Bei leicht bewölktem, sonnigen Himmel und gut 20 °C geht es heute weiter in Richtung Außenschären. Wir befinden uns noch im Hauptfahrwasser des Stockholmer Schärengartens zwischen Stockholm im Westen und den Alands im Osten. In rund 15 Seemeilen werden wir die östlichen Außenschären und damit unser heutiges Ziel erreicht haben.
Danach ist ein rund 30 Seemeilen breiter Teil der nördlichen Ostsee zu queren, bevor man die Alands erreicht. Doch das haben wir uns für morgen aufgehoben, da wir auf den kräftigeren Südwind warten.
Mit 3 Beaufort sind wir heute eher gemächlich unterweg, aber wir segeln. Regelmäßig passieren uns große Fähren der einschlägigen Veranstalter wie Aida, DFDS Seaways, Finnlines, Tallink Silja, Vikingline, usw. Auch auf unserer Hauptroute wird es dabei teilweise ganz schön eng und nicht immer ist klar, welche Linie Fähren bei Begegnungen innerhalb des Fahrwassers nehmen. Und dann ist man manchmal ganz schnell mittendrin und nicht nur dabei ...
Aber, wie meist, ist hinterher alles gar nicht so wild und es gibt wieder genügend Zeit, die Seele baumeln zu lassen und einfach nur zu gucken ...
Etwas aufregender wurde es dann noch einmal in unserer heutigen Bucht. Zwei Yachten lagen dort bereits so, dass wir an der von uns angedachten Stelle keinen Anker mehr setzen konnten. Während wir umdisponierten kam ein weiterer schwedischer Segler, warf seinen Heckanker, fuhr bis auf einige Zentimeter bis an die Felsen heran und machte dann seinen Bug dort per Schärenhaken und langer Leine fest. Gut, nichts für uns.
Schräg hinter ihm setzten wir dann ebenfalls unseren Heckanker, fuhren bis wenige Meter vor den Felsen und ließen unseren Buganker ins Wasser. Damit fühlten wir uns besser, merkten aber schnell, dass der Buganker immer wieder mal über den steinigen Untergrund rutschte und wir somit Stück für Stück in der Bucht vertrieben. Wie das alte Sprichwort sagt: "Bist du in Rom - mach es wie die Römer!"
Ich lies das Kajak zu Wasser, paddelte ans Ufer und inspizierte die Felsen neben der schwedischen Yacht. Als ich einen mir geeignet scheinenden Riss im Granit gefunden hatte, holte ich zunächst unseren Schärennagel und Hammer von Bord und schlug das Teil mit ein paar Hieben ein. Schien erst einmal zu sitzen. Dann sprach ich den Schweden an, if he may help us to fix our rope at the rock. "Sie sind Deutsche?" fragte er in etwas gebrochenen Deutsch - und ja, selbstverständlich gern ...
Ich erklärte ihm, wie ich anzulegen gedachte, und dass dies unser erster Versuch an einer Schäre sei. Dann holte ich seine Meinung zu dem von mir gesetzten Schärennagel ein. Zu allem nickte er zufrieden und ergänzte, das diese Bucht sehr beliebt bei den Schweden sei und man hier sehr gut auf diese Weise festmachen könne. Wenn er das sagt. Zurück auf dem Boot stimmte ich mit Katrin die einzelnen Schritte des Manövers ab, inklusive einer Variante B, falls ich im Wind abtreiben sollte. Wenn du mit deinem Boot dann auf den Felsen zufährst und dabei gleichzeitig immer wieder den Tiefenmesser im Auge behältst, läuft´s einem schon mal kalt den Rücken runter. Gut, dass ich zum Schluss mehr nach vorne als auf den Tiefenmesser geschaut hatte, denn der zeigte, nachdem wir festgemacht hatten, noch ganze 1,1 Meter Tiefe an. Wir brauchen aber mehr als 1,8 Meter Tiefe. Das ging nur gut, weil Ari am Sensor des Tiefenmessers nur ca. 50 cm Tiefgang hat und der Stahlkiel mit 180 cm Tiefgang rund 4 Meter hinter dem Sensor beginnt. Entspannt ist anders. Aber auch über Wasser war alles gut gegangen und nach rund 10 Minuten fest vertäut. Für unseren zweiten Festmacher musste eine Birke herhalten, die etwa 10 Meter entfernt vom Ufer wuchs. Und so sah das Ergebnis dann aus ...
Doch diese Schäre war alle Mühen wert gewesen. Ein paar Impressionen ...













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