Dienstag, 3. September 2019

02.+03.09.2019_In den Stockholmer Schären

Montag, 02.09.

Nachdem wir den nassen und winidige Sonntag gut unter Deck "abgewettert" hatten, ging es am Montag endlich wieder los. Es geht weiter gen Südwest, hinein in den Schärengarten vor Stockholm.

Um kurz nach 10 Uhr gehen wir ankerauf. Der Himmel war noch bedeckt, aber es soll wieder um die 20°C warm werden. Unser Weg führt uns von den spärlichen gestreuten Außenschären in immer dichtere Inselwelten - vor allem auch wieder bewohnter.  Wie hier...



Weiter geht es durch einen mehrere Kilometer langen Sund zwischen zwei Inseln hindurch. Beide Uferseiten sind jeweils nur 100-150 m von uns entfernt und  relativ dicht besiedelt. Mal ganz klassisch, in falun-rot...


 ... mal ganz modern ...



.... es gibt Fähranleger für die großen gelben Fähren....


.... und winzig kleine Fähranleger für - was auch immer ... 😊



Manchem kann man, weil das Haus so nah am Ufer steht, bis auf den Wohnzimmertisch gucken. Oh, ein Boot:



Zum Ende des Sundes wird es wieder wildromantisch. Keine Häuser mehr, nur noch Natur pur. Aber immer noch keine Elch weit und breit, es ist doch zum verzweifeln. Nur eine große Schar Gänse zieht schnatternd über uns hinweg.





Wieder auf freiem Wasser und im auffrischenden Wind passiert es - der Wind reißt Harry sein Lieblings-Basecap vom Kopf. Ich stehe am Steuer, schaue dem Stück Stoff noch kurz hinterher und entschließe mich kurzerhand, ein "Basecap-über-Bord"-Manöver einzuleiten. Unter voller Besegelung! Gut, wir wollten das "Retten-Über-Bord-Gefallener" sowieso schon lange mal wieder üben, warum nicht jetzt. Da der Plotter den gefahren Weg aufzeichnet und sofort abbildet, war es nicht so schwierig, den selben Weg zurück zu fahren. Es war nur schwierig, das bisschen Kopfbedeckung in dem kabbeligen Wasser zu finden. Harry stand mitschiffs, bereits mit einem Bootshaken bewaffnet,  und entdeckte sie tatsächlich. Der Rest ging einfacher als gedacht. Das Boot wurde samt stehender Segel in den Wind und Richtung Bascap gelenkt, wurde langsamer und schon konnte Harry seine geliebte Kopfbedeckung mit dem Bootshaken aufgabeln. Nach etwas Trocknungszeit in Wind und Sonne ging es dem Geretteten auch schnell wieder besser.

Um 16.20 Uhr kamen wir nach knapp 34 Seemeilen in die Ankerbucht des Tages. Hier ein Foto von der EInfahrt in die verzweigte Bucht:



Wir schauten schon nach geeigenten Plätzen, um den Anker setzen zu können, da entdeckten wir diese "Zwischenlösung" - ein Steg ohne viel Service (Wasser und Strom waren schon abgestellt - Saisonende in Schweden), sicherer und beqemer als vor Anker, denn es blies doch recht ordentlich durch die Bucht. Zur besseren Orientierung lassen wir mal die Drohne für euch steigen:


Da liegen wie, das Boot links unten im Bild ist Ari.

Von dort kamen wir in die Bucht ...

... und hier geht es morgen wieder raus.

Ari am Steg im Finnhamn und die Mannschaft auf den Felsen.

Wir kochten uns noch ein lecker Abendessen und genossen den Sonnenuntergang - welchen wir noch gerade so erleben. Wind und Sonne machen müde.



Dienstag, 03.09.

Bei schönstem Sonnenschein lösen wir die Leinen. Es ist dreiviertel zehn und uns erwartet nur ein kurzer Schlag von 15 Seemeilen, wahrscheinlich kompett unter Motor.


Der Wind kommt aus südlicher Richtung und weht uns direkt auf die Nase. Die Fahrt ist kurzweilig, wir fahren durch eine wunderschöne Inselwelt.




Flugbeleitung
 Die Laune an Bord war jedenfalls bestens, wie man sieht:


Unsere heute Ankerbucht ist eine "alte Bekannte" aus dem letzten Jahr.  Genauer gesagt ist es eine kleine Anlegestelle eines örtlichen Wassersportverreins, der auch Gästen die Möglichkeit gibt, den Steg (ohne Strom und Wasser) sowie die kleine Sauna im Fass (siehe Blog vom letzten Jahr -klick-) für kleines Geld zu nutzen.




Während es am späten Nachmittag draußen nieselt, nimmt sich Harry wichtiger Dinge an. Erst später entdeckt, hatten wir doch etwas "Sturmschaden" an unserer Ausrüstung, als wir auf Jurmo in Finnland den Sturm abwetterten. Eine der Festmacherleinen war an mehreren Stellen durchgescheuert und so nicht mehr nutzbar. Harry zerschnitt sie an den beschädigten Stellen und machte aus den Reststücken wieder brauchbare Enden.
Hier sieht man, wie erst der Mantel und innen sogar der Kern der Leine gelitten haben:





Noch ein highlight dieses Ortes - das Häusschen mit den Trockenklos. Eines der beiden Klos hat seine Tür Richtung Bucht. Theoretisch könnte man bei offener Tür ganz idyllisch .... und dabei aufs Wasser schauen 😁


 
 Später kommen bestimmt noch ein paar mehr Bilder., wir bleiben wohl zwei Nächte hier.




 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen