Donnerstag, 15. August 2019

14.08.2019_Landeswechsel



Mittwoch, 14. August

Als wir kurz vor 10:oo die Maschine anwerfen, sind der Schärennagel und die Landleinen schnell gelöst. Noch eben den Heckanker aus dem Wasser gezogen, schon kann es losgehen. Grobe Richtung: ENE (Ost-Nord-Ost). Um 10:3o liegt das Leuchtfeuer Söderar querab.



Im Hauptfahrwasser haben wir wieder einige Begegnungen mit den großen Fähren. Diese hier scheint mehr eine Art LKW-Fähre zu sein.



Diese Fähre fällt uns auf, weil sie scheinbar einen überlangen Schornstein besitzt. Schnell fällt auf - der Schornstein dreht sich. Es ist also ein sogenannter Flettner-Rotor. Ein der Windströmung ausgesetzter, rotierender Zylinder. Er arbeitet nach dem Magnus-Effekt und erzeugt eine Kraft quer zur Anströmung. Der Zylinder selbst ist meist um die 25 Meter hoch und dreht mit rund 100 Upm. Die Funktionsweise ist als Patent für Schiffsantriebe angemeldet und existiert seit rund 100 Jahren. Schön, dass es jetzt, vermutlich aufgrund des schlechten Image der großen Passagierschiffe, genutzt wird, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Und dann sind da noch die beiden Flüssiggastanks (?) am Heck dieser Fähre. Hierzu konnte ich im www auf die schnelle nichts finden. Aber es lässt hoffen ...



Wir queren die Landesgrenze und schon sind wir in ...



Also holen wir die auf der Steuerbordseite wehende SchwedenFlagge ein und setzen die neue Gastlandsflagge. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht realisieren ist, dass wir mit der Landesgrenze auch die Zeitzone wechseln. Es gilt jetzt EEST, die Eastern European Summertime (Osteuropäische Sommerzeit). Es wird gegenüber unserer Uhr also 1 Stunde später. Dem Einzigen dem das auffällt ist Katrins Samsung Handy. Alle anderen, selbst unsere Funkuhr, machen im alten Trab weiter.

Am frühen Nachmittag haben wir dann die aländische Insel Lilla Bäskär mit ihrem Turm und den Windrädern backbord querab.



Wenig später und mit 31 Seemeilen im Kielwasser kommen wir an unserem Ziel, der Insel Rödhamn, an.



Diese Insel liegt wenige Seemeilen südlich von Mariehamn, der Hauptstadt der autonomen finnischen Region Aland. Es sieht vielversprechend aus. Ein kleiner Holzsteg windet sich entlang der Schärenfelsen und führt auf urige kleine Holzhütten zu. Dort teilen sich Restaurant und Hafenmeisterbüro einen Raum und eine nette Frau mittleren Alters führt die Jobs in Personalunion aus. Gleichzeitig ist sie noch Bäckerin, Kunstmalererin und Kuratorin für das heimische Museum im Ort.



Während wir unseren Apfel-Karamell-Kuchen und dazu einen Schluck Weißwein genießen, findet vier Meter weiter ein Fotoshooting statt, bei dem es offensichtlich um Eigenwerbung in Sachen Aland oder sogar dieser Insel, geht.



Seltener fotografiere ich Toilettenanlagen. Diese hier hat es verdient. Ein Plumsklo, wie man es liebevoller wohl nicht gestalten kann. Fließend Wasser gibt es dort nur zum Händewaschen.




Für den ersten Tag sind wir erst einmal erledigt und wir gehen zurück zum Boot. Eines ist klar, hier bleiben wir noch einen Tag, um die Insel zu erkunden.


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