Freitag, 20. September
Der Wind ist schwach und steht ungünstig. So entscheiden wir uns für eine kurze Etappe unter Motor gegenan. Wir haben erneut gutes Urlaubswetter. Die Sonne scheint bei inzwischen nur noch 13°C bis 15°C - es ist eben schon Ende September und wir befinden uns nördlich des 58. Breitengrades.
Mittendrin sehen wir diesen malerischen Leuchtturm samt Leuchtturmwärterhäuschen.
Nach rund 6 Seemeilen sind wir am heutigen Ziel, der Insel Klovöja. Wir haben uns vorgenommen, sofern möglich, direkt an der Schäre fest zu machen, so dass wir die Insel erkunden können.
Der Heckanker fällt etwa 45 Meter vor den Felsen und Ari treibt Bug voran mit dem Restschwung darauf zu. Gerd steht derweil am Bug und sucht den Untergrund nach Felsen ab, damit das Boot nicht auf Grund läuft. Dabei muss der Steven (der vorderste, meist fast senkrechte Teil des Bootes) bis auf auf eine handbreit dicht an den Felsen heranmanövriert und aufgestoppt werden. Gerd springt mit einer Festmacherleine in der Hand über, um diese dann an einem Baum oder ähnlichem zu befestigen.
Doch wir haben Seitenwind und vertreiben langsam aber sicher, während der Heckanker auch noch anfängt zu rutschen. Nach 20 Minuten sind wir zwar irgendwie fest, aber uns auch einig, dass wir uns mit der Lage nicht ganz wohl fühlen. Also kommt Gerd wieder an Bord. Unter Rückwärtsgang holt er die Bugleine ein und ich parallel den Heckanker. Wir fahren in tieferes Wasser und klarieren die Ausrüstung für einen zweiten Anlauf. Dieser gelingt und wir liegen gut vertäut direkt am Felsufer. Unter dem Bug haben wir gerade noch eine Handbreit bis zu den Felsen unter Wasser. Unter dem Kiel in der Bootsmitte sind es bereits etwa 3 Meter.
Um nicht jedes Mal von Bord springen zu müssen, wird das Fenderbrett zum Laufsteg umfunktioniert. Eine tragfähige Lösung bis ca. 2,0 Promille.
Zunächst erkunden wir ein wenig die Schäre, denn die Zeit an Bord verlangt nach etwas Bewegung.
Auf dem "Gipfel" haben wir eine schöne Rundumsicht und Gerd entdeckt dieses interessante Stück einer abgestorbenen Flechte, die wir hier auf etlichen Felsen finden.
Es ist schon etwa 18.oo und Gerd bereitet unser Abendbrot vor, während ich mich um ein Lagerfeuer kümmere. Auf jeder Schäre finden sich eine Anzahl toter Bäume, deren trockene Äste schnell zusammengesammelt und auf Gebrauchsgröße durchgebrochen, sind.
Im beginnenden Sonnenuntergang gibt es dann Rigatoni mit Tomaten-, Zwiebel-, Knoblauchsauce und frischem Basilikum. Letzteres stammt übrigens aus eigenem Anbau auf der Ari. Zu all dem, knistert das Lagerfeuer, während sich die Sonne langsam dem Horizont nähert. Wir sind uns einig, es könnte schlimmer sein.
Bei einer Flasche Rotwein lassen wir am Feuer den Abend ausklingen, während am schwarzen Nachthimmel die Milchstraße gut zu erkennen über uns steht.
Die heutige Bucht .... Die roten Vierecke sind in der Regel unbewohnte Wochenendhäuser vermögender Schweden.
Morgen geht es weiter Richtung Süden.











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