Die Feuchtigkeit der Nacht (warmes Wasser, relativ kühle Luft) ist literweise auf dem Deck kondensiert.
Ari glitzert im Morgentau.
Da das Heck und das Cockpit von der gestrigen Anker runter-Anker wieder rauf-Anker wieder runter-Aktion etwas arg lehmveschmiert sind, kommen wir ohne eine kleine Putzaktion nicht weg. Harry gibt alles:
Gegen halb zehn Uhr gehen wir dann endlich "Anker auf" - auch der Buganker (vorn) war spürbar gut im Lehmboden eingegraben, reinigt sich aber auf dem Weg an die Wasseroberfläche zum Glück etwas besser als der Heckanker gestern.
Wir haben noch 23 Seemeilen bis zum heutigen Ziel, der Stadt Turku. Mangels Wind wird es eine reine Fahrt unter Motor werden, für die wir wieder knapp 4 Stunden brauchen. Auch hier im Norden ist es schwülwarm, allerdings nur mit 21°C, jetzt am Vormittag. Die Großschifffahrt wird dichter, auch die Freizeitboote immer mehr und die Häuser auf den Inseln immer größer, mondäner, verspielter:
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| Schwer zu entscheiden: nehme ich nun das Fahrrad, das Boot oder fliege ich schnell mal in die Stadt - Luxusprobleme :-) |
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| Einblick ins Fährterminal |
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| Die Einfahrt in den Fluss |
Nach der Einfahrt zum Hafen der großen Frachter und Fähren kommt die Einfahrt in den Fluss Aurajoki. Hier liegt, ca. einen Kilometer flussaufwärts, der Stadthafen von Turku - auf finnisch: Turun Vierasvenesatama. Ja, Finnisch ist die erste Sprache, für die ich nicht mal ein paar Touristenvokabeln vorab gelernt habe - alle Worte sind elendig lang und beinhalten sehr viele Vokale.
Harry legt einen smarten Anleger hin und - da liegen wir.
Da wir ziemlich abgebrannt sind, was unsere frischen Lebensmittel angeht, brauchen wir einen Supermarkt. Einer liegt genau uns gegenüber auf der anderen Uferseite. Um dorthin zu kommen, muss man ein gutes Stück stadteinwärts laufen, um über die nächste Brücke zu gelangen - oder man nimmt die Fähre, welche direkt neben dem kleinene Hafen verkehrt. Pausenlos und kostenlos.
Nachdem die (teuren!) Lebensmittel verstaut sind, machen wir uns zu einem ersten Stadtspaziergang auf.
Wir gehen den Fluss entlang hinein Richtung Stadtzentrum, sehen viele Restaurants auf Schiffen sowie in den Häusern am Ufer. Der Uferweg ist breit aber autofrei, es tummeln sich Fußgänger und Radfahrer, Jogger und eScooter-Fahrer. Alles spannungsfrei und mit gegenseitiger Rücksicht. Für einen Berliner ist das der Himmel auf Erden.
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| Åbo ist der schwedische Name für Turku |
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| Auf einer der vielen Brücken |
Nach der Rückkehr sind wir ziemlich platt. So weites Laufen (7 km) sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wir genießen den Abend im Cockpit und die schöne Lichtstimmung hier am Hafen.
Am Dienstagmorgen rüsten wir uns für einen intensiveren Stadtbummel. Da wir den Uferweg bis dahin schon kennen, gönnen wir uns die Schnell-Variante: her mit den eScootern!
Beim Bummeln entdecken wir eine schöne alte Markthalle und stöbern hier durch alle Gänge. Bei einem kleinen Café gönnen wir uns eine kleine Pause bei Cappuccino und "Kardamon-Bulle":
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| Charmant erklärt, was hier verboten ist |
Die Stadt ist - alles in allem - nicht häßlich, nicht schön, nicht groß, nicht klein. Turku hat durch die Lage am Fluß seinen Charme, reine Wohn- und Geschäftsviertel oder alte und neue Stadtteile findet man hier nicht - alles ist gut durchmischt.
Es wird gerade viel gebaut und restauriert. So richtige Sehenswürdigkeiten sind rar. Eine Burg, ein Marinemuseum mit historischen Schiffen im Hafen, zwei alte Kirchen - fertig. Trotzdem lohnt sich die Reise hierher. Die Menschen hier sind entspannt und sehr höflich, die Restaurants auch unter der Woche gut besucht - man kommt hier angenehm zur Ruhe.
Am Abend gehen wir noch stadtauswärts, um uns die Schiffe vor dem Marinemuseum anzusehen. Für den Rückweg zum Hafen gönnen wir uns ein letztes Mal zwei eScooter. Hier ist genug Platz für diese Teile, deswegen macht es Spaß, sie hier zu fahren. Die Fahrradwege sind breit und deswegen fährt Jung wie Alt mit diesen Teilen.
Wie schreibt Harry immer? "Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig"











































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