Beim zweiten Mal Aufwachen ist es kurz nach acht Uhr. Ich stecke den Kopf aus dem Luk und weiß - ich muss sofort raus. Schnell in Jogginghose und Pullover geschlüpft und mit der Kamera bewaffnet an Deck. Denn ich sah das:
Dieser Morgen hatte seinen ganz besonderen Moment. Der Campingplatz an Land lag noch völlig lautlos da. Die Windstille legte einen Spiegel auf die Wasseroberfläche ... Vollkommenheit.
Die sollte man nicht allein genießen - der Skipper wurde gnadenlos aus dem Bett geworfen :-)
Durch ein langes Frühstück gaben wir dem Wetter noch Zeit, ein paar von den Dunstwolken abziehen zu lassen. Anscheinend saß das Wetter auch beim Frühstück - die Dunstwolken tief über den Bergen blieben und ließen sich nur durch ein paar zaghafte Sonnenstrahlen stellenweise eindampfen.
Wir schnürten unsere Rucksäcke, packten Proviant ein und machten uns auf, die Berglandschaft hinter Sundal zu erobern.
Es war beeindruckend. Trotz des teilweise trüben Himmels und des natürlich nicht fehlenden Nieselregens am Vormittag haben wir diese zauberhafte, wildromantische Landschaft Norwegens in allen Zügen genossen. Nach fünf Stunden kehrten wir etwas müde, aber mit gut gefüllten Speicherkarten und leeren Akkus zum Boot zurück. Hier ein winziger Teil unserer Fotoausbeute:
Hier war für mich Ende der Tour. Die windigen Reste dieser Brücke waren für mich das Zeichen, endgültig umzukehren. Meine verletzten Rippen waren trotz Schmerzmittel nicht mehr zu ertragen. Lange konnte ich das nicht mehr ignorieren. Der Weg wurde immer schwieriger und verursachte mit jedem Wegrutschen auf losem Gestein oder schlammigem Boden immer mehr Schmerz. Das musste nicht sein. Harry ging noch ein Stück allein weiter - natürlich auch über dieses desolate Stück von Brücke -, kehrte nach kurzer Zeit zurück und wir traten den Rückweg an.


Am Boot kochte Harry uns lecker Essen und der Rest des Tages ging an die Sichtung der Fotos und später einfach gemütlich im Cockpit sitzen, inklusive dem einen oder anderen leckeren Absacker.
Morgen werden wir uns wieder weiter Richtung Nordsee bewegen. Es geht zurück nach Leirvik und somit raus aus dem Hardangerfjord. Das wird ein trauriger Abschied - dieses Stück Norwegen hat mich tief beeindruckt und Appetit auf viel mehr Fjord-Norwegen gemacht.

























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