Dienstag, 17. September 2019

17.09.2019_Nyköping (2)

Dienstag, 17. September


Ich bin wieder alleine. Katrin ist am Samstag Abend wieder zurück nach Berlin geflogen. Gerade rechtzeitig. Nicht etwa das ich froh wäre sie los zu sein. Nein, rechtzeitig wegen des Wetters. Immer wieder hatte ich in meinen Blogs auf das konstant gute Wetter verwiesen. Sonnenschein und gute 20° C Lufttemperatur waren das Motto dieses Törns.

Seit Samstag Abend nun, zeigt mir das Schwedenwetter, dass es auch anders kann. Regen, Hagel, Sturm. Und nicht zu knapp. Der Sturm am Sonntag und Montag war ungewöhnlich. Der Seewetterbericht gab eine Sturmwarnung wie folgt heraus. Für Nyköping Böen bis 42 Knoten (9 Beaufort), für die See 20 Seemeilen südöstlich von Nyköping 51 Knoten (10 Beaufort), sogenannter schwerer Sturm.

So sieht das Ganze dann in der Seewetter-App aus

Das war für mich der Grund in Nyköping zu bleiben und abzuwettern. Ungewöhnlich war an beiden Sturmtagen, dass zwischen den Böen die Windgeschwindigkeit zeitweise enorm schwach war. Ich hatte aus Interesse unseren Plotter angeschaltet. Dieser ist mit unserem Windmesser am Masttop verbunden und zeigt nicht nur die Windrichtung, sondern auch dessen Stärke an. Die stärkste Böe, die ich zufällig ablas, hatte gut 36 Knoten. Ganz normaler Sturm mit 8 Beaufort. Im Stadthafen haben wir längsseits festgemacht, so dass der Wind Ari genau von der steuerbord Seite trifft und uns backbord gegen den Kai drückt. Die Fender zwischen Schiff und Kai ächzen bei jedem Windstoss. Dabei bietet der bloße Mast genug Fläche, um Ari in den starken Böen in etliche Grad Krängung (Schräglage eines Bootes) zu versetzen.

Minuten später denkst Du: "Der Sturm ist vorbei", denn alles ist ruhig und ich lese gerade mal 6 Knoten Wind (2 Bft.) am Plotter ab. Nur Sekunden später sind es wieder 27 Knoten, dann etwa 15, 30, 20, 8 Knoten. Solch enorm schnellen Wechsel in der Windintensität habe ich noch nie erlebt.




Doch heute ist wieder alles ruhig und ab morgen gibt es wieder schönes Wetter mit ordentlichem Segelwind aus Nordwesten. Doch los kann ich noch nicht, denn Mittwoch kommt Verstärkung. Gerd, ist selbst Segler und wird mich auf den letzten Etappen durch die Schären Richtung Süden für eine Woche bis Västervik begleiten.

Am Donnerstag wird es dann losgehen. Bleibt gespannt.

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