Montag, 22. Mai
Wir hatten in den letzten Tagen zuviel Sonne und so frühstücken wir heute mal unter Deck im Salon. Die Temperaturen schwanken immer so um die 8°C in der Nacht und 16°C am Tag. Kaum eine Wolke am Himmel und dazu eine leichte Briese von 2 Beaufort. Wohlfühlwetter!
Es ist fast halbzwölf als wir die Maschine starten und den Anker aufholen. Der sitzt auf den letzten Metern mal wieder am Grund fest. Wir überfahren ihn vorsichtig - dann lässt er sich durch die Ankerwinsch in sein Geschirr ziehen. Kette und Anker sind relativ sauber. Nur ein wenig Ton-Schlamm-Gemisch am Anker. Mit ein paar Litern aus der Pütz ist alles schnell gereinigt (Eine Pütz, auch Schlagpütz genannt, bezeichnet in der Schifffahrt einen Eimer mit einer Leine am Henkel. Mit einer Pütz können größere Mengen Wasser, hier z.B. aus dem Meer gefördert werden, indem man sie ins Wasser wirft und an der Leine wieder an Bord zieht).
Wir brechen auf zu unserer nächsten und für Gerd letzten Etappe dieses Urlaubs. Västervik, gut 17 sm entfernt.
Auf dem Wasser ist nichts los. Auf der gesamten Fahrt treffen wir auf ein kleines Arbeitsschiff und dieses Segelboot ...
Schön anzusehen ist dieser natürliche Kanal zwischen den zwei Schären Grönö und Spärö, kurz vor Västervik.
Und so sieht das Granze auf der Seekarte aus ...
Quelle: https://webapp.navionics.com/#boating@12&key=u%60g_Ja_deB |
Direkt vor den "Toren Västerviks" befindet sich das Gränsö Slott.
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| Gränsö Slott |
Gränsö Slott ist ein Herrenhaus in der Nähe von Västervik.
Das ursprüngliche Gebäude bestand aus einer Haupthalle aus Holz, die 1807 von Olof Johan Risselskiöld erbaut wurde. Das Schloss wurde im 19. Jahrhundert mehrmals erweitert.
Im Jahr 1992 wurde das Schloss einer umfassenden Renovierung unterzogen. 1993, als die Renovierung fast abgeschlossen war, zerstörte ein verheerender Brand das gesamte Gebäude. Das Schloss wurde 1994 in nur vier Monaten wieder aufgebaut.
Heute ist das Gebäude als Resort klassifiziert und befindet sich im Privatbesitz.
Gegen 15:oo Uhr laufen wir in einen der Häfen Västervik´s (WSSW Segelclub Wikingarna) ein und gehen erstmal längsseits, um uns zu orientieren.
Alles sieht anders aus, als in unserer Erinnerung. Keine Mooringbojen!?
Ich mache mich auf den Weg, um nach dem Gästehafen zu suchen und gleichzeitig auch nach einem Hafenbüro bzw. Automaten, um die Hafengebühr für die nächsten drei Tage zu entrichten.
Die Wege sind weit, hier in Västervik und die Beschilderung schlecht. Zu allem Überfluss entdecke ich dann noch ein Hinweisschild im Nachbarhafen, das für ankommende Gäste gedacht ist, jedoch nicht weiterhilft. Dort gibt es den Hinweis, die Buchung für den Liegeplatz über folgenden Link vorzunehmen: www.slottsholmenmarina.se
Wer sich dann unter der Rubrik Saison- und Gasthafen schon fast am Ziel seinen Buchung wähnt, wird entäuscht sein. Hier gibt es zwar viele Informtionen, buchen kann man jedoch nur Saisonplätze! ??? Gut, zumindest ist die Googleübersetzung ins Deutsche stellenweise sehr witzig bis unterhaltsam. Da keine dieser Informationen weiterhilft und auch auf der Homepage kein weiteres hilfreiches Stichwort zum Thema Gästehafen zu finden ist, suche ich wirklich jeden Winkel der Homepage ab. Rechts oben finde ich ein Symbol mit 3 Wellen und klicke drauf.
