Denn London ist so eine Ausnahme - die einen schlagartig aus dem Urlaubstraum reißt.
Die übliche Frage nach dem "Warum?" stellt sich wieder in den Raum, wenn man liest, was geschehen ist. Und wieder ist man - weil es menschlich ist - froh, dass es nicht die eigene Stadt und die eigene Familie ist.
Harter Umschwung, ... zurück zum Urlaub.
Da wir heute wieder nur eine kurze Strecke von rund 32 sm zu bewältigen haben, lassen wir den Morgen ruhig angehen.
Es hat bis in die frühen Morgenstunden geregnet. Das allein verhagelte uns nicht die Stimmung. Eine der sehr großen Motoryachten im Hafen meinte, bis morgens gegen 5 Uhr den Hafen und gefühlt die halbe Stadt mit seiner Partymusik zu beschallen. Alles an sich kein Problem - aber gegen Mitternacht kommt einfach die Schmerzgrenze, wenn es so laut ist, dass du in deiner Koje liegend denkst, direkt neben der Box zu liegen. Nicht bei diesen Prolls, die kannten keine Grenzen.
Ich war echt versucht, mich kurz vor unserem Ablegen auf das Boot zu schleichen und den mittlerweile schlafenden Norwegern die Anlage nochmal richtig aufzudrehen.
Wir legten also etwas müde aber dafür ohne weitere Regenschauer ab.
Bei dem bisschen Wind, was angesagt war, gingen wir davon aus, den Großteil der Strecke unter Motor bewältigen zu müssen.
Aber weit gefehlt; kurz nach Stavanger bis in den Karmsundet hinein (=18 sm) durften wir segeln. Dabei holten wir aus 8-10 Knoten Wind (3 Bft) bis zu 6 Knoten Bootsgeschwindigkeit heraus.
Das Wetter bewies, dass es die richtige Entscheidung war, heute nicht zum Preikestolen aufzusteigen. Die Wolken hingen tief, das wäre einfach nicht schön geworden.
Wir hatten einen - bis auf die Temperaturen (12 °C) - regelrecht gemütlichen Törn. Raus aus Stavanger, über eine große offene Bucht in den Karmsundet, den hoch und schon waren wir da.
Im Sund wechselten sich Natur, Siedlungen und Industrie in wilder Reihenfolge immer wieder ab:
Nach fünf Stunden und vierzig Minuten hatten wir gut 32 Seemeilen im Kielwasser und legten geschmeidig am Stadtpier in Haugesund an. Schön hier!

Zum Abendessen gab es Nudeln auf besonders köstlich: Penne mit getrockneten Tomaten, gerösteten Pinienkernen, Parmesan und Basilikum ...
Wir bleiben nur für eine Nacht. Morgen geht es sicher weiter - der Hardangerfjord ist nur noch 40 sm entfernt. Und der soll das Highlight unserer Reise werden.
Wir haben diese Woche zwar eine norwegische Regen-Flatrate erwischt, aber wir lassen uns unseren Traum vom Befahren und hoffentlich auch Ankern doch nicht von Süßwasser versalzen.












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