Dienstag, 6. Juni 2017

06.06.2017 Sturm im Anmarsch / Rosendal im Hardangerfjord (NO)

Nach einer sehr bescheidenden Nacht hatte ich erst gegen Morgen Schlaf gefunden. Dementsprechend spät kamen wir heute aus der Koje. Harry macht Frühstück, ich versuche aufzustehen. Schön ist das noch nicht, aber besser.
Zu meinem Unglück ist neben den Prellungen nun auch noch meine Erkältung richtig durchgekommen. Jeder Nieser oder Huster findet sofort Resonanz in den geprellten Rippen. Toll ...

Es hat die ganze Nacht, teilweise sehr heftig, geregnet. Wir warten noch die letzten richtigen Schauer ab und kommen so erst gegen 11 Uhr aus dem Hafen von Leirvik:


Der Himmel ist noch verhangen und das spärliche Licht unter den Wolken lässt den Eingang des Hardangerfjords mystisch erscheinen.




Mangels Wind fahren wir die gut 20 Seemeilen unter Motor. Das lässt mehr Zeit zum Sehen und Fotografieren. Ich darf artig im Cockpit sitzen und meinen angematschten Körper pflegen. Was freue ich mich über die beim dänischen Aldi in Skagen gekauften kleinen Flaschen "Hohes C":



Die Schären und das Festland werden immer höher, immer grüner. Wohin man blickt findet man schnell einen der vielen Bäche, die sich halb als Wasserfall den Berg hinunterstürzen:



Wir sind sehr begeistert. Da das Wetter immer freundlicher wird, gibt es noch mehr zu sehen. Der Schnee auf den hohen Bergen, die vielen Wasserfälle, interessante Felsformationen.
Der letzte Teil der Strecke führt uns einen Nebenarm parallel zum Hardangerfjord entlang. Nun haben wir links und rechts Landschaft zu bestaunen. Auch die aktuellen Temperaturen um 16/17°C lassen uns regelrecht auftauen.
An einem sehr interessant geformten Felsen entdecke ich eine kleine Besonderheit, welche ich schon als Foto im Revierführer von Per Asmuss sah:

Es geht um den kleinen Stein unten in der senkrechten Felsspalte - etwa über dem Wort "senkrechten"
Wir waren fast schon dran vorbeigefahren, als ich ihn entdeckte. Ich wendete das Boot und fuhr für ein paar Fotoaufnahmen näher heran:

Der Troll des Hardangerfjords :-)

Hinter dem linken Hügel liegt unser Ziel - Rosendal.


Schon auf den letzten drei Meilen hatten wir mit teilweise starken Böen (bis zu 6 Bft) zu tun. Der für heute Nacht angesagte Sturm nimmt also Anlauf.
Deshalb geben wir uns beim Festmachen nach dem Anlegen besonders viel Mühe:


Nach einem Anlegerbier, einem Essen und einer Dusche wird das alles noch mehrmals optimiert.




Zusammen mit unseren beiden norwegischen Nachbarn wurden Leinen vom Steg zum Boot und von Boot zu Boot gelegt. Alle drei Boote stabilisieren sich nun gegenseitig. Die ausgebrachten Fender sollen als letzte Sicherung vor Kontakt mit dem Steg dienen. Vor allem die Fingerstege zwischen den Booten neigen bei solch starken Winden gerne zum Springen. Für heute Nacht ist Wind bis um die 45 Knoten (= 9 Bft) vorausgesagt.
Ich werde morgen erzählen, wie die Nacht verlief.

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