Es öffnet sich ein Menü mit folgenden Auswahlkriterien: Nachricht, BlackBox, Gästehafen, Bodenwäsche, Saisonaler Ort. Ich entscheide mich, wie wahrscheinlich jeder, der diese Seite vor sich hat und klicke auf Gästehafen. Es öffnet sich die oben bereits beschriebene Seite an deren Ende man ausschließlich Saisonplätze buchen kann. Mmh???
Da man nun, so glaube ich, die Begriffe: Nachricht, Bodenwäsche und Saisonaler Ort für die Suche nach Informationen zum Gästehafen ausschließen kann, bleibt nur noch "Blackbox" übrig. Ich klicke drauf. Es öffnet sich eine neue Seite mit der Überschrift: "Flugschreiber".
Gut, denke ich. Das eine BlackBox ein Fluschreiber ist, weiß vermutlich jeder, aber was zum Teufel könnte hier mit den Begriffen Blackbox bzw. Flugschreiber noch gemeint sein?
Ich recherchiere über Google. Neben den erwarteten Informationen zur Blackbox im Zusammenhang mit dem Flugverkehr, gibt es noch
- eine gleichnamige Firma, die eine Software zur Vervollständigung angefangener Wörter bei Online-Eingaben in 20 verschiedenen Sprachen anbietet,
- ein amerikanisches Burgerrestaurant in Frankfurt am Main und
- folgende Definition im Bereich der Psychologie: Black Box (englisch für „schwarzer Kasten“) ist in der Verhaltensbiologie, speziell im frühen Behaviorismus eine Metapher für sämtliche psychischen und kognitiven Prozesse, die sich (noch) nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden objektiv messen, beschreiben und reproduzieren lassen.
Das war´s, was die Bedeutungen dieses Wortes betrifft, aber machen wir weiter auf der gleichnamigen Slottsholmenmarina-webseite, die genau so aussieht:
Man bietet mir also unter "Flugschreiber" die Möglichkeit etwas zu buchen, mit der Alternative "Sauna" und Heißes Bad" abzuwählen. Was man hier tageweise buchen kann, ist der Webseite tatsächlich nicht zu entnehmen. Und so verhält es sich dann auch mit den Informationen zum Gästehafen bzw. den Bezahlmöglichkeiten.
Ich laufe also vom Seglervereinshafen, der sich rechts oben außerhalb des folgenden Hafenplans befindet einmal ringsherum den gesamten Hafen und einige der größeren Bootsstege, auf der Suche nach einem Gästehafen-Schild, ab.
Auch dort, wo wir vor Jahren einmal unsere Harbourfee bezahlt hatten - nichts!
Nach ungefähr 20 Minuten komme ich am Servicegebäude des Hafens an, dass ebenfalls nicht ausgeschildert ist und finde ...
- Jubel -
Jetzt der positive Teil. Der Gästehafen ist ideal gelegen. Fußläufig erreicht man das "Zentrum" in weniger als 5 Minuten. Das Servicegebäude mit dem Hafenbüro, den WC´s, Duschen und Laundry ist sauber und modern, direkt am Wasser gelegen. Jeder Liegeplatz verfügt über einen eigenen Strom- und Wasseranschluss. Das Ganze kostet 350 Schwedische Kronen (rund 35,- €) pro Tag inklusive Electricity. Das Personal ist sehr freundlich und Västervik selbst ist ohnehin ein angenehmer Ort. Aber dazu später mehr.
Und das ist unser aktueller Liegeplatz ...
Es wird Abend. Mit Gerd kehren wir in einen Fischimbiss im Stadthafen ein. Es gibt Fish & Chips ...
... und zum Abschluss noch einen Eisbecher (für jeden).
Ein paar letzte Eindrücke des Tages ...
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| Der Stadthafen |
Die Promenade, direkt vor unserem Liegeplatz.
Das war´s für heute. Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.
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| Euer Harry |




















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