Montag, 15. Mai 2023

15. Mai 2023, Sandhamn (Blekinge, Kalmarsund)

 Montag, 15. Mai


Der Wind sorgt heute dafür, dass wir noch einen Tag in Sandhamn verweilen. Das fällt uns nicht schwer, da das Wetter etwas besser ausfällt als vorhergesagt. Überraschender Weise sogar mit etwas Sonnenschein, immer mal wieder, den ganzen Tag lang.


Als am Morgen die ersten Sonnenstrahlen hier und da durch die Wolkendecke dringen, verwandelt sich die Ostsee in ein Silbermeer ...


Sandhamn´s Fischerei-Flotte


Sandhamn hat halt mehr den Charme eines Fischereihafens. Nicht vergleichbar mit vielen anderen Blumengeschmückten Häfen Schwedens.

Aber man gibt sich Mühe, auch wenn die Natur den größeren Anteil an der Blütenpracht hat.

Im Hintergrund stehen kleine Ferienbungalows mit nicht mehr als geschätzt 15 m² Fläche. Sie sind zweckmäßig eingerichtet und ersetzen das Wohnmobil.


Zwischen den Bungslows.

Eines fällt dann aber doch besonders positiv auf. Sandhamn war ja nicht unser Wunschhafen auf dieser Etappe, sondern lediglich eine im wahrsten Sinne nahegelegene Lösung für unser Problem mit dem abflauenden Wind. Gerd hatte ich daher rechtzeitig vorgewarnt, dass es hier ein wenig ungepflegt aussieht und der Hafen an einigen Stellen mehr wie ein Bootsfriedhof wirkt.



Nun, man hat aufgeräumt. Die Wiesen sind gemäht. Die beiden "antiken" Volvo Mobilkräne stehen ordentlich nebeneinander geparkt da und dort, wo sonst diverse "Bootsleichen" zwischen dem wilden Grün des Hafens vor sich hin gammelten, befinden sich jetzt grüne Freiflächen. Die beiden Boote hinter mir sind die Ausnahmen, vielleicht weil sie aufgrund des Zustandes bereits dekorativ wirken und aus Sandhamn inzwischen nicht mehr wegzudenken sind.

Keine 30 m von diesem Ort entfernt, beginnt ein Naturpfad und den schaue ich mir jetzt mal an. Das mache ich alleine, weil Gerd irgendwie seit seiner Suche nach einem nahegelegenen ICA (Supermarkt) verschwunden ist und ich auch telefonisch keinen Kontakt bekomme.



Salzwiesen


Schlehen in Blüte

Im Vergleich zu Deutschland hängt die Natur hier aber wenigstens zwei Wochen hinterher.

Ja, ich weiß, so ein Pyramiden-Günsel hatten wir bereits in Tjärö Blog. Aber nicht mit so vielen Etagen!

Hoch zufrieden über dieses Naturidyll streife ich noch eine ganze Weile durch die hiesigen Wiesen und Wälder und treffe dann sogar noch Gerd. Der berichtet mir von einer nahegelegenen Graureiher-Kolonie. Da muss ich natürlich hin und er dreht nochmal um und begleitet mich.



Die Kolonie besteht aus einigen ´zig Graureiher-Nestern, die weit oben in den Baukronen gelegen sind. Doch wir bleiben nicht unentdeckt und lösen eine Flucht unter den Elterntieren aus. Die Jungtiere selbst hören sich mit ihren Schreien ähnlich wie Frösche an.

Nach kurzer Zeit kehren immer mehr Graureiher-Eltern zurück und lassen sich auf ihren Nestern nieder, was aber aufgrund der großen Entfernung fotografisch schwer einzufangen ist.

Auf unserem Rückweg entdecken wir dann noch diesen Wildgänseschwarm auf einer Wiese.


Das und noch viel mehr Natur befindet sich keine 20 Gehminuten vom Hafen entfernt.


Zurück am Hafen können wir noch einen Graureiher auf Futtersuche beobachten ...

Wir erwägen diesen Naturpfad noch einmal ganz abzulaufen. Informationen zu dessen Länge oder gar eine Karte suchen wir vergebens. Nun gibt es in Schweden allerdings mindestens genauso viele Sandhamn, wie Neustädte in Deutschland, weswegen wir auch im www. nicht fündig wurden.

Sollte morgen der Wind entgegen der Vorhersage im Wetterbericht doch ungünstig für unsere Weiterfahrt stehen, bleiben wir vielleicht noch einen Tag hier. Andernfalls geht es weiter Richtung Norden.

Bleibt gespannt, wir sind es auch.

Euer Harry



1 Kommentar:

  1. Gut, dass du Gerd wiedergefunden hast 😉
    So schön habe ich den Hafen noch nie wahrgenommen - dank an euch für den neuen Blick.

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