Montag, 10. Juli 2023

09. Juli 2023, Von Helsinki (Finnland) nach Tallinn (Estland) und zurück

 Sonntag, 9. Juli


Um 5:00 klingelt der Wecker. Aus dem Bett quälen müssen wir uns nicht, denn wir freuen uns ganz besonders auf den heutigen Tag. Es geht heute per Fähre nach Estland, genauer gesagt nach Tallinn, der estnischen Hauptstadt. Ursprünglich war dieser Trip natürlich unter eigenen Segeln geplant. Der mangelnde Wind hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das wissen wir bereits seit zwei Tagen und so haben wir einfach eine der vielen Fähren gebucht, die hier täglich mehrfach zwischen Helsinki und Tallinn verkehren.

Eine Stunde vor Abfahrt müssen wir spätestens am Westkai von Helsinki sein. Eine Straßenbahn bringt uns direkt ans Terminal und bis zur Straßenbahn sind es nur etwa fünf-sechs-hundert Meter von der Marina Pohjoisranta Harbour. Katrin hat bereits alle Tickets online gebucht. Sowohl die für die Fähren als auch für die Straßenbahn. Gegen 6:00 brechen wir vom Steg auf.

Das Wetter in Tallinn: Heiter, mit gelegentlichen Regenschauern.

 

Das Fährterminal wirkt wie ein hoch moderner Flughafen. Die gesamte Zugangskontrolle erfolgt digital über die Tickets auf unseren Handys. Wir sind drin!


Die "Megastar" der Tallink-Flotte ist 212 m lang und liegt bereits am Fährterminal. Alles läuft reibungslos und pünktlich beginnt das Bording. Überpünktlich legen wir ab.

Wir entern die Megastar.

Wir frühstücken an Bord, während der zwei Stunden, die die Fähre für die rund 80 km Luftline lange Überfahrt benötigt. 

Die Altstadt von Tallinn ist fast allseitig von der Stadtmauer mit ihren vielen Türmen und Toren umgeben und hat einen Durchmesser von gut 700 m. Hier betritt man eine andere Welt.


Tallinn verfügt über eine Vielzahl gut erhaltener bzw. restaurierter Gebäude aus allen möglichen Epochen ab dem ca. 12. Jahrhundert. 1944 wurden nach einem sowjetischen Bombenangriff mehr als zehn Prozent der Gebäude zerstört. Heute sieht man davon nichts mehr und es bieten sich einem schier endlose Fotomotive.






Auf dem Platz vor dem Rathaus (Bild oben) ist ein mittelalterlicher Markt nachempfunden, auf dem sich viele Menschen in traditioneller Kleidung tummeln und verschiedenen Handwerken nachgehen.

 

 

 

 





 An einer Ecke des Platzes findet sich auch die 1422 gegründete Apotheke. Wir schauen mal hinein (Eintritt kostenlos).



 



 In den Regalen findet sich viel deutsches, u. a. von Bayer ...



 

Blick aus der Apotheke

 



Es ist 11:00 und der zweite Hunger macht sich breit. Zeit für eine kleine Zwischenmahlzeit. In einer Nebenstraße, abseits des ganz großen Touristenrummels, kommen wir durch Zufall an diesem kleinen Restaurant vorbei. Pika Jala (Das Lange Bein), benannt nach einem der benachbarten Wehrtürme. Wir setzen uns auf die sonnige Terrasse. Ein sehr freundlicher, junger und vielsprachiger "Kellner" kommt sofort an den Tisch und nimmt unsere Bestellung auf. Eine Pilzsuppe, ein Carpaccio und zwei Biere sollen es sein.

 

Was dann für einen fairen Preis auf den Tisch kommt, ist nicht nur lecker, sondern sieht optisch, wie aus der Sterneküche aus. Die Restraurantpreise variieren hier allerdings stark. Glück gehabt.

Die um 1300 errichtete Heiliggeist-Kirche



In einer Buchhandling an der Heiliggeist-Kirche hat man alte Bücherrücken zum Blumenkasten umfunktioniert ...





An einem bekannten Aussichtpunkt der Stadt. Im Hintergrund die Olaikirche (Oleviste kirik), benannt nach dem norwegischen König Olav II. Haraldsson, dem Beschützer der Seefahrer.





Oben: Auf dem Domberg steht die Alexander Newski Kathedrale. Sie ist eine russisch-orthodoxe Kathedrale. Die Zwiebeltürme erinnern an Kirchen in St. Petersburg.

Direkt gegenüber, das Estnische Parlament.





Kaffee gibt es bei einem Italiener, der sich in einem bescheidenen "Einraum-Restaurant" untergebracht hat. Die Karte ist übersichtlich, aber die Speisen original. Alles ist liebevoll zubereitet ...




Nach zwei Aperol Spritz kann es weitergehen ....


Innen an der Stadtmauer, ein Klostergarten. Außen parkähnliche Grünflächen ...


Kein Wehrturm sieht wie der andere aus und jeder hat einen Namen. Die Dicke Margarete.








Gefühlt unterhält hier jedes EU-Land seine Botschaft in dieser Altstadt.





Inzwischen haben wir bereits über 12 Kilometer Fußstrecke auf der Uhr. Alleine hier in Tallinn. Es ist 17:00 und es wird Zeit über das Abendbrot nachzudenken. Bei vielen Restaurants haben wir auf die Karte geschaut.



Dann sind wir uns ganz schnell einig. Wir gehen einfach noch einmal ins Pika Jala (Lange Bein). Der junge Ober schmunzelt, als wir wieder da sind.


Für Katrin gibt es Rinderbäckchen und anschließend für uns beide noch Napoleontorte. Natürlich nicht ohne Kaffee bzw. Espresso und ...



... einem Limonchello und einem Hugo-Spritz ...

Wir müssen langsam wieder an den Rückweg denken, denn bis spätestens 22:00 sollten wir wieder an Bord der Fähre für die Rückfahrt nach Helsiniki eingecheckt haben.

Ein letztes Foto von Bord Richtung Altstadt. Schön war es hier!

Unsere BergfexApp bestätigt uns, dass wir heute fast keine Gasse in der Tallinner Altstadt ausgelassen haben. Am Ende des Tages, als wir um 01:15 nachts wieder zurück an Bord der Ari sind, haben wir dann tatsächlich gut 18 km zu Fuß hinter uns gebracht. Jeder Meter davon hatte sich gelohnt.


Am Steg unserer Marina in Helsinki entsteht dann noch dieses nächtliche Foto vom Hafen und der Kathedrale (Hintergrund, Bildmitte)


Morgen machen wir hier in Helsinki die Leinen nach einer Woche wieder los und uns auf den Rückweg, denn mit Helsinki und Tallin haben wir die beiden entferntesten Ziele dieses Urlaubs erreicht. Über den südwestlichen finnischen Schärengarten und die Åland-Inseln geht es Etappe für Etappe wieder retour.

Für heute war es das erst einmal.

Harry & Katrin



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