Freitag, 6. September
Es ist 8:3o und wir starten unseren Motor. Die Sonne steht noch hinter der dichtbewaldeten Schäre von Storön und so liegt deren Hafen Uthamn und damit auch wir, im Schatten. Das Thermometer zeigt 13°C und das erste Mal seit meinem Start fühle ich mich eher im Herbst als im Spätsommer.
Auf einem benachbarten Schiff beratschlagt gerade eine Vierercrew ihr Ablegemanöver, während wir unsere Leinen losmachen. Nach wenigen Metern erreichen wir noch innerhalb der Bucht eine Stelle, die bereits von der Sonne beschienen ist. Die Wärme arbeitet sich durch die heute vierlagige Oberbekleidung. So lässt es sich aushalten.
Wir geniesen die insgesamt angenehme Fahrt und halten im Bild fest, was uns bewegt hat.
Der Wind weht zunächst noch aus Westen. Wir wollen heute Richtung SüdSüdWest. Das lässt sich gerade so segeln. Da wir nicht im freien Wasser, sondern zwischen den Schären unterwegs sind und unsere Kurse zwischen Süd und SüdWest liegen, werden wir zeitweise nicht um das Motoren herumkommen. Der Rest ist hartes Amwindsegeln und wir sind schließlich froh, dass wir am Ende 13 Seemeilen der insgesamt 36 Seemeilen ohne den Diesel bewältigen konnten.
Das Wetter bleibt uns wohlgesonnen und gegen Mittag zeigt das Thermometer immerhin 16°C.
Überhaupt haben wir bis zur Ankunft in unserem Zielhafen Nynäshamn Sonnenschein bei durchschnittlich 3 Beaufort Wind. Erst dort zieht es langsam zu und über Nacht regnet es. Der vorhergesagte Starkwind aus Süden bleibt aus.
Am Samstag nutzen wir eine Regenpause, um über Mittag einkaufen zugehen. Unsere Vorräte müssen dringend aufgestockt werden. Insbesondere Bier ist knapp geworden. Nein, ich habe mich weder verplant, noch zuviel getrunken. Vielmehr war Norwegen ja unser ursprüngliches Ziel für diesen Urlaub und ich hatte die zulässige Einfuhrmenge an Alkohol eh schon ein wenig überschritten. Nun haben wir heute entsprechend nachgebunkert. Zu bezahlbaren Preisen gibt es hier allerdings nur Lättöl (Leichtbier) mit maximal 3,5% Alkohgehalt. Das jedoch schmeckt zumindest passabel und an Sonntagen gibt es jetzt vielleicht auch mal eine zweite Dose. Und, wann einem nach Sonntag ist, bestimmt man letztendlich selbst.
Als wir zurückkommen stellen wir fest, dass sich die vermeintliche Regenpause in bestes Wetter verwandelt hat und wohl auch der für heute angesagte Starkwind ausbleiben dürfte.
Der Hafen selbst, wirkt im Vergleich zu Anfang August (siehe Blog vom 1.8.) schon fast wie ausgestorben, zumindest was den Gästhamn betrifft. Die Preise haben sich für deutsche Verhältnisse "normalisiert". Habe ich im August noch 350,- SEK bezahlt, sind es derzeit noch 200 SEK (knappe 20,- EUR).
Ab morgen wird wieder geankert und die passenden Buchten hat Katrin schon ausgewählt. Wie Ihr vermutlich gemerkt habt, sind wir bereits südlich unter Stockholm "weggetaucht". Ziel ist es am 13. September in Nyköping zu sein. Wir haben umdisponiert, wie wir das ja gerne mal spontan tun. Warum? ...
Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.










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