Samstag, 27. Mai
Wir sind immer noch in Västervik um abzuwettern, so heißt es in der Seemannssprache. Abwettern bezeichnet strategische und taktische Maßnahmen sowie
Verhaltensweisen, um in einem Sturm und/oder bei schwerer See
Beschädigungen und Gefahren für ein Wasserfahrzeug sowie dessen Ladung
und Besatzung zu vermeiden. Priorität haben Maßnahmen zur Abwendung von
Gefahr für Leib und Leben. (Quelle: Wikipedia)
Gut, so dramatisch ist das jetzt bei uns alles nicht. Wir sind gestern einfach wieder in diesen Hafen zurück gefahren, um bei den heutigen Starkwindböen nicht vor Anker liegen zu müssen. Am Mittag haben wir noch den Eindruck, das Starkwindfeld könnte, sozusagen unverrichteter Dinge, an uns vorbeigezogen sein. Wir machen uns erneut auf den Weg und suchen in der Gegend nach Fotomotiven.
Jetzt am Nachmittag, wird das Boot selbst hier im geschützten Hafen von den Windböen zeitweise ganz ordendlich auf die Seite gedrückt. Währenddessen scheint, wie schon den ganzen Tag, die Sonne am fast wolkenfreien Himmel und wir haben gut 20° C.
Unsere heutige Fototour führt uns zu nächst zum Fährhafen von Västervik. Hier werden Bootstouren auf die vorgelagerten Schären, wie zum Beispiel Hasselö, Idö und Ragö als Tagestouren angeboten. Wer möchte kann dort auch übernachten und erst an einem anderen Tag wieder mit der Fähre nach Västervik zurückkehren.
Auf den Tafeln rechts, werden vorder- und rückseitig alle angebotenen Touren ausführlichst beschrieben und bebildert. Da wir in den nächsten zwei Wochen unsere eigene Schärentour machen, verzichten wir auf die Fähre und machen uns zu Fuß auf den Weg zum alten Wasserturm.
Zwischen Fährhafen und altem Wasserturm überquert man unweigerlich das Gelände der Pampas Marina. Hier finden wir großzügig angelegte, teils nagelneue Bootsstege an denen nicht nur Yachten, sondern auch einige schwimmende Häuser festgemacht sind. An Land befindet sich die dazugehörige Infrastruktur mit Bootshandel, -werkstätten und Krananlagen bis 70 Tonnen Hebekraft. Das sollte für alle privaten Yachten ausreichen.
Auf einem Bauschild entdecken wir dann, wo das Ganze hinführen soll. Hier ist gerade eine vergleichsweise riesige schwimmende Stadt im Bau. Am Ende werden hier einige `zig "Einfamilienhäuser" möglicher Weise auch Ferienhäuser, die alle durch Steganlagen verbunden sind, auf dem Wasser schwimmen. Dazwischen und ringsherum sind Bootsliegeplätze geplant. Västervik erweitert sich hier also demnächst auf dem Wasser.
Bis zum alten Wasserturm sind es von der Pampas Marina aus nur wenige Gehminuten.
Der Turm steht auf einem kleinen, felsigen Schärenhügel, etwas Grün drum herum. Ganz nett. Details sind dem www. nicht zu entnehmen.
Auf dem weiteren Weg Richtung "City" sind wir nach wenigen hundert Metern dann auch schon wieder am Bahnhof Västervik. Die Stadt ist eben nicht sehr groß, dafür aber recht hübsch.
Auf dem im Hintergrund befindlichen Güterbahnhof scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Vor einem alten Lokschuppen befindet sich noch eine Lok-Drehscheibe. Einige der Triebwagen und Wagons erinnern mich an meine gut 50 Jahre alte H0-Spielzeugeisenbahn.
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| Eisenbahnromantik |
Ja, und neben dem Bahnhof liegt nun mal das alte Bootsmannsquartier, dass wir bereits in den letzten Blogs ansprachen. Und wenn wir hier schon noch einmal durchspazieren, kann ich jetzt auch noch die nach Berufsgruppen getrennten Häuserzeilen aufnehmen.
Die Bootsmänner hatten wir bereits.
... und hier die Kapitäne ...
... nicht zu verwechseln mit dem "Kapitän zur See" ...
... ein Antiquitätengeschäft. Viel Nippes, aber auch eine schöne Erinnerung an die eigene Kindheit, zum Teil auch noch die Kindheit der Eltern.
Wir machen uns jetzt lieber einen heißen Espresso. Dazu gibt es, das haben wir heute ganz neu bei Hemköp entdeckt, einen Kardamomknut mit Blaubeerfüllung und Frischkäsetopping.
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| Harry & Katrin |
















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