Freitag, 9. Juni 2017

08.06.2017 Am Umkehrpunkt / Norheimsund (NO)

"Was für ein Wetter!" Dieser morgendliche Ausruf beschrieb eigentlich alles.
Fieses, kühles Nieselwetter. Dazu brausten, statt der angesagten "Fast-Windstille", satte 5-6 Bft durch den Hafen.
Heute startet unser letzter Törn Richtung Norden. Es geht den Hardangerfjord rauf bis nach Norheimsund.
Wenn es nach uns ginge, könnte es noch eine ganze Weile weiter nach Norden gehen. Die Lofoten sollen im Sommer sehr schön sein ... aber ich fürchte, da machen so langsam die Kollegen und Chefs nicht mehr mit.  :-)
Wir müssen uns, wohl oder übel, auf den Rückweg machen. Urlaub ist leider endlich.

So bereitete Harry die triefnasse Ari aufs Ablegen vor. Erst einmal mussten die vielen Festmacherleinen aus der Sturmnacht eingeholt und verstaut werden. Wir hatten noch nie vorher den Fall, das alle unsere Leinen und Fender am Liegeplatz im Einsatz waren.

Draußen auf dem Wasser blies uns ein Wind mit Böen bis zum Ende der 6 Bft gen Norden. Wir holten nur das Vorsegel raus und waren trotzdem locker mit bis zu 6,5 Knoten unterwegs.
Das Wetter konnte uns die Laune aufs Segeln nicht vermiesen. Nur die Temperaturen dürften gerne etwas höher sein. Bei 11°C sind wir immer noch mit drei bis vier Kleidungsschichten bewehrt.


Tablet im Regenmantel
Immer wieder fanden unsere Blicke auf beiden seiten des Fjords Wasserfälle, welche sich tosend die Berge hinunterstürzten. Ein beeindruckendes Schauspiel, das den Blick gefangen nimmt. Allein die schlechte Sicht durch den dauerhaften Nieselregen sorgte dafür, dass ich nicht alle Speicherkarten voll"knipste":



Fast genau auf der Hälfte der Strecke ging uns der anfangs so kräftige Wind aus. 
Der Fjord windet sich auf dieser Höhe immer mehr und so ist es aus mit dem kräftigen Durchzug. Also Vorsegel eingerollt und Motor inklusive Autopilot an. Das sorgte für eine kleine Regenpause für Harry, der gerade Ruderwache ging:



Je tiefer wir in den Fjord fuhren, desto schmaler wurde er. Also, nicht wirklich eng, aber so schmal, dass man beide Ufer gut überblicken konnte.

Unter Motor wurde auch mir bei meiner Ruderwache langweilig und so versuchte ich mich an einer Videonachricht für euch :-)



Eine der vielen Fischfarmen hier, links und rechts am Ufer.




Gute Seite, böse Seite. Dieser Anblick begleitete uns von Anfang bis Ende des Törns


Nach knapp fünf Stunden kamen wir im Nebenarm des Hardangerfjords, dem Norheimsund, an.
Natürlich erwischte uns keine zwei Meilen vor dem Gästehafen noch ein kräftiger Schauer.
Der Skipper verkroch sich regenmüde in sich selbst ....


Aber die Dusche dauerte nicht lang; der Hafen lag bald vor uns. Da heißt es: Boot klar machen zum Anlegen. Fender rauslegen, Leinen klarieren (so hinlegen, dass sie ohne zu verdüdeln einsetzbar sind) und nochmal in den Hafenplan schauen.



Wir liegen hier äußerst beschaulich am Holzsteg. Direkt dahinter ein kleines Einkaufszentrum und eine Brücke zur Stadt.


Nachdem wir uns aus unseren x-Kleiderschichten rausgepellt hatten, kam doch tatsächlich die Sonne durch. Also nur kurz ausgeruht und dann auf zu einem kleinen Rundgang durch den Ort. Lang war er nicht ... Norheimsund ist zwar flächenmäßig am Sund entlang "zerlatscht", aber insgesamt ist das nicht mehr als eine Kleinstadt.

Noch schnell den heutigen Track abspeichern und dann ab in die "City"
 Ein Blick auf den Hafen und die Einfahrt in den Sund von der Fußgängerbrücke aus:


Morgen geht es das erste Mal wieder Richtung Süden. Wir wollen ungefähr den halben Weg des heutigen Törns zurück und dort einen weiteren Nebenarm des Fjords, den Maurangerfjord, befahren. Dort erwartet uns laut Beschreibung im Revierführer ein Wasserfall "zum Anfassen nah" und die Möglichkeit, mit kurzer Wanderung einen Ausleger des Folgfonn-Gletschers zu sehen. Sofern die guten Wetteraussichten für Samstag bleiben, wird das unser Wochenendprogramm.


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