26. September
Während Gerd noch irgendwo im Bus zwischen Kopenhagen und Berlin sitzt, mache ich mich auf zu einer Stadtbesichtigung. Västervik trägt in Schweden auch den Beinamen "Perle der Ostküste" und hat rund 22.000 Einwohner. Ob es sich hier tatsächlich um eine Perle handelt, möchte ich heute herausfinden.
Doch zunächst einmal für alle, die Schwedens Geografie nicht vor Augen haben, ein Überblick. Für Katrin endete der Urlaub in Nyköping. Das liegt etwas nordöstlich von Norrköping an der Küste. Gerd stieg dort dazu. Gemeinsam fuhren wir rund 60 Seemeilen Luftlinie südwärts bis nach Västervik. Von dort aus trete ich den letzten Teil dieses Törns, knapp 300 Seemeilen (rund 550 km), wieder einhand an. Durch den Kalmarsund, vorbei an Bornholm und Rügen ist der Ziel- und Heimathafen Neuhof, Nahe Stralsund.
Um es vorwegzunehmen: "Ja, Västervik ist eine Perle" auch wenn es abgesehen von einzelnen historischen Gebäuden keine Altstadt gibt. Die Stadt ist großflächig von Wasser umgeben. Über eine Vielzahl von Wegen, die entlang der Ufer führen, hat man die Gelegenheit, Stadt und Umgebung von allen Seiten zu betrachten.
Im Hafen finden sich alte, wohl restaurierte, Fischerboote.
Fußgängerzonen laden zum flanieren ein und überall finden sich die bereits mehrfach von mir beschriebenen Blumenkübel, die so aussehen, als wären Sie gerade für eine Bundesgartenschau bepflanzt worden. Zur Erinnerung - es ist Ende September! Kein welkes Blatt, keine abgefallene Blüte.
Mülleimer, die in die Städteplanung einbezogen wurden, stehen im Abstand von wenigen Metern und sind deutlich größer als Berlins orange Zwerge. Stören tun sie deswegen nicht. Nichts liegt auf der Prommenade, keine Flaschen, keine Dosen, kein Papier, kein Hundekot und auch keine Zigarettenstummel. Gäbe es nicht so viele Sitzgelegenheiten - man wäre versucht, sich ohne schlechtes Gewissen auf den Boden zu setzen. Alles ist sauber.
Im Hintergrund die Überreste eine historischen Wehranlage.
Gehweg, Radweg, Blumenrabatte und Straße finden nebeneinander Platz.
Hölzerne Sonnenterasse mit Liegenstühlen, Badeplattform und reichlich Sitzgelegenheiten. Grafitties - Fehlanzeige.
Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine Grünanlage bevor man den Haupthafen, die Marina Slottholmen, betritt. Ob diese Grammophon-Lautsprechen reine Kunstobjekte sind oder aber auch bei passender Gelegenheit zur Musikbeschallung dienen, habe ich nicht näher untersucht.
Von den angrenzenden Granithügeln hat man gute Sicht über die Stadt und die Häfen.
Wem das nicht genügt, der kann den 18 Meter hohen "Unos Torn" erklimmen. Er ist das Geschenk eines Anwohners und steht auf dem Gelände des Naturmuseums Västervik. Alleine dessen kostenlose Außenbereiche geben die Möglichkeit, zahllose Fotos von Nachbauten historischer Häuser und Arbeitsmittel zu machen.
Nebenan findet sich eine Art Biergarten. Gut, der hatte wegen des Saisonendes geschlossen. Die Aussicht aber läd zum Verweilen ein, zumal mehrere Parkbänke zu diesem Zweck aufgestellt sind.
Allein die Zeit reicht nicht, um sich mit all den fotogenen Dingen zu beschäftigen. Ja, Västervik ist eine Perle.















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