Freitag, 23. August 2019

22.08.2019_Von den Alands nach Finnland

Donnerstag, 2. August


Um 9:oo wecken wir die Maschine, die uns zunächst nur zum Setzen der Segel aus dem Hafen bringen soll. Wir verlassen Hellsö (Alands) und unser heutiges Ziel ist bereits bestimmt. Eine Insel namens Jurmo, gelegen im finnischen Südwesten, wird angesteuert. Das Barometer steigt stündlich und das Wetter zeigt sich entsprechend von seiner besten Seite - noch! Für den Abend und den morgigen Freitag sind Sturmböen angesagt. Daher haben wir uns erneut einen Hafen und keine Ankerbucht als Ziel ausgesucht.


Doch noch können wir einen Törn unter Segeln genießen. Anfänglich ist der Wind noch etwas zurückhaltend und so entscheidet Katrin kurzerhand, einen äußerlichen Bootsputz durchzuführen. Das Ankern hinterlässt seine Spuren. Daher ist ab und zu Schrubben angesagt.



Immer öfter sind wir jetzt ein bis zwei Kilometer zu jeder Seite von den Schären entfernt. Alles ist hier sehr offen und weitläufig. Ab und zu gelingt uns ein stark gezoomter Schnappschuss. Filmen ist bei diesen Distanzen aufgrund des Seegangs unmöglich. Auch mit freiem Auge sehen wir in der Regel keine Details mehr, was die Schären betrifft. Näher heranzufahren ist nur teilweise möglich. Die Besonderheit der Seekarten für finnische Gewässer ist, dass die Tiefen und Felsen unter Wasser nicht durchgängig per Sonar kartiert sind. Folglich gibt es immer wieder Wasserbereiche, die wie "weiße Flecken auf der Landkarte" wirken. Dort entlang zu fahren, verbietet sich von selbst.


Wir haben 20°C im Schatten, braten aber im Cockpit, da wir zunächst nur etwa 7 kn Wind haben. Erst gegen 11:oo stellt sich ein kräftiger SüdWestWind ein, der uns mit guten 7 Knoten Fahrt vorantreibt. Segeln, fast unter Idealbedingungen. Eine knappe Stunde später haben wir eine unsichtbare Grenze erreicht. Hier enden die Alands und die finnische Flagge muss gehisst werden.



Und weil uns gerade danach ist, begießen wir das mit einem Frühschoppen-Cocktail. Tja, was will man mehr?



Gegen halbzwei laufen wir dann in Jurmo ein. Alle Anlegeplätze liegen quer zu dem jetzt aus Westen und mit 16 Knoten blasenden Wind. Das macht das Anlegen etwas aufregend, aber ein netter Motorbootfahrer steht bereits am Steg bereit, um uns die Festmacher abzunehmen und zu belegen. Das ist immer die halbe Miete. Da es noch früh ist, gibt es statt des obligatorischen Anlegerbieres einen Kaffee.



Der Hafen an sich ist urig und bietet für 20,- Euro den grundlegenden Service. Allerdings, und das fiel uns bereits im letzten Hafen auf, ist Englisch hier offensichtlich nicht so verbreitet und einige beherrschen nur die nötigsten Vokabeln, um ihr Geschäft zu betreiben. Nicht schlimm, aber ich hatte das nicht erwartet.


 Jurmo wird auch von einer Fähre angelaufen und wie so oft wundern wir uns, wie ein Schiff dieser Größe in einem so relativ kleinen Hafenbecken manövriert, um dann zuletzt rückwärts am Kai anzulegen.




Morgen erkunden wir in einem passenden Wetterfenster die Insel. Es briest jetzt bereits deutlich auf. Heute Nacht soll es regnen und die Böen bis auf rund 30 Knoten ansteigen. Wir haben uns mit ein paar zusätzlichen Festmachern am Steg vertäut. Schon jetzt tanzt das Boot in den kleinen Wellen des Hafens und ab und zu schlägt eine krachend unter das Heck. Notfalls legen wir uns längsseits, dass wäre deutlich ruhiger. Jedoch ist das in diesem Hafen so nicht gedacht und, für den Fall dass in der Nacht noch Yachten einlaufen, nehmen wir durch das längsseits Liegen mögliche Liegeplätze weg. Das ist in etwa so, als würde sich ein Reisebus quer in die Parkhäfen der PKW stellen. Zwei der hier liegenden Yachten machen das bereits. Ich persönlich finde dieses Verhalten, sagen wir: suboptimal. Wir sind gespannt - auf die Nacht und auf morgen.

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