Fünf Wochen Segelurlaub - das hat man nicht jedes Jahr.
Ich möchte diese Zeit hier Revue passieren lassen und ein wenig in Zahlen verpacken.
Wir sind ehrlich und geben zu, dass wir uns mit unserem Ziel (einen Fjord in Höhe Bergen) fast ein wenig übernommen haben. Der Weg bis nach Stavanger zog sich, die Wetterlage mit überwiegend West und Nordwestwinden und den vielen Schwachwindtagen machte es uns nicht gerade einfacher. Uns blieb nur eine Woche, um den Hardangerfjord zu einem Teil zu befahren.
Trotzdem haben wir keine Seemeile bereut. Norwegen ist schön.
Besonders die Landschaft in Fjordnorwegen hat uns sehr beeindruckt. Eine Landschaftsform, die ich eher nach Neuseeland oder ins südchinesische Meer gepackt hätte. Hohe, steile Berge, ganz oben sieht man den Schnee liegen, aus dem oft mehrere Wasserfälle entspringen, die in mehreren Kaskaden bis ins Tal oder ins Meer fließen. Die Berge sind bis zur Wasserlinie üppig grün. Ganz Norwegen war zu unserer Zeit vor Ort üppig grün.
Die Norweger sind sehr aufgeschlossen, kontaktfreudig, unkompliziert und hilfsbereit ... und so viele sprechen akzentfrei deutsch. Ein Land zum immer und immer wieder hinfahren - wenn es nicht so weit weg wäre.
Wir haben nach 5 Wochen 1350 Seemeilen im Kielwasser; das sind 2500 km.
Leider mussten wir den überwiegenden Teil - 756 sm - unter Motor bewältigen. Nur 594 sm durften wir segeln. Wir besuchten in zwei Ländern (Dänemark und Norwegen) 19 Häfen, davon kannten wir nur Klintholm und natürlich unseren Heimathafen. Alle anderen Häfen waren neu für uns.
Wir waren an 25 Tagen auf See und verbrachten 10 Tage an Land. Zweimal waren wir über Nacht unterwegs - keine Reisezeit, um die wir uns reißen. Der erste Törn, eine Nachtfahrt, (Neuhof -> Anholt) war mit 185 sm der längste.
Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit unter Segeln betrug immerhin 6,5 ktn (12 km/h).
Die Nordsee und das Skagerrak haben für uns viel von ihrem Schrecken verloren. Auch nur Wasser, was, mit einer längeren Welle, vor sich hinschwappt.
Wir werden garantiert kein Fan von Tidengewässer. Zwar war der Tidenhub mit rund plus/minus 40 cm nicht besonders groß, aber der Tidenstrom ist mit bis zu 1,5 ktn trotzdem vorhanden - und nervig, wenn er gegenan kommt. Das gibt es in der Ostsee nicht und das ist gut (und bequem) so.
Seglerisch haben wir so einiges dazugelernt und fühlen uns immer sicherer. Wir hatten mit einer Bandbreite von Flaute bis Windstärke 7 ja auch genug Übungsmöglichkeiten. Alle unsere An- und Ablegemanöver haben gut geklappt ... das hatten wir noch nie.
Diese Fahrt hat großen Appetit auf mehr gemacht. Mehr Zeit, mehr Strecke - Lofoten, Shetlands, Kanaren - Nordsee, Nordmeer, Atlantik - wir würden uns trauen.

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