Montag, 06. September
Wir stehen heute um 6:30 auf, denn der Wind wird früh Feierabend machen. Wir verzichten auf ein Frühstück und starten bereits nach einem "Guten Morgen Kaffee".
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| Morgenstimmung in den Schären vor Figeholm |
Um 7:30 verlassen wir den Hafen und fahren unter Motor 2,8 Seemeilen bis auf das etwas offenere Wasser. Hier haben wir 8 Knoten Wind (3 Bft) und bei unserem Kurs noch Halbwind dazu. Das reicht uns für 7 Knoten Fahrt.
Das Besondere heute - fast die ganze Fahrt haben wir wegen der Lichtstimmung das Gefühl, es sei dauerhaft kurz nach Sonnenaufgang. Weil der Wind heute noch bis 11:00 von west auf süd drehen soll, fahren wir unser Ziel nicht direkt an, sondern nehmen den jeweils südlichsten Kurs der gerade möglich ist. So können wir später mit dem Wind mitdrehen und behalten ihn dauerhaft auf unserer Seite, was uns schneller segeln lässt, als würde er von schräg vorne oder schräg hinten blasen.
Doch jetzt ist erst einmal Frühstückszeit, während der Autopilot die Arbeit macht. Da es fast keinen Schiffsverkehr gibt, können wir den Plotter und den Seeraum um uns herum auch mal guten Gewissens zehn Minuten unkontrolliert lassen.
Auch, wenn wir Sie schon ´zig mal fotografiert haben - aber bei dieser Lichtstimmung ist sie einfach zu schön - die Blå Jungfru. Im Hintergrund sieht man übrigens schon Öland, das ja auf dieser Höhe keine 20 km von Festland entfernt ist.
Katrin kontrolliert nochmal die Segelstellung. Doch, Gott sein Dank, hat der Wind nur kurz Atem geholt, bevor er anfing südlicher zu drehen. Kurze Zeit später briest er sogar noch auf 10 Knoten auf und wir machen einen Endspurt Richtung Hafen, in den wir schon kurz nach elf Uhr einlaufen.
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| Sandvik auf Öland |
Wir haben ein vorbildliches Anlegemanöver, das wir trotz der frühen Zeit mit einem Bier begießen. Als wir dabei so den Hafen vom Boot aus mustern, fällt uns ein Fischverkauf auf und uns ein, dass wir jetzt eigentlich Appetit auf etwas Deftiges hätten.
Wir machen uns auf den Weg und entdecken ein Restaurant, das an den Fischverkauf angeschlossen ist und so sitzen wir heute noch vor 12:00 mittags vor einem Teller mit Fritten und Fisch.
Zeit, den Ort zu erkunden. Ich war ja 2019 schon einmal auf meinem Rückweg nach Neuhof hier. Damals war es schon Anfang Oktober.
Hier gibt es einen ICA bei dem wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen. Kardamom Knut gibt es nicht - dafür aber welche mit Pistazien - die wandern in unseren Einkaufskorb.
Direkt gegenüber von ICA steht diese Mühle. Die achtgeschossige Holländerwindmühle Sandviks Kvarn gehört mit
einer Höhe von 26 Metern und einer Flügelspannweite von 24 Metern zu den
größten historischen Windmühlen der Welt und ist die größte Windmühle
in Nordeuropa.
Sie wurde ursprünglich 1856 in Småland gebaut. Nach einem schweren Sturmschaden war sie längere
Zeit nicht mehr in Betrieb und wurde 1885 verkauft. Der neue Eigentümer
ließ die Mühle komplett zerlegen, nach Öland transportieren und auf
einem eigens dafür gebauten zweigeschossigen Sockel wieder aufbauen.
Wir machen uns auf zum Südstrand. Dort möchten wir uns die Fossilien anschauen, die hier, vermutlich zu Millionen, am Strand liegen.
Wenige Schritte hinter dem Hafen geht es bereits los. Im Wesentlichen findet man hier sogenannte Ortoceren (eine Art Oktopus mit einer festen Außenhülle) und Trilobiten (entfernte Verwandte unserer Flußkrebse und Spinnen). Sie hatten einen dreigeteilten Körper, gut entwickelte Augen und auf der Unterseite Schwimmfüsse.
Eine ganze Tafel voller Ortoceren.
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| Beide Fossilienarten in einem Stück ehemaligen Meeresbodens, das vermutlich rund 500 Millionen Jahre alt ist. |



















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