Mittwoch, 28. August
Gegen 9:3o heißt es: "Maschine an!". Bei stahlend blauem Himmel verlassen wir den Stadthafen von Turku. Wir fahrend entlang der klassischen Segelschiffe, historischen Marineschiffen der öffentlichen Ausstellung, vorbei an einem zur Jugendherberge umgebauten Frachtschiff und den schweren Schleppern, bis wir an den Terminals der Fähren und Luxusliner zum Fahrweg finden, der uns wieder aus Turku heraus führen soll.Und so wechselt schlagartig die Umgebung und wir befinden uns wenige hundert Meter weiter umgeben vom flachen Festland, dass hier noch einmal mit üppigen Schilfbestände, kleinen Wälder, Uferprommenade und Parkanlagen auf sich aufmerksam macht. Am Ufer haben sich in einer großen Bucht hunderte von Wildgänsen versammelt. Unter ihnen herrscht Aufregung. Vielleicht geht es ja bereits in den Süden?
Unser Kurs zumindest, ist für heute Südwest. Eine Stunde nach dem Start haben wir die ersten 6 Seemeilen hinter uns. Windstärke und Richtung lassen uns jetzt die Segel setzen. Unsere heutige Etappe beträgt 32 Seemeilen (rund 59 km). Wir haben den gesamten Tag wolkenfreien Himmel. Bei 3 Beaufort Wind und guten 20 °C ist es ausnahmsweise sogar während des Segels T-Shirt-Wetter. Am Ende werden wir zwei Drittel dieser Strecke gesegelt sein.
Unterwegs sind uns schon allerhand Kuriositäten auf dem Wasser begegnet. So auch heute. Zunächst hatten Katrin und ich uns gewundert, warum der Segler so dicht an einem Felsen vorbeifuhr. Gleichzeitig fragten wir uns, warum dieser Felsen nicht in unserer Seekarte eingezeichnet war. Da wird man schon etwas unruhig. Eine halbe Minute und hundert Meter später löste sich die ganze Sache dann in Wohlgefallen auf. Der vermeintliche Felsen war ein Schwimmsteg und dieser befand sich im Schlepp des Segelbootes. Da fallen einem gleich die unterschiedlichsten Geschichten zur Entstehung ein. Wie auch immer es war - es bleibt kurios.
Unser heutiges Ziel ist der Hafen Verkan (FIN). Schön und ruhig gelegen, zumindest in der Nachsaison. Aufgrund der vielen Mooringbojen kann man sich aber vorstellen, was hier vermutlich in der Hochsaison los ist.
Was für eine Begrüßung für Menschen mit Schlangenphobie (Katrin). Diese Ringelnatter schwamm kurz nach dem Anlgen an unserem Boot vorbei. Für Katrin definitiv keine Einladung, hier baden zu gehen.
Die Hafengebühr von 20,- Euro entrichten wir im Restaurant, wo uns eine charmante Bedienung in alle Örtlichkeiten einweist. Alles ist nett eingerichtet und der Duft nach Gebratenem steigt uns in die Nase. Da läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Doch wir haben heute anders disponiert und gehen nach einer kurzen Erkundungsrunde zurück an Bord.
Donnerstag, 29. August
Weil uns die Wetterentwicklung ein wenig im Nacken sitzt, haben wir für heute einen größeren Schlag (längeren Törn) geplant. Um 9:oo haben wir daher schon die erste Meile hinter uns und sichten einen kreisenden Adler.Wieder liegt die Temperatur bei guten 20°C und der Wind bläst mit 3 - 4 Beaufort fast ganztägig aus der für uns richtigen Richtung. Ein Segeltag für Genießer! Der Autopilot steuert gut und wir haben mal wieder viel Zeit, uns auch dem Genuss hingeben zu können. Bei rund 40 cm Welle von schräg hinten schaukelt Ari sanft vor sich hin. Da wir uns in den südlichen Außenschären des Turku Archipels befinden, sind die vielen Inseln weit verstreut und einige verschmelzen am Horizont mit dem Himmel. Das Wasser plätschert an uns vorbei. So entspannt segelt man nur selten.
Gegen 11:3o sehen wir das erste Segelboot des Tages. Es ist ein Finne, der uns mit einer Bavaria gleicher Bauart entgegen kommt.
Um 11:5o haben wir das Leuchtfeuer "Gustaf Dalen" steuerbord querab.
Um 12:3o steht der Flaggenwechsel an, weil wir die Landesgrenze von Finnland nach Aland überqueren. Damit wird ab heute gleich alles viel schwedischer, auch wenn die Aländer den Euro (analog Finnland) haben.
Als wir nach 17:oo und mit über 50 Seemeilen im Kielwasser in die Bucht von Rödhamn einlaufen, sind wir das einzige Boot im Hafen. Gut, es ist Donnerstag und Ende August ist hier bereits Nachsaison. Uns ist das recht und wir freuen uns, dass wir hier morgen erneut einen ganzen Tag vor Ort haben, da wir auf ein geeignetes Wetterfenster für die Weiterfahrt zur schwedischen Seite warten wollen.
Freitag, 30. August
Fast traut man sich nicht, es zu wiederholen, aber wir haben schon wieder Sonnenschein bei guten 20°C Lufttemperatur. Eigentlich sollte es hier letzte Nacht regnen und ein Gewitter war avisiert. Nichts dergleichen!
Seitdem ich am 8. Juli gestartet bin, gab es kaum Ausreißer im Wetter. Anfänglich etwas zu heiß mit zwei oder drei Tagen um die 30°C. Ab und zu ein Regenschauer. Mancher hat auch mal ein oder zwei Stunden gedauert. In der Gesamtbetrachtung hätte es für mich besser nicht seinen können. Gut, bei Windstärke und Windrichtung gibt es im Schnitt noch Potenzial nach oben, aber ich will mal nicht so sein.Wir packen unsere Fotoausrüstung ein und begeben uns erneut auf Inselerkundung. Hier muss es in letzter Zeit reichlich geregnet haben, denn im flachen Granitgestein befinden sich viele Becken und die sind jetzt mit Wasser gefüllt. Einige so groß wie eine Bratpfanne, andere haben wenige Quadratmeter Fläche. Eine Landschaft mit Miniaturseen hat sich entwickelt und lässt die Insel noch schöner, noch interessanter, aussehen.
Katrin lässt die Drohne steigen und ich suche nach Motiven am Boden. Ein paar Impressionen ...
Morgen geht es zurück nach Schweden, aber noch nicht auf den Heimweg.

















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen