgängerbrücke kommt man an Deck der Pommern. Hier kann man sich via Audioguide über Deck führen lassen.
Die Pommern ist eine 1903 unter dem Namen Mneme gebaute stählerne Viermastbark (Windjammer). Sie ist ein Schiff der legendären Flying P-Liner und liegt hier heute als Museumsschiff.
Die Flying P-Liner der Hamburger Reederei F. Laeisz, waren berühmt für ihre unverwüstlichen leistungsstarken Frachtsegler. 83 Stück gab es insgesamt, Acht davon waren sogenannte Schwesterschiffe (mit gleichem Bauplan). Diese acht Viermastbarken waren Pangani, Petschili, Pamir, Peking, Passat, Pola, Priwall und Padua (heute Kruzenshtern).
Ebenfalls als Museumsschiff liegt die Peking derzeit im Hamburger Hafen und die Passat in Travemünde. Die Padua (Kruzenshtern) läuft noch als Segelschulschiff unter russischer Flagge.Unter Deck führt einen der Audioguide durch die Quartiere der Mannschaft bis hin zur Kapitänskajüte
Der Käpitän besaß sogar eine Badewanne, während die Mannschaft sich wohl eher die Pütz mit Seewasser über den Kopf goß.
Ein Deck tiefer befinden sich die Laderäume. Auch hier werden thematisch passend Hintergrundgeräusche eingespielt. Das Rauschen des Meeres ist hier genauso wie das Knarren der Schiffsplanken und die Rufe der Besatzung zu hören. In kleinen "Kinoecken" kann man sich historisches Filmmaterial zu den Fahrten der Pommern, rund um die Welt, anschauen.
Original Segeltuch und Tauwerk samt der dazugehörigen Taillen (die "Flaschenzüge" der Seefahrt zum spannen des Tauwerks).
Wer sich gerne mal einen der Flying P-Liner aus der Nähe ansehen, aber dafür nicht bis auf die Ålandinseln reisen möchte, kann sich auch die Schwesternschiffe Peking in Hamburg oder die Passat in Travemünde, anschauen.
Es ist jetzt schon nach 14:00. Wir entspannen jetzt noch ein wenig auf der Sonnenterrasse des Nautical, einem Restaurant direkt am Museum, das durchaus zu empfehlen ist.
Im Anschluss werden wir uns auf die heutige Nachtfahrt vorbereiten. Von uns hört ihr erst wieder aus den schwedischen Schären.
Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.
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| Katrin & Harry |
























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