Donnerstag, 22. Juni 2017

21./22.06.2017 Ein letzter Stopp / Klintholm (DK)

Mittwoch, 21.06.17

Nach einer sehr kurzen Nacht brachte der nächste Morgen schönes Wetter mit.
Wir waren mal wieder in die Nacht der Abi-Abschlussfeiern in Dänemark gestolpert. Dabei scheint es Tradition zu sein, die Feier mit einem Bad zu beschließen. Wie schon in Kopenhagen letztes Jahr sammelten sich in der letzten Nacht gut 20 - 30 Jugendliche ausgerechnet bei uns am Pier und sprangen nach und nach kreischend, brüllend, lachend ins Wasser. Der Anblick, der sich einem bei einem müden Blick aus dem Niedergang bot, war allerdings sehr lustig. Bis auf ihre Mützen hatten viele nur noch ihre Unterwäsche oder gar nichts mehr an.  Ich habe mal ein Beispielfoto aus Kopenhagen aus dem Netz gefischt:


Ich ging hinaus, um zwei splitterfasernackte junge Herrn zu bitten, unsere Stufe hinten am Heck wieder zu verlassen. Diese hatten sie kurz vorher erklommen, saßen lachend drauf und machten dabei noch mehr Lärm als so schon. Die beiden grinsten, standen auf und sprangen lachend mit Köpper ins Wasser. Allgemein war die Stimmung fröhlich, lustig und alles andere als unfreundlich. Die ganze Truppe wünschte mir noch zuprostend "good night" und verkrümelte sich dann in den nächsten 10 Minuten vom Pier.

Trotz aller Müdigkeit  am Morgen legten wir kurz vor halb zehn ab und machten uns auf, den Sund hinunter nach Süden zu fahren.




Wie weit es heute gehen sollte, stand noch nicht fest. Da es am nächsten Tag wegen südlichen Winden nochmals eine Pause gab, sollte es ein "schöner" Hafen sein.
Zwischen Kopenhagen, Malmö und der Øresundbrücke war wieder ordentlich Verkehr:




So etwas hatten wir vorher noch nie gesehen:

Der kleine Schlepper zog einen ganzen Wohnblock hinter sich her.



Auch wenn der Wind etwas unstet war, ließ er uns doch die gesamte Strecke segeln. Kurz vor der Insel Møn, südwestlich unter dem Ausgang des Sundes, zog der Himmel immer mehr zu. Der Wind schlief in dem Moment ein, als wir sowieso den Motor anwerfen mussten, da wir auf der Südseite der Insel noch 4 Seemeilen Richtung Westen bis zum Hafen Klintholm fahren mussten. Perfekt!


Nach elfeinhalb Stunden und über 77 Seemeilen legten wir in Klintholm an. Davon waren nur 6 Seemeilen unter Motor, der Rest - alles gesegelt.


Nach einem Anlegerbier spazierten wir durch den Hafen zum Automaten, um das Liegegeld zu bezahlen. Da sahen wir eine "alte Bekannte":



Dieses Schiff der deutschen Marine hatten wir erst letztes Jahr vor Skärhamn auf Tjörn gesehen. Da gerade ein Besatzungsmitglied vor uns Richtung Duschen lief, sprach ich ihn einfach an und fragte ihn zu diesem Boot aus. Sehr nett und aufgeschlossen bekamen wir Auskunft, Es handelt sich um die kleinere Version eines Ausbildungsschiffes. Da die Gorch Fock immer noch in der Werft liegt, werden auf diesem Schiff Trainingsmaßnahmen wie Teambuildung und ähnliches durchgeführt. Und ja, letztes Jahr auf Tjörn war er auch dabei.
Da wir uns unterwegs schon was zu essen gemacht hatten, durften wir anschließend sofort in die Koje fallen.




Donnerstag, 22.06.17
Heute wird ausgeschlafen, geduscht, gegammelt, ein Post für den Blog geschrieben, spazieren gegangen, usw.
Morgen gehts auf die letzten 50 Seemeilen bis in den Heimathafen. Der Wind sollte uns mit 4-5 Bft aus West nochmals einen kompletten Segeltag bescheren.
Mal sehen, was Petrus sich für den letzten Tag noch einfallen lässt - er hat ja so einiges wieder gut zu machen.

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