Samstag, 27. Mai 2023

27. Mai 2023, Västervik

 Samstag, 27. Mai


Wir sind immer noch in Västervik um abzuwettern, so heißt es in der Seemannssprache.  Abwettern bezeichnet strategische und taktische Maßnahmen sowie Verhaltensweisen, um in einem Sturm und/oder bei schwerer See Beschädigungen und Gefahren für ein Wasserfahrzeug sowie dessen Ladung und Besatzung zu vermeiden. Priorität haben Maßnahmen zur Abwendung von Gefahr für Leib und Leben. (Quelle: Wikipedia)

Gut, so dramatisch ist das jetzt bei uns alles nicht. Wir sind gestern einfach wieder in diesen Hafen zurück gefahren, um bei den heutigen Starkwindböen nicht vor Anker liegen zu müssen. Am Mittag haben wir noch den Eindruck, das Starkwindfeld könnte, sozusagen unverrichteter Dinge, an uns vorbeigezogen sein. Wir machen uns erneut auf den Weg und suchen in der Gegend nach Fotomotiven.

Jetzt am Nachmittag, wird das Boot selbst hier im geschützten Hafen von den Windböen zeitweise ganz ordendlich auf die Seite gedrückt. Währenddessen scheint, wie schon den ganzen Tag, die Sonne am fast wolkenfreien Himmel und wir haben gut 20° C.


Unsere heutige Fototour führt uns zu nächst zum Fährhafen von Västervik. Hier werden Bootstouren auf die vorgelagerten Schären, wie zum Beispiel Hasselö, Idö und Ragö als Tagestouren angeboten. Wer möchte kann dort auch übernachten und erst an einem anderen Tag wieder mit der Fähre nach Västervik zurückkehren.

Auf den Tafeln rechts, werden vorder- und rückseitig alle angebotenen Touren ausführlichst beschrieben und bebildert. Da wir in den nächsten zwei Wochen unsere eigene Schärentour machen, verzichten wir auf die Fähre und machen uns zu Fuß auf den Weg zum alten Wasserturm.

Zwischen Fährhafen und altem Wasserturm überquert man unweigerlich das Gelände der Pampas Marina. Hier finden wir großzügig angelegte, teils nagelneue Bootsstege an denen nicht nur Yachten, sondern auch einige schwimmende Häuser festgemacht sind. An Land befindet sich die dazugehörige Infrastruktur mit Bootshandel, -werkstätten und Krananlagen bis 70 Tonnen Hebekraft. Das sollte für alle privaten Yachten ausreichen.

Auf einem Bauschild entdecken wir dann, wo das Ganze hinführen soll. Hier ist gerade eine vergleichsweise riesige schwimmende Stadt im Bau. Am Ende werden hier einige `zig "Einfamilienhäuser" möglicher Weise auch Ferienhäuser, die alle durch Steganlagen verbunden sind, auf dem Wasser schwimmen. Dazwischen und ringsherum sind Bootsliegeplätze geplant. Västervik erweitert sich hier also demnächst auf dem Wasser.


Bis zum alten Wasserturm sind es von der Pampas Marina aus nur wenige Gehminuten.

Der Turm steht auf einem kleinen, felsigen Schärenhügel, etwas Grün drum herum. Ganz nett. Details sind dem www. nicht zu entnehmen. 

Auf dem weiteren Weg Richtung "City" sind wir nach wenigen hundert Metern dann auch schon wieder am Bahnhof Västervik. Die Stadt ist eben nicht sehr groß, dafür aber recht hübsch.


Auf dem im Hintergrund befindlichen Güterbahnhof scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Vor einem alten Lokschuppen befindet sich noch eine Lok-Drehscheibe. Einige der Triebwagen und Wagons erinnern mich an meine gut 50 Jahre alte H0-Spielzeugeisenbahn.

Eisenbahnromantik


Ja, und neben dem Bahnhof liegt nun mal das alte Bootsmannsquartier, dass wir bereits in den letzten Blogs ansprachen. Und wenn wir hier schon noch einmal durchspazieren, kann ich jetzt auch noch die nach Berufsgruppen getrennten Häuserzeilen aufnehmen.

Die Bootsmänner hatten wir bereits.


Hier wohnen die Lotsen ...




... und hier die Kapitäne ...



 ... nicht zu verwechseln mit dem "Kapitän zur See" ...


 
 
Und dann war da noch ...


... ein Antiquitätengeschäft. Viel Nippes, aber auch eine schöne Erinnerung an die eigene Kindheit, zum Teil auch noch die Kindheit der Eltern.

 
 Vom Butterstampfer, wie man ihn nur noch aus Illustrationen kennt, über alte Kinderwagen, Puppen oder eine Waage aus einem Tante Emma Laden. Das möchten wir alles nicht zu Hause haben, dennoch ist es schön anzusehen und weckt fast in Vergessenheit geratene Erinnerungen.
 
 Unser Rundgang endet auf Stegeholm, wo neben dem Badehaus ... na? 
 
Richtig, die drei übergroßen Strandstühle stehen. Und auf die setzen wir uns heute mal drauf, damit man auch einen Größenvergleich hat ...

Das ist die Aussicht ...

... und so sitzt man hier.

 
 Vor uns, springen die Kinder vom Steg der Promenade johlend in das, ich habe es nachgemessen, 13° kalte Wasser. 
 
 
Wir machen uns jetzt lieber einen heißen Espresso. Dazu gibt es, das haben wir heute ganz neu bei Hemköp entdeckt, einen Kardamomknut mit Blaubeerfüllung und Frischkäsetopping.
 
Das war wirklich lecker!
 
 
Während ich das hier schreibe und Katrin gerade einen Pizzateig vorbereitet, wankt Ari noch ganz ordentlich im Wind hin und her.
 
 Morgen soll sich das Wetter beruhigt haben und es nun wirklich weiter nach Norden gehen. Ein Ziel haben wir bereits ausgesucht.

Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Harry & Katrin




 
 

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