Da heute am Vormittag nicht all zu viel Wind zu erwarten ist, starten
wir etwas früher in den Tag. Denn das, was am Vormittag an Wind fehlt,
gibt es zum Abend wieder zu deftig auf die Mütze. Dafür soll die Sonne - bis auf ein paar Wolken - den ganzen Tag strahlen.
7:20 Uhr (8:20 Uhr Ortszeit) starten wir den Motor und legen in Jurmo ab. Da wir die ersten Meilen unter Motor fahren werden, gibt es das Frühstück erst, als wir uns auf dem großen Fahrwasser der Fähren und Frachtschiffe gen Norden befinden. Der Autopilot steuert derweil nach vorgegebenem Kurs das Boot und wir schauen ihm, gemütlich unsere Brötchen mümmelnd, bei der Arbeit zu und schauen nach den anderen auf dem Wasser.
Während wir so zwischen den Schären hindurchfahren sieht Harry einen Adler, der gefühlt minutenlang ohne einen einzigen Flügelschlag über den Inseln kreist.
Ansonsten ist die Fahrt unspektakulär. Die Schifffahrt ist mit uns im selben Fahrwasser und lässt sich so ganz gut fotografieren.
Dabei fällt uns auf, dass wir aus Jurmo blinde Passagiere mitnehmen.
Die beiden Popper uns unbekannter Art lassen sich auch beim später aufkommenden Wind nicht weiter stören und halten bis zur Ankunft in der Ankerbucht durch. Erst dort können sie voneinander lassen.
Die Schären um uns herum werden so langsam wieder bewohnter, je weiter wir nach Norden kommen.
Hier hat sich jemand eine Faß-Sauna direkt an den Steinstrand gestellt, den Blick hinaus aufs Wasser. Die Holzvorräte im Hintergrund sollten für ein paar Durchgänge reichen.
Selbst der Radar-Reflektor ist bewohnt. Da haben sich ein paar Möwen ihre Kolonie gebaut, indem sie endlos Zweige in den Reflektor geworden haben, bis es gemütlich genug wurde.
Nach bereits 3:45 Std sind wir nach 23 Seemeilen in der vorher ausgesuchten Bucht angekommen.
Die Bucht des Tages heißt "Toras Viken", ist relativ groß und weiträumig.
Wir tun uns am Anfang schwer, bei den nun aufgekommenen kräftigen Böen bis Windstärke 6 einen geeigenten Platz zu finden. In der Bucht strömt das Wasser nicht in der selben Richtung, wie der Wind durchpfeift. Zudem dreht sich der Wind in der Nach auch noch um fast neunzig Grad ... das alles muss bei der Suche nach dem sicheren Ankerplatz berücksichtigt werden. Nicht gerade höhere Mathematik, macht aber schon zwei-drei Überlegungen mehr von Nöten. Erst der zweite Ankerversuch in etwas freierem Wasser gibt uns ein Gefühl der Sicherheit für die Nacht.
Nach ein paar Stunden Siesta, die wir wegen des Windes unter Deck verbringen, gibt es den frisch geräucherten Lachs aus Jurmo, dazu frische Brötchen aus dem Ofen und ein Bier dazu - yammi.
Der Tag verabschiedet sich mit einem schönen Sonnenuntergang, den wir gemütlich im Cockpit genießen.
Als die Sonne weg ist, ist es auch vorbei mit der Gemütlichkeit. Der Wind hat sich ausgetobt und wir können ruhigen Gewissens in die Kojen schlüpfen. Wie auch unsere Nachbarn haben wir bereits das Ankerlicht, oben am Mast, angeschaltet. So werden wir (hoffentlich!) von allen gesehen, die vielleicht noch nachts in die Bucht hereinkommen.









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