Donnerstag, 08. August
Es steht für heute der letzte Ankerplatzwechsel an, bevor ich nach Stockholm fahre. Um 11:00 Uhr starte ich die Maschine, und lichte zunächst den Heckanker.
Da war ich wohl gestern etwas zu vollmundig mit meiner Ankündigung: „Es sollte damit morgen weder Überraschungen noch Probleme geben“. Probleme nicht, aber ich hatte nicht damit gerechnet, mehr als eine halbe Stunde für das Aufholen und Reinigen von Anker, Kette und Festmacher zu benötigen. Das Lag an der etwas unglücklichen Kombination von an sich festem kelpartigen Seegras, dass allerdings dicht mit Fadenalgen überzogen war.
Fadenalgen kennen wir aus dem Gartenteich oder Aquarium. Sie bilden einen Filz der umso dichter und fester wird, wenn man ihn aus dem Wasser holt. Das darunter befindliche Seegras wird einfach durch die Fadenalge zusammengedrückt und alles zusammen legt sich dann wunderbar um das gesamt Ankergeschirr.
Das gibt natürlich klare Abzüge in der B-Note meiner Bewertung für diesen Ankerplatz. Abzüge gebe ich auch für den heute fehlenden Wind.
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| Geht so, sag ich mal ... |
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| Ich nehme mal an, ein sogenannter „Schoner“ |
Freitag, 9. August, Fahrt nach Stockholm
Um 9:15 startete ich den Motor für meine heutige Etappe nach Stockholm. Der Tag startete zunächst leicht bewölkt mit etwas Sonne und 21°C. Wind allerdings, hatte er nicht zu bieten. So wurde es mal wieder eine Motorfahrt von insgesamt 17,5 Seemeilen.
Ich war noch nicht mal eine Seemeile unterwegs und wunderte mich, dass genau an der Stelle, an der ich gestern den schwarzen Schoner gesehen hatte, nun ein weißer Schoner lag. Was für ein Zufall. Als ich näher kam wurde schnell klar, dass hier inzwischen zwei Schoner im Päckchen lagen. Das sieht man auch nicht alle Tage.
Nach etwa halber Strecke erreichte ich Vaxholm. Die Stadt hat knapp 5.000 Einwohner. Bekannt ist sie wohl eher wegen ihrer Festung, die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet wurde, um die Einfahrt nach Stockholm zu verteidigen.
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| Fähranleger und Gebäude des Vaxholm Tourist Office, dem ehemaligen Rathaus (rechts) |
Auf der Weiterfahrt Richtung Stockholm ist insbesondere die Steuerbordseite des Fahrwassers übersäht mit außergewöhnlichen Gebäuden.
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| Wer hier lebt, wohnt nicht, man residiert |
Aber man sieht – das Wetter wird schlechter.
Zehn Minuten vor dem Anlegen im Hafen und natürlich ohne Ölzeug bekleidet, weil ich ja gleich da bin, wurde der Himmel schwarz und es begann zu schütten. Und dann kam es richtig dicke …
Als das Regenwasser in der Kleidung so langsam Körpertemperatur angenommen hatte, war´s dann auch egal …
Nur noch schnell das Anlegen vorbereiten, d. h. Fender und Leinen (Festmacher) dorthin, wo sie vermutlich gebrauchtwerden. Dafür hatte ich dann ein „Sahne-Anlegemanöver“ obwohl bei diesem Regen natürlich niemand im Hafen geholfen hat.
Sehr nass und sehr zufrieden. Das sind übrigens meine „Töpferhosen“. Der Regen war so heftig, das tatsächlich alle Tonreste aus der Hose rausgewaschen wurden.
Stockholms Innen- und Altstadt hat außergewöhnlich viel historische Architektur zu bieten. 200 Jahre ohne Krieg machen sich auch diesbezüglich bezahlt. Doch die Stadt schauen wir uns vermutlich erst am Ende der fünf Wochen an, die ich ab morgen mit Katrin verbringe.
Bis hierher war ich insgesamt 582 Seemeilen (1.078 km) unterwegs. Nach den ganzen Motorfahrten war ich heute überrascht, dass ich doch 310 Seemeilen (53%) der Gesamtstrecke gesegelt bin. Dennoch passt das Verhältnis für mich noch nicht. Daran muss ich arbeiten.
Wegen eines nahenden Sturmtiefs, geht es für Katrin und mich vermutlich erst Montag weiter.
Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig!




























